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Was wäre wenn?...
Verfasst: Sa 1. Okt 2022, 12:55
von Tina
Würden wir (ich) die Weiblichkeit auch dann noch ausleben, wenn die äusseren Attribute stärker "unisex" geprägt wären"¦?
Wenn der Rock, Kleid, Unterwäsche, nicht feminin sondern "nur Kleidung" wären, wie z. B. Hose, T-Shirts od, Unterwäsche, einfach nur Unterwäsche?
Wenn Schminken dem Karneval oder wann immer er/sie möchte, vorbehalten wäre und nicht eine Form ist, die Weiblichkeit stärker zu unterstrichen..
Wenn (meine) das Tragen von Kleidung nicht getrennt wird, was kann ich zuhause anziehen und was kann ich tragen, wenn ich ausser Haus will"¦ und sei es nur den Müll rausbringen("¦.)evtl. umziehen muss"¦
Nicht überlegen, wenn könnte ich wo treffen, wenn ich Rock oder Kleid anziehe"¦
Außer Haus Spaziergänge, nicht auf die Abendstunden verlegen müsste, und möglichst nicht in unmittelbare Nähe meiner festen Wohnstätte liegen sollten.
Meine Fotos nicht mit einem "Avatar" oder überhaupt nicht veröffentliche"¦
Wen ich in der Stadt, Dorf oder wo immer ich wohne, nichts verheimliche"¦.
Liebe Grüße
Tina
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: Sa 1. Okt 2022, 13:58
von Fen
Hi Tina,
Zwecks Verheimlichen kann ich beschreiben, wie es bei uns ist. Ich bin ja die Freundin eines Crossdressers. Ich spreche sie mit "sie" an. Jedenfalls verheimlicht sie mir nichts und sie kann von meiner Seite aus jede Klamotten / Makeup / Perücke / Reizewäsche tragen, die sie möchte. Auch draußen.
Bei ihr ist das Fetisch getrieben. Als wir uns kennen lernten ließ sie es voll krachen mit den Damenklamotten. Wir kauften ein was das Zeug hielt, gingen mit der neu erschaffenen Kunstfigur "Caro" raus, und probierten vieles aus. Aber nach dieser Hochphase hat sich viel verändert. Erst kam Corona, zwei neue Jobs, Der Krieg, ich zog bei ihr ein. Jedenfalls trägt sie daheim mittlerweile ständig Herrenklamotten, obwohl sie wirklich jede Freiheit hat.
Aufgetakelt als Caro nur für besondere Gelegenheiten. Siehe unten auf einer Party. Da siegt eben häufig die Faulheit.
Liebe Grüße
Fen
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: Sa 1. Okt 2022, 16:38
von Olivia
Hallo Tina,
für mich lautet die Antwort unbedingt "JA"!
Es wäre schön, wenn Kleidungsstücke nicht einem bestimmten Geschlecht zugeordnet wären (faktisch sind Rock/Kleid/FSH/Pumps/... weiblich konnotiert) sondern völlig selbstverständlich und auch allgemein so akzeptiert von allen Menschen ohne Einschränkungen und jederzeit im Alltag getragen werden könnten.
Gruß
Olivia
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: Sa 1. Okt 2022, 19:32
von Tanja Stöckel
Auch wenn die Kleidungsstücke für alle gleich wären und nichts besonderes daran wäre Männer in Röcken zu sehen, auch dann würde ich versuchen, mich eindeutig weiblich zu kleiden und zu verhalten, weil ich es nicht der Kleidung wegen tue (nicht nur), sondern für das Gefühl als Frau wahrgenommen zu werden, also so wie ich mich fühle und bin, nahe zu kommen. Wenn die Fee käme, würde ich ohne Frage eine Frau sein wollen - aber die kommt nicht, da bin ich mir relativ sicher.
Alles Liebe, Tanja

Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: Sa 1. Okt 2022, 22:48
von Blossom
Fragen im Konjunktiv stellen sich nicht wirklich, denke ich ... Die kannst du dir nur allein beantworten, wobei ich mich frage: Warum nur rausgehen in den Abendstunden.
