Seite 1 von 3
geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Mi 13. Jul 2011, 16:42
von lucaluca
also, worum gehts es euch?
geht es euch darum die kleidung zu tragen? vielleicht weil ihr sie schön findet, weil ihr findet, dass ihr gut darin ausseht, oder weil es sich gut anfühlt?
oder
geht es euch darum für eine gewisse zeit in die rolle der frau zu schlüpfen und die kleidung ist einfach das nötige und passende mittel dazu?
nehmen wir mal an crossdressing wäre gesellschaftlich akzeptiert. ihr könntet tragen was ihr wollt, make up, kleider, röcke, high heels und niemanden würde es kümmern. es wäre so, als würdet ihr mit t shirt und jeans rausgehen, da guckt euch ja auch keiner schräg angucken.
gehen wir also von diesem fall aus... wäre es euch dann wichtig als frau durchzugehen? würdet ihr extra eine perrücke anziehen, eure stimme verstellen, etc.?
oder würdet ihr einfach ein mann im kleid sein, oder ein mann im rock? oder auch das ganze paket, im kleid, mit schmuck und make up, aber mit dunkler stimme und geheimratsecken?
um den anfang zu machen... ich denke ich würde mich eher zu der ersten gruppe zählen. ich würde lieber das bild eines femininen mannes abgeben, als zeitweise das einer frau.
p.s. nicht das an der zweiten gruppe irgendwas falsch wäre!
beste grüße lucaluca
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Mi 13. Jul 2011, 16:59
von Nicoletta
Für mich ist inzwischen ganz klar, dass ich eine Frau bin. In der von Dir geschilderten Welt wäre es schwierig, die eigene Weiblichkeit auszudrücken, jedenfalls nicht durch Kleidung. Aber es gibt soviel mehr: Gestik, die Art zu sprechen, Intonation, Empathie, Bewegungsabläufe. Ich denke, es ist naturgegeben, dass es Unterschiede gibt, und ich würde mit Sicherheit auch in solch einer monotonen Welt Wege finden, meine gefühlte Femininität auszudrücken. Dabei wären künstliche Accessoires wie Perücken oder verstellte Stimmen sicher nicht das Richtige. Ich will ja nicht Theater spielen, sondern mich selber ausdrücken, wie ich eigentlich bin. Bin mal gespannt auf die weiteren Beiträge,
Nicoletta
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Mi 13. Jul 2011, 17:02
von Regina
Gute Frage lucaluca,
ich habe mich das auch schon gefragt.
Bin ich eigentlich ein Crossdresser?
Im Sinne von Joe wohl eher nicht. Für mich gehört definitiv ein gefüllter BH zum wohlfühlen dazu. Dann bin ich also eher ein Transvestit. Wobei ich mir auch keine große Mühe gebe meine Stimme zu verstellen. Wenn ich mich style möchte ich aber als Frau wahrgenommen werden.
Ich gehöre somit also in die 2. Gruppe.
Liebe Grüße,
Regina
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Mi 13. Jul 2011, 19:17
von bruna
Liebe Licaluca
es ist eine schwierige Frage, die Du da stellst! Nehmen wir einmal an, dass wir in der Zeit von Mao leben. Da gab es ja nur eine Kleidung. Für Frauen und Männer gleich. Und trotzdem war doch der geschlechtliche Unterschied sichtbar. Frauen hatten längere Haare, sie bewgten sich anders, und nicht zuletzt hatten sie zwei Hügelchen auf dem Brustkorb, die sie von den Männern unterschied. Und zudem konnten sie Kinder kriegen. Auch die emotionalen Gefühle der Frauen waren anders als die der Männer. In unserer westliche Welt ist Kleidung Ausdruck des jeweiligen Geschlechts. Auch hier kann ein Mann mit femininer Figur, weiblicher Frisur und weiblicher Kleidung als Frau durchgehen. Aber ist er Frau? Frau sein kann nur jemand, der auch als Frau geboren wurde, und auch als Frau erzogen wurde. Keine OP und keine Hormonbehandlung können die Jugendjahre eines Mädchens und auch nicht die chemischen Vorgänge im Körper ersetzen.
Und trotzdem bin ich überzeugt, dass irgend Etwas schief gelaufen sein muss. Denn ich will Frau sein, ich fühle mich als Frau und deshalb kleide ich mich als Frau, mit Allem was dazu gehört.
Auch wenn ich weiss, dass mein innigster Wunsch, Frau zu sein, niemals in Erfüllung gehen wird!
Liebe Grüsse
Bruna
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Mi 13. Jul 2011, 20:12
von Lina
Bei mir ist es ganz klar eine frage der Identität. Und trotz aller Thesen, man könne sich als Mann nie wirklich wie eine Frau fühlen weil man die Teeniezeit nicht als Mädchen erlebt hat, und was da alles noch gesagt wird - ich bringe es ganz einfach auf den Punkt: Es gibt Verhaltensweisen die geschlechtsrollenneutral sind und es gibt weche, die es nicht sind - und es gibt Reaktionen auf diese Verhaltensweisen.
