der Artikel hatte mich schockiert und ich hatte mich entrüstet an die evangelische Landeskirche gewandt. Den auch sie müssen dafür sensibilisiert werden. Anbei die Antwort von Claudia Baumann (ev. Landeskirche).
Liebe Grüße, Sandra
Sehr geehrte*r S"¦,
vielen Dank für Ihre Anfrage! Sie wurde an mich weitergeleitet.
Ich leite als landeskirchliche Beauftragte die Stabsstelle "Gleichstellung und Diversity".
Um es vorwegzunehmen: Der aufgeführte Blog-Beitrag entsetzt mich und andere sehr. Es ist äußerst bedauerlich, dass unter evangelisch.de eine solche, sich in vielen Äußerungen und Bewertungen einer gewaltvollen und entwürdigenden Sprache bedienende Meinungsäußerung erscheinen darf.
Leider ist er Ausdruck der aktuell heftig und emotional geführten Debatte um das geplante Selbstbestimmungsgesetz, die an vielen Stellen Grenzen überschreitet, hetzt und diffamiert.
Wir haben als badische Landeskirche in diesem Jahr und aufgrund dieser Debatte beschlossen, durch Veranstaltungen, etwa für unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, darauf hinzuwirken, dass hier sachlich, wissenschaftlich korrekt und theologisch verantwortet aufgeklärt und sensibilisiert wird.
Aus diesem Grund veranstalten wir am morgigen Tag beispielsweise folgenden Fachtag:
https://www.ekiba.de/infothek/arbeitsfe ... n-termine/.
Des Weiteren bereiten wir gemeinsam mit anderen EKD-Gliedkirchen eine ganze Reihe zu diesem Thema im Herbst vor. Es sind drei digitale Veranstaltungen vorgesehen, die ebenfalls informieren und vor allem auch transidente, nicht-binäre, intersexuelle Menschen ganz persönlich zu Wort kommen lassen. Auch hohe kirchenleitende Personen werden hier Stellung beziehen.
Unsere Bischöfin Heike Springhart wird darüber hinaus an einer Veranstaltung des Deutschen Evangelischen Kirchentags teilnehmen und hier die berechtigten Anliegen transidenter, nicht-binärer und intersexueller Menschen würdigen und vertreten:
Zentrum Geschlechterwelten und Regenbogen | Podium
"Trans*Hype!" - echt jetzt? Zur Kontroverse um geschlechtliche Selbstbestimmung
https://www.kirchentag.de/programm/pgd/ ... /V.RGB-004
Unsere Abteilung Frauen, Männer, Geschlechterdialog hat sich offiziell auch der Stellungnahme der Evangelischen Frauen in Baden angeschlossen, die ich Ihnen angehängt habe.
Im Sinne dieser Stellungnahme versuchen wir aktuell mit Menschen ins Gespräch zu kommen und die Sorgen und Befürchtungen, die sich mit dem geplanten Selbstbestimmungsgesetz verbinden, zu nehmen. Wir bedauern sehr, dass dieses Thema rechtspopulistisch instrumentalisiert wird und stehen ebenso im Kontakt mit manchen theologischen Feministinnen, die Geschlecht nur binär denken können und wollen.
Wir sind also aktuell vielfältig mit dem Thema unterwegs, direkt im Gespräch mit Menschen und immer wieder dabei, theologisch begründet klar Stellung zu beziehen. Wir sind Kirche als Gemeinschaft von Menschen unterschiedlicher sexueller und geschlechtlicher Identität. Alle sind Ihrer Gottebenbildlichkeit und Würde gemäß zu behandeln!
Für Rückfragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Baumann
Landeskirchliche Beauftragte für Gleichstellung und Diversity
Pfarrerin - Referat 2
Evangelischer Oberkirchenrat
Blumenstraße 1-7
76133 Karlsruhe