Kleidung ist halt nicht einfach "nur" Kleidung - Sie war es auch nie. Sie war/ist Ausdruck gesellschaftlichen Standes, etc. etc ...
Also kleide ich mich entsprechend dem Geschlecht, dem ich mich zugehörig fühle, bringe meine persönliche Note ein und oft auch gesellschaftlichen Stand, wenn es klassisch und "edel" wird. Ich bin eine Frau und möchte auch als eine solche wahrgenommen werden. Würden wir in Uni-Sex-Klamotten zu einem Einheitsbrei verkommen? Ganz sicher nichts, was ich gern wollte.
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: So 2. Okt 2022, 07:54
von Valerie Bellegarde
Du fragst, was wäre wenn... und nimmst mal an, es gäbe nur noch Unisex-Klamotten. Für mich beantwortet sich das ganz klar so: Dann wäre jeglicher Reiz weg, und ich würde sicherlich nicht mehr crossdressen.
Unterschiedliche Kleidung ist für den Einzelnen immer ein Mittel gewesen, Individualität zu zeigen und auch seine Einstellung zum Leben, also zu zeigen, wie "man sich fühlt". Und natürlich zeigt man so auch die gesellschaftliche Stellung. Insofern stimme ich Blossom 100% zu.
Die Kleidung zu vereinheitlichen, ist auch für Politiker und Herrscher immer ein Mittel gewesen, um die Menschen gleichzumachen und gleichzuschalten, denk mal an die "blauen Ameisen" bei Mao Tse Tung.
Valerie
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: So 2. Okt 2022, 08:36
von Martina-NB
Tina:
Deine Frage ist für mich ein wenig "typisch" Crossdresser....
Kleidung hat für mich erstmal nichts damit zu tun, die "Weiblichkeit" auszuleben. Ich ziehe das an, was mir gefällt, das habe ich schon seit Jahrzehnten gemacht, noch bevor ich überhaupt irgendetwas über Trans* usw. wusste. - Und das ist halt im Wesentlichen Kleidung aus dem Damen-Abteilung. (Jetzt nicht unbedingt Röcke oder Kleider, aber egal.)
Blossom hat geschrieben: Sa 1. Okt 2022, 22:48
Würden wir in Uni-Sex-Klamotten zu einem Einheitsbrei verkommen?
Warum sollten wir? Das ganze Spektrum an Kleidung wäre doch nach wie vor vorhanden. Nur könnte dann jede/r anziehen, was sie/er mag, ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Zwänge. - Wäre eigentlich eine Situation, die ich mir (und bestimmt viele andere) mir so wünschen würde.
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: So 2. Okt 2022, 10:06
von Marlene
Dann wäre ich auch ungezwungener mir jedes Mal überlegen zu müssen mit wem ich zusammentreffe und wie der/diejenige reagieren wird wenn ich das anziehe wonach mir gerade ist.
Das Ganze würde es doch erheblich vereinfachen. Hat für mich mit "Einheitsbrei" nichts zu tun, sondern mit Lebensqualität.
V.G. Marlene
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: So 2. Okt 2022, 11:39
von Marit
Hallo Tina,
ich bin nicht sicher, ob ich deine Fragen richtig verstehe, versuche aber trotzdem mal, aus meiner Sicht zu antworten.
Tina hat geschrieben: Sa 1. Okt 2022, 12:55
Würden wir (ich) die Weiblichkeit auch dann noch ausleben, wenn die äusseren Attribute stärker "unisex" geprägt wären"¦?
Wenn der Rock, Kleid, Unterwäsche, nicht feminin sondern "nur Kleidung" wären, wie z. B. Hose, T-Shirts od, Unterwäsche, einfach nur Unterwäsche?
Dann wäre es für alle die einfacher, die sich gerne die Kleidung auswählen möchten, die ihnen am besten gefällt oder die sie am bequemsten finden.
Schwierig wäre es dann für Trans-Personen, ihre Geschlechtsidentität über Kleidung darzustellen, wenn schon der Körper diesbezüglich 'falsch' gelesen wird.