Ein breites spketrum dieser Verhaltensweisen, bei denen ich mich wohl fühle, liegen zur weiblichen Seite. Um angenehme Reaktionen auf diese Verhaltensweisen zu bekommen, muss ich das auch optisch kommunizieren, so gut wie ich kann, dass ich weiblich bin. So einfach ist es. Körpersprache ist auch eine Sprache.
Aber zum Glück macht das ganze Styling auch Spaß - sonst wäre es ja lästig.
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Mi 13. Jul 2011, 20:32
von lucaluca
nun gut in der zeit von mao gab es dann wohl nur crossdresser, die ihre oberweite ausstopften und die mimik, gestig, etc. der frauen nachahmten. denn ein bedürfniss nach weiblicher kleidung konnte es ja nicht geben

also bleibt ja nur das bedürfniss, sich für eine gewisse zeit als frau wahrzunehmen und wahrgenommen zu werden.
ich bin ja doch erstaunt, dass es bei vielen von euch in richtung identität geht. ich bin mal auf weitere antworten gespannt.
achja und das mit der mimik und gestig ist in meinen augen auch so eine sache... ich selbst wurde oft auf meine körpersprache und mimik angesprochen, weil sie wohl sehr feminin wirkt. trotz alledem ist dies kein versuch von mir wie eine frau zu wirken, sondern so bin ich eben

alles in allem wurde ich in meinem alltag schon oft für eine frau gehalten. an der toilettendame komme ich nie vorbei, ohne ein "falsche tür junge dame"
und das obwohl ich mich nicht schminke, oder kleider, röcke trage. ich beschränke mich noch immer in meiner art mich auszudrücken. ich würde gerne weiter gehen, doch immer als mann.
obwohl ich auch gerne mal den kompletten wandel vollziehe. aber ich denke, dass ich in diesen momenten kompensiere. wäre ich in der lage mich jeden tag so auszudrücken, wie ich möchte, wäre ich zufriedener, als mit der lösung der kompletten verwandlung von zeit zu zeit.
worauf ich eigentlich hinauswollte ist... bei mir geht es auch in die feminine richtung. ich will kein 115 kilo muskelpaket mit vollbart sein, dass ein kleid trägt. gerne kann man mich auch verwechseln. doch ich tue es, weil ich es bin 24/7. es ist also kein kurzfristiger rollentausch.
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Mi 13. Jul 2011, 21:24
von Nicoletta
Das Weiblichste an mir ist wahrscheinlich meine Stimme. Es ist mir zigmal passiert, dass ein Anrufer, wenn ich an den Apparat kam, dezidiert darum bat, ich möge HERRN T. an den Apparat holen, und immer irritiert war, wenn ich sagte, dass ich es sei. Dazu kommen meine breiten Hüften, die in der Schulzeit Anlass für Spott waren ("gebärfreudiges Becken"). So etwas gibt auch Selbstsicherheit. Weiblichkeit drückt sich nicht nur in Kleidung aus. Mein Frau hat mich schon ermahnt, nicht mit dem Hintern zu wackeln beim Gehen. So schlimm ist es nicht, vor allem war es nicht gewollt. Der ebenfalls nicht bewusst abgespreizte Finger beim Trinken aus dem Weinglas fiel ihr erst nachträglich, nach meinem Outing, bewusst auf. Ich denke, wer sich als Frau fühlt, wird immer -- auch in Maos China -- es einfach ausdrücken müssen, und die Signale werden ankommen. Kleidung ist nur ein Teilaspekt.
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Do 14. Jul 2011, 08:04
von conny
ich bin gerne "teilzeitfrau", was über das reine tragen von damenkleidung hinausgeht. d.h., auch wenn crossdressing gesellschaftlich akzeptiert wäre, würde für mich die perücke und das schminken dazu gehören. wenn auch nicht immer, dabei unterstellt, dass nur crossdressing akzeptiert wäre (was ja auch für das berufsleben gelten würde) und nicht der rollentausch.
lg
conny
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Do 14. Jul 2011, 09:38
von The-Dress0
Mir macht es Freude schöne Kleidung zu tragen. Meine Auswahl geht ja sehr in Richtung "Festmoden" weil gute 70% Abend- Cocktail- und Brautkleider sind. Von daher schließt sich das "auf die Straße gehen" schon mal kategorisch aus. Es kann schon vorkommen, dass ich mich einen kompletten Tag indoor in Frauenkleidung bewege, aber ich möchte niemals eine Frau sein. Ich liebe Frauen und möchte es nicht vermissen, als Mann eine Frau zu begehren und mich ihr hinzugeben.
