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Queer„sensiblere Kirche Bayerische Synode beschließt "Trauung für alle" | evangelisch.de

Verfasst: Do 3. Apr 2025, 17:38
von Anne-Mette
"Trauung für alle", Beibehaltung des Gewissensschutzes für Pfarrerpersonen bei queeren Segnungen und kein explizites Schuldbekenntnis - dafür aber ein Schuldeingeständnis. Die Synode hat den Weg hin zu einer queer-sensibleren Kirche eingeschlagen.

https://www.evangelisch.de/inhalte/2414 ... -fuer-alle

Re: Queer„sensiblere Kirche Bayerische Synode beschließt "Trauung für alle" | evangelisch.de

Verfasst: Do 3. Apr 2025, 19:22
von Val44721
Im Endeffekt haben die halt einfach genau das gemacht, was rechte konservative Parteien von ihnen verlangt haben, und verkaufen es jetzt möglichst positiv. „Beibehaltung des Gewissensschutzes“ heißt einfach nur übersetzt, dass sie Diskriminierung von queeren Personen aus den eigenen Reihen offen respektieren und verteidigen.

Was sie als „Trauung für alle“ bezeichnen, war wenn ich mich richtig erinnere früher mal die Forderung nach einer Segnung für alle, die sie abgelehnt haben weil sie ja respektieren würden, dass da Homosexualität in anderen Ländern verboten ist, diese Aktion als Kritik an diesen Ländern interpretiert werden könnte. Und auch nach dieser Abschwächung ist es keine „Trauung für alle“, wie sie es formulieren, sondern Betroffene haben nur das Recht, sich woanders trauen zu lassen. Aber bei ihnen, das wär ja zu viel.

Auch heute noch diskriminiert die evangelische Kirche ganz offen queere Menschen. Klar, dass sie nicht von einem Schuldbekenntnis sprechen wollen. Die Ironie, dass danach ihre eigenen Vorstände die eigene Kirche für ihre ehrenhaften Schritte lobt, stößt mir auch bitter auf.

LG
Valerie

Re: Queer„sensiblere Kirche Bayerische Synode beschließt "Trauung für alle" | evangelisch.de

Verfasst: Do 3. Apr 2025, 19:37
von Anne-Mette
BR24

"Trauung für alle": Bayerns Protestanten trauen nun alle Paare

Die bayerische evangelische Landeskirche führt die "Trauung für alle" ein – künftig wird bei Eheschließungen nicht mehr nach sexueller Orientierung unterschieden. Auch beim Umgang mit queeren Menschen setzt die Synode neue Zeichen.


https://www.br.de/nachrichten/bayern/tr ... re,UhIt041

Re: Queer„sensiblere Kirche Bayerische Synode beschließt "Trauung für alle" | evangelisch.de

Verfasst: Do 3. Apr 2025, 21:00
von Claudia
Moin Valerie,

bei Deiner sehr weit gegriffenen Kritik kann ich Dir in einem Punkt zustimmen, in einem anderen aber nicht.
Val44721 hat geschrieben: Do 3. Apr 2025, 19:22 „Beibehaltung des Gewissensschutzes“ heißt einfach nur übersetzt, dass sie Diskriminierung von queeren Personen aus den eigenen Reihen offen respektieren und verteidigen.
Daa möchte ich Dir doch widersprechen. Möglicherweise unterscheiden sich da die Kirchen in Bayern und hier im echten Norden. Diesen "Gewissensschutz" gibt es hier auch, aber der ist nicht festgelegt auf eine bestimmte Personengruppe. Vor jede kirchlichen Hochzeit gibt es ein Vorgespräch zwischen Pastor*in und den Eheleuten. Und danach kann diese kirchliche Hochzeit eben abgelehnt werden, wenn dabei der Eindruck entstanden ist, sie solle nur aus familiärer oder gesellschaftlicher Anerkennung vollzogen werden. Unter noch schärfer formuliert, wenn eine Person oder gar beide garnicht überzeugt sind vom christlichen Glauben. Dann darf diese Handlung, die ja genau genommen nicht eine kirchliche sondern eine christliche Handlung ist, verweigert werden. Ob dabei auf eine andere Gemeinde oder auf andere Geistliche, die das trotzdem machen würden verwiesen wird ist nicht festgelegt. Und diesen "Gewissensschutz" sollte man auch den Geistlichen zubilligen, die eine Hochzeit eines queeren Paars ablehnen, weil sie ihn mit ihrem eigenen Glauben für unvereinbar halten.

Das ist somit keine pauschale Ablehnung, sondern eine sehr persönliche von der Person, die diese Handlung vollziehen soll.
Val44721 hat geschrieben: Do 3. Apr 2025, 19:22 Was sie als „Trauung für alle“ bezeichnen, war wenn ich mich richtig erinnere früher mal die Forderung nach einer Segnung für alle
Das ist das traurige an dieser Sache, dass diese Handlung aus christlicher Sicht durch diesen unbestimmten Begriff "Trauung" so herabgesetzt wird. Durch den gespendeten Segen während dieser Handlung erhält die Beziehung dieser zwei Menschen einen ganz anderen, bindenderen Charakter. Dieser Segen in dem Traugottesdienst ausgesprochen heißt dann, dass diese Gemeinschft von zwei Menschen durch Gott geschützt wird. Ich weiß, dass das für Nichtgläubige etwas schwer nachzuvollziehen ist. Das sage ich so als Christin und ehemalige kirchliche Mitarbeiterin.

Ich weiß, meine eigene Scheidung steht dazu im Widerspruch, aber das ist eine andere Geschichte.

LG Claudia