Diese Frage stellst du ja vor unserem gesellschaftlichen Hintergrund: binäres Geschlechtersystem - zugewiesene Kleidung - Diskriminierung von Personen, die diese Regeln missachten.
Für mich läuft es darauf hinaus: Was wäre, wenn wir die Diskriminierung von Personen aus jeglichen Gründen abschaffen würden?
Tina hat geschrieben: Sa 1. Okt 2022, 12:55
Wenn Schminken dem Karneval oder wann immer er/sie möchte, vorbehalten wäre und nicht eine Form ist, die Weiblichkeit stärker zu unterstrichen..
Wenn (meine) das Tragen von Kleidung nicht getrennt wird, was kann ich zuhause anziehen und was kann ich tragen, wenn ich ausser Haus will"¦ und sei es nur den Müll rausbringen("¦.)evtl. umziehen muss"¦
Nicht überlegen, wenn könnte ich wo treffen, wenn ich Rock oder Kleid anziehe"¦
Außer Haus Spaziergänge, nicht auf die Abendstunden verlegen müsste, und möglichst nicht in unmittelbare Nähe meiner festen Wohnstätte liegen sollten.
Meine Fotos nicht mit einem "Avatar" oder überhaupt nicht veröffentliche"¦
Wen ich in der Stadt, Dorf oder wo immer ich wohne, nichts verheimliche"¦.
Das würde heißen, wir hätten keine Diskriminierung aufgrund der äußeren Erscheinung mehr. Super Sache, weiß nur nicht, wie man das aus den Köpfen der Menschen rausbekommen soll.
Übrigens würde ich trotzdem einen Unterschied zwischen Haus- und Straßenkleidung machen, weil ich mich auch im Jogginganzug (außer zum Sport) draussen nicht wohlfühlen würde.
Liebe Grüße von Marit
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: So 2. Okt 2022, 11:40
von Michi
Tina hat geschrieben: Sa 1. Okt 2022, 12:55
Würden wir (ich) die Weiblichkeit auch dann noch ausleben, wenn die äusseren Attribute stärker "unisex" geprägt wären"¦?
Wenn der Rock, Kleid, Unterwäsche, nicht feminin sondern "nur Kleidung" wären, wie z. B. Hose, T-Shirts od, Unterwäsche, einfach nur Unterwäsche?
Wenn Schminken dem Karneval oder wann immer er/sie möchte, vorbehalten wäre und nicht eine Form ist, die Weiblichkeit stärker zu unterstrichen..
Hallo Tina,
die ganz einfache Antwort darauf ist: Wenn es diese Unterschiede/Unterscheidungen nicht gäbe, dann gäbe es auch kein Crossdressing und du hättest (genau wie alle anderen auch) keine derartigen Möglichkeiten, dich auf diese Weise gegengeschlechtlich auszudrücken.
Die Frage stellt sich also vielmehr, auf welche anderen Möglichkeiten wir dann zurück greifen würden, um unsere geschlechtliche Identität zum Ausdruck zu bringen, und ob, und in welcher Weise wir davon Gebrauch machen würden.
Liebe Grüße
Michi
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: So 2. Okt 2022, 12:38
von Malvine
Auch von mir noch ein paar Gedanken zu dem Thema...
Wenn wir uns bei der Kleidung nicht mehr unterscheiden, was bleibt dann noch übrig? Der Körper mit seinen individuellen Ausprägungen...
Das würde dann wahrscheinlich zu einer deutlichen Zunahme von Schönheits-OPs führen.
Und wenn man das ganze dann weiter spinnt, bleibt wohl nur noch das Tragen von genormten Gesichtsmasken übrig...
Klingt alles nach einem guten Stoff zur literarischen Aufarbeitung ähnlich Goerge Orwells 1984.
