Gefühl ist Gefühl, das lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Aber vielleicht in Beziehung setzen, weil das Gefühl ja meist nicht aus eigenen persönlichen Erfahrungen stammt, sondern aus zweiter bis n-ter Hand oder durch die Art der Nachrichtenkanäle. Die offiziellen Zahlen und Einschätzungen sagen: Westsachsen ist so sicher wie nie zuvor - sagen Polizei und die Zusammenfassungen der Presse.
"Die Kriminalitätsbelastung ging im Landkreis Zwickau und Vogtlandkreis im Jahr 2022 zurück — und das, obwohl die Zahl der Straftaten sachsenweit im gleichen Zeitraum angestiegen ist. Gemessen an der Polizeilichen Kriminalstatistik gehören die beiden Landkreise weiterhin zu den Regionen mit den niedrigsten Kriminalitätsraten in Sachsen[1]", sagte Polizeipräsident Dirk Lichtenberger, Leiter der Polizeidirektion Zwickau.
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Im Jahr 2022 registrierte die Polizeidirektion Zwickau 811 Fälle von Gewaltkriminalität mit einer gestiegenen Aufklärungsquote von 85,4 Prozent.
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Im Vergleich zu den Jahren 2016 bis 2019 war die Gewaltkriminalität 2022 rückläufig", sagte Polizeipräsident Lichtenberger.
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Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser sank im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 17,8 Prozent auf 203 Fälle, davon blieb es in 86 Fällen beim Versuch.
(
"Spitzenstadt")
Der MDR stellt die Zahlen
etwas anders dar (nämlich nur 2019), aber auch da kein Anlass zur Beunruhigung gegenüber vor 2020.
In Beziehung gesetzt ist die Häufigkeitsquote, Straftaten insgesamt pro 100.000 Leute, in Plauen mit 4500 so gering, dass in der Liste aller Großstädte (>100.000 EW) (
XLSX) nur Fürth mit 3982 besser ist. Alle anderen Städte haben eine höhere Kriminalitätshäufigkeit. Kleinstadt eben. Schon Erlangen (gleich neben Fürth) liegt mit 5189 über Plauen. Und die 4500 sind hochgerechnet, denn Plauen hat nur 65.000 EW.
Übrigens sind die Tatverdächtigen in deinem Landkreis zu 81% Deutsche, entgegen deiner Wahrnehmung aus den Medien. (Diese Wahrnehmung kommt häufig daher, dass Deutsche Tatverdächtige idR nicht als solche benannt werden _und_ tatsächlich Straftaten mit deutschen Tatverdächtigen weniger in Medien werden)
Soweit die reinen Zahlen. Die helfen natürlich nicht, wenn eins zu einer besonders gefährdeten Gruppe gehört und die Gefährdenden sich im direkten Umfeld mehr trauen. Ist das bei dir der Fall? Woraus speist sich dein Gefühl der Bedrohung?
Die mulmigsten Gefühle habe ich, wenn ich alleine unterwegs bin, keine potenzielle Helfys in der Nähe und dann männlichen Jugendlichen (15 bis Ende 20) begegne. Einerseits ist das die gefährlichste Gruppe, auch laut Berichten, andererseits kann ich die einfach nicht einschätzen und wäre im Zweifel ziemlich sicher einfach Opfer.
Das sind auch Folgen der Transition. Egal ob ich
passe oder sie in mir eine queere Person sehen. Bei den ersten Malen war mir dieses Bedrohungsgefühl neu und die Erkenntnis etwas schockierend, dass ich damit in der Realität der Hälfte der Bevölkerung angekommen bin... Dinge, um die sich eine cis männlich gedeutete Person mit 1m88 normalerweise kaum Gedanken machen muss. Hallo, Privilegiencheck.
Tatsächlich ist mir aber in den fast 20 Jahren, die ich mindestens crossgedresst rumlaufe nicht viel passiert. Eine -hm- körperliche Attacke (Gruppe Teens wirft Kieselsteine), drei mal Äusserungen. Und nichts davon Freitags nachts um halb zwei alleine in den belebten Seitenstrassen der Hamburger Reeperbahn, wo ich mich am unwohlsten gefühlt habe.
Also ja, das Gefühl ist da und verdient Beachtung. Aber vielleicht eher so, dass es nicht den Stellenwert haben sollte, das eigene Leben zu beschränken.
Alle Exceltabellen aus der
PKS 2022
[1] Sachsen insgesamt liegt im Landesvergleich der Häufigkeitsquote auf dem viertletzten Platz (
XLSX). Nur BY, BW und HE sind statistisch "sicherer".