Vielleicht liegt es auch teilweise daran, dass ich sehr gerne kombiniere und Outfits ausprobiere. Dann wäre es bei mir wohl eher eine Art Spiel. Das Interessante ist, dass ich eine (echte) Frau in Abendmode viel schöner finde, als wenn ich so ein Stück trage. Wann immer ich eine Frau im Abendkleid sehe (zur Abiballzeit wird man von solchen Anblicken ja durchaus beschenkt) muss ich langsam machen oder anhalten und hinsehen.
Wenn es also so ist, dass mich in erster Linie die Schönheit von Frauenkleidung fasziniert, bin ich definitiv Crossdresser als Hobby und Freizeitgestaltung. Ich weiß, dass ich damit wohl eine Randgruppe innerhalb einer Randgruppe bin. Ich wage die Behauptung, dass ich an geschätzten tausend Tagen insgesamt nun öfters Abendkleider getragen habe als eine Frau es jemals in ihrem Leben tun wird.
Jetzt gerade trage ich z.B. ein nettes hellblaues (sehrjugendliches) Cocktailkleid mit Bolero, dazu eine feine hautfarbene Strumpfhose und silberne Abendschuhe. Als Frau fühle ich mich deswegen trotzdem nicht, nur als wunderschön angezogener Mann.

Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Do 14. Jul 2011, 10:01
von Gina
Hallo Mädel's ,
für mich gilt das gleiche wie für Carolin ...wenn Frau , dann komplett und möglichst Perfekt , das heißt ... Perfekt geschminkt , kann auch etwas übertrieben sein , so im Drag Queen look ...falsche Wimpern und abgedeckte Augenbraue gehören da auch dazu ...Haare sehr weiblich gestylt , entweder mit Haarteilen ins eigene Haar eingearbeitet oder Perücke ( front-lace) , am liebsten hochgesteckt ...Kleidung am liebsten Faltenrock mit fsh-schwarzer naht und High-Heels ...oben eine Bodybluse und ganz wichtig auffälliger Schmuck ...Ohringe und Collier aus Strass oder Perlen ...Es soll halt sehr feminin aussehen .
Liebe Grüße
Gina
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Fr 15. Jul 2011, 11:57
von Cybill
DAS würde ich auch gerne wissen!
Vielleicht hift der gendenti dazu:
http://www.crossdresser-forum.de/genden ... Intro.html
Bis August! Ich laube jetzt ur!
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Fr 15. Jul 2011, 19:03
von Joe95
wie so oft liegt die wahrheit wohl dazwischen...
ich sage es ist der ausdruck meiner ureigensten weiblichkeit.
dabei kommt es mir absolut nicht darauf an irgendwie zu wirken. wie ich aussehe kann ich selbst ja meistens garnicht sehen.
mir selbst ist das gefühl auf der haut wichtig.
meine wohlfühlkleidung eben...
komplett en femme wäre mir viel zu viel aufwand für ein unsicheres ergebnis.
wäsche, die sich angenehm anfühlt, ein rock, der die beine umschmeichelt, ein deo, das angenehm riecht...
das sind dinge, dieich spüre und mit denen ich mich wohlfühle.
dadurch erlebt mich mein umfeld als "mann im rock". is doch ok, oder?
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Fr 15. Jul 2011, 19:19
von ecki
Hallo,
mir geht es einfach um die Mode. Es macht mir spass,einfach das anzuziehen was mir gefällt. Zwar fühle ich mich schon ein wenig,als wäre ich ein anderer Mensch,wenn ich Rock und Stiefel oder so trage. Aber Frau sein möchte ich nicht. Ich trage auch keine Dessous,keine Perücke und Make Up. Bin immer als Mann erkennbar.
LG Ecki
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: Sa 23. Jul 2011, 13:58
von TV_Isabelle
Finde die Frage sehr interessant. Sie regt zumindest dazu an, mal ein wenig über den eigenen Status nachzudenken.
Also für mich ist das Frausein einfach ein Stück Lebensqualität, mit einem gewissen Wohlfühlfaktor, ..., so ein wenig Wellness für die Seele.
Ich habe nie den Drang verspürt, ein anderes Geschlecht zu haben, fühle mich aber als Frau dennoch sehr wohl.
Wäre die Wahl der Kleidung in unserer Gesellschaft absolut frei und ohne Tabus, würde ich wohl überweigend en Femme durch die Welt
laufen, mit Perücke, Schminke, Nagellack und den entsprechenden Schuhen. Wobei ich noch erwähnen möchte, und das ist für mich persönlich
ein ganz entscheidender Punkt, dass ich von meiner sexuellen Orientierung her rein Hetero bin.
GLG Isabelle
Re: geht es um kleidung oder darum eine frau zu sein?
Verfasst: So 24. Jul 2011, 14:07
von Salmacis
Bei mir gehts rein um die Klamotten und das Styling. Weibliche Identität ist für mich null von Bedeutung.