"Im falschen Körper", ja irgendwas passte von Beginn an nicht. Da man mir als kleines Kind erklärt hat, das das Teil da zwischen meinen Beinen aussagt, das ich kein Mädchen sein kann, wollte ich das Übel beseitigen. Geht leider nicht, da man dann verblutet, so sagte man mir.
Ziemlich blöde Situation, wenn man keine Lösung hat für ein Problem, das einem stark auf der Seele liegt.
Das das blöde Teil darauf hin bis ins Erwachsenealter nicht gewachsen ist, war nur eine kleine Erleichterung. Das mein Körper bis dahin eine A Linien Form und weibliche Brüste entwickelte war zwar auch bereichernd, hat aber auch riesige Probleme mitgebracht. Irgendwo dazwischen, zwar von Mädchen oft akzeptiert und deswegen auch eine weibliche Sozialisierung, aber trotzdem war ich in der Schublade Junge.
Ein Traum begleitete mich mein ganzes Leben:
Abends einschlafen, mich von meinem Körper lösen und jemand finden, der/die mit mir tauschen würde. Einen weiblichen Körper gegen meinen. Auch deswegen habe ich meinen Körper gepflegt und in Top Form gehalten solange es ging.
Am Ende wurde ich schwer krank, der Traum musste ruhen.
Solange bis ich erste Ansätze gefunden hatte um zu Gesunden.
Mein System hat mich dabei mit dem stärksten unterstützt was wohl möglich ist. Ich entwickelte einen Gehirntumor, geriet in Scheinschwangerschaft, konnte wieder laufen und beschloss an meiner wiedergefundenen Weiblichkeit festzuhalten. Während meiner Transistion fand ich auch diesen Menschen den ich in meinen Träumen immer gesucht hatte.
Er hatte davon geträumt das Geschlecht zu tauschen, ich den Körper. Aber eigendlich meinten wir beide das gleiche.
Nun ist beides so nicht machbar, aber wir gehen unseren Weg.
Ich denke oft an unseren Tausch, denn von Schminkzeug über Klamotten habe ich vieles von ihm, aus Zeiten als Er noch als Sie lebte.
Ich gesunde weiterhin, auch wenn nach 20 Jahren Krankheit vieles dagegen gesprochen hat.
Ich lebe meinen Traum,
Tira
P.S: Neben Scheinschwangerschaft hab ich auch einen weiblichen Zyklus, auch meßbar an den Progesteronwerten und teile damit das Problem von weiblichen ME/CFS Erkrankten die vor/während ihrer Tage besonders empfindlich für Überanstrengungen sind. Das Wissen hilft mir mich besser zu schützen.
Aber all das macht mich nicht zur Frau, das mußte ich erst im Kopf wieder finden und zulassen.
