SylviaM hat geschrieben: Mi 10. Apr 2024, 12:19
Was hat denn jetzt die strukturelle Benachteiligung von Mädchen und Frauen in dem Kontext für eine Bedeutung?
Es geht um die Benachteiligung von Mädchen und Frauen bzw eher um die Bevorzugung von Jungs und Männern bei der Förderung im Sport.
Zum Beispiel werden Jungs von ihren Familien her eher auf Kraft/Ausdauer-Sport hin gefördert. Auch im Schulsport. "Mädchensport" sieht anders aus als "Jungssport". Anders gesagt: Es werden schon tendenziell mehr Jungs als Mädchen in Richtung (Schwimm)sport gehen und dann auch noch eher familär im Hinblick auf Leistungsport unterstützt.
Verbände und Vereine fördern eher Jungs/Männer mit Trainingszeit, Räumen, Lehrpersonen, individueller Unterstützung und letztlich mit Geld (für diese Dinge). Krassestes Beispiel: Fussball. Es gibt quasi überall EInstiegs- und Aufsteigsmöglichkeiten für Jungs ab 5 oder so, aber mögliche Spitzenfussballer
innen haben häufig nicht mal eine Gruppe in den Vereinen in der Nähe plus keine Aufmerksamkeit, keine Entdeckung und keine Förderung.
In den USA ist das besonders intensiv, weil Wettbewerbe von Jungs/Männern medial sehr im Fokus sind und die Colleges für Spitzenleistungen Sponsor*innen, Spenden und gut betuchte Förder*innen bekommen. Diese Rankings, die ich zitiert habe, sind nationale Hochschulsport-Ranglisten, die in landesweiten Medien berichtet werden. Bei uns werden die höchstens in Sportzeitschriften hinten irgendwo berichtet. Aber auch bei uns geht es um (Werbe)geld und das fliesst nur für populäre Sportarten.
Heisst: Wer als Junge aufwächst, hat eine bessere Ausgangsposition und bekommt mehr Unterstützung, weil ein passender Verein in der Nähe ist, gute Lehrpersonen, Ausstattung, Zeiten und Räume, etc und hat deshalb bessere Chancen, sich zu entwickeln, als als Mädchen.
Das zeigt die kanadische Studie auf.