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Kanadische Meta„Studie: Die Probleme von Frauen im Spitzensport sind andere

Verfasst: Do 26. Jan 2023, 11:04
von Jaddy
Über einen Artikel im Cycling Weekly aus meiner Mastodon-Timeline bin ich drauf gestossen.

Dies ist der Bericht: https://www.cces.ca/sites/default/files ... -final.pdf (PDF)
Die CCES ist de Canadian Centre for Ethics in Sport.

Caveat: Es geht um Spitzen-Sport, nicht um Breitensport für Normalbürgys.

Deren Fazit: Die biomedizinischen Studien der letzten 10 Jahre (2011-2021) sind widersprüchlich und inkohärent. "severely limited, and often methodologically flawed.". Zum Beispiel wenn sie trans Spitzensportlerinnen mit cis Männern oder unsportlichen trans Personen vergleichen.

Unzureichende Daten für die Auswirkung von Testo-Unterdrückung auf die sportliche Leistung, " limited evidence regarding the impact of testosterone suppression on transgender women athletes"™ performance".

Aber auch: Die bisherigen Erkenntnisse lassen keine klaren biologischen Vorteile erkennen für trans Personen mit Testo-Unterdrückung gegenüber cis Frauen im Spitzensport(!).

Die interessante zweite Blickrichtung sind die soziokulturellen Faktoren, die bei sportpolitischen Regelbildungen unterbewertet werden. D.h. die allgemeine Benachteiligung von Frauen im Sport, insbesondere im Spitzensport in Form von Förderung (Geld!), Teilhabe an Führungspositionen, ungleicher Zugang zu Sportstätten, usw.

Sie haben da eine interessante Grafik, was bei Angleichung der Förderung und Zugang zu Möglichkeiten passiert:
Bildschirm-­foto 2023-01-26 um 10.47.06.png
(Wobei Marathon, ebenso wie Langstrecken-Radrennen, insofern besonders sind, dass es auf Langzeitkondition ankommt, die östrogen-pubertierte Menschen mindestens gleichwertig zu testosteron-pubertierten trainieren können, im Gegensatz zu Kurzzeit-Kraft, etc.)

Der Artikel oben zitiert auch den Satz "Athletes should be looked at holistically, that they are a sum of all their advantages and disadvantages which result in performance". Michael Phelbs hätte also auch ohne die Testosteron-Pubertät Vorteile durch genetisch besseres Arm/Beinlängen-Verhältnis und vor allem durch seine genetisch bedingte geringere Laktatbildung. Als Mädchen wäre Phelbs aber trotzdem womöglich nie in den Spitzensport gekommen, weil die Sportförderung (zwecks Geld mit Atlethy-Vermarktung) sich auf Jungs/Männer konzentriert.

Es wäre mal eine ganz neue und entlarvende Argumentation, dass trans Frauen einen unfairen Vorteil dadurch hätten, dass sie wegen ihrer früheren Einordnung als Junge besser gefördert worden sind ;)

P.S. Komentare hierzu sind nur in Bezug auf konkrete Punkte in Report oder Artikel sinnvoll. Berichte wie dieser widerlegen ja gerade die "bauchgefühlte Wahrheit", die in der trans (Frauen) Sport Diskussion immer wieder reproduziert wird.

Re: Kanadische Meta„Studie: Die Probleme von Frauen im Spitzensport sind andere

Verfasst: Do 26. Jan 2023, 21:09
von Michi
Trifft alles zu ... hier auch gut dargelegt:
MichiWell hat geschrieben: Di 10. Jan 2023, 21:39 Im folgenden Video wird sehr sachlich und, wie ich denke auch verständlich dargelegt, warum die Debatte ziemlich unsinnig ist:

Doch ganz gleich, wie oft der Irrtum widerlegt wird:

Das Bauchgefühl der Trans-Gegner ist immer stärker.