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: So 2. Okt 2022, 12:42
von Susi T
Ach würden wir dann unsere Weiblichkeit nicht mehr zum Ausdruck bringen können? Ich weiß nicht, Cis Mädels machen das doch ganz natürlich heutzutage. Im Alltag immer mehr Unisex, aber dann wenn sie Lust haben, holen die die Maximale Packung raus, werfen sich in tolle Klamotten, tragen Heels, verbringen Stunden vor dem Spiegel, nur für dieses eine Date. Was würde uns daran hindern, gleiches zu machen, der Reiz wäre doch immer noch da, solange wir nicht in Uniformen gepresst werden.
Im zweiten Teil der Frage kam auf, was wäre, wenn wir machen dürften wenn wir einfach könnten. Meine Antwort lautet, es ist einfach nur Befreiend. Ist der Ruf erst ruiniert....ich kann anziehen, was ich mag und ich liebe es, außer, das mir manche Dinge nicht stehen, das ich hier und dort Problemzonen habe und und und. Normale Dinge, natürlich spielt auch öfter mit rein, das mir manches mein weibliches Aussehen verdirbt, aber eigentlich spielt das bei mir nur eine untergeordnete Rolle, wie auf meinen Bildern zu sehen ist. In erster Linie zieh ich an was ich mag und hätte ich das schon früher gemacht, wäre es mir auch früher schon besser gegangen. Ich trage Absatz, weil ich das Laufgefühl liebe. Ich mag es, wie meine Beine in Skinny Jeans, oder in Rock zur Geltung kommen. Ich liebe es, wenn mein Körper beim Laufen in Bewegung kommen kann, auch wenn ich noch nicht so beweglich bin wie früher. Ich liebe es einfach, so sein zu können, wie ich mich meistens früher nicht getraut habe....
Als Transfrau würde das dann Probleme bringen? Für mich sicherlich nicht, denn ich liebe es mich nicht mehr verkleiden/verstecken zu müssen, ich muss keine Rolle spielen, ich will nur so sein dürfen wie ich mag und bin.
Aber natürlich wäre Uniforme Kleidung das absolute Gegenteil und würde jeder Freiheit und Persönlichkeit im Keim ersticken.
Liebe Grüße Tira

Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: So 2. Okt 2022, 13:12
von Andrea aus Sachsen
.
Meines Erachtens ist es illusorisch zu glauben, dass sich wie auch immer geartete androgyne Outfits allgemein durchsetzen könnten. Die meisten Menschen legen einfach Wert darauf, eindeutig zu erkennen, welches Geschlecht die Person hat, die vor einem steht. Wenn das nicht mehr über die Kleidung möglich wäre, würden zwangsläufig andere äußere Merkmale (z.B. Frisur, Schmuck) diese Rolle übernehmen.
Es war und ist für die Menschheit sogar überlebenswichtig, dass potentielle Sexualpartner eindeutig identifiziert werden können.
Wenn es tatsächlich zu derartigen Veränderungen käme, was eher unwahrscheinlich sein dürfte, müsste man sich als Crossdresser entsprechend anpassen, um als Angehörige(r) des anderen Geschlechts wahrgenommen zu werden.
Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: Di 4. Okt 2022, 21:37
von Jutta Michaela
Marlene hat geschrieben: So 2. Okt 2022, 10:06
Das Ganze würde es doch erheblich vereinfachen. Hat für mich mit "Einheitsbrei" nichts zu tun, sondern mit Lebensqualität.
V.G. Marlene
Ich sehe das ähnlich.
Man könnte viel einfacher die unterschiedlichen Stiele miteinander kombinieren, ohne Angst haben zu müssen, mit dem einen oder anderen
Kleidungsstück in der Gesellschaft anzuecken. Alles wäre für jeden möglich und erlaubt.
Ich persönlich würde es feiern und könnte meine Individualität noch einfacher ausleben als ich es jetzt schon mache.
Mit den allerbesten Grüßen
Jutta

Re: Was wäre wenn?...
Verfasst: Mi 12. Okt 2022, 00:42
von Lana
Tira hat geschrieben: So 2. Okt 2022, 12:42
Im zweiten Teil der Frage kam auf, was wäre, wenn wir machen dürften wenn wir einfach könnten.
Liebe Tira,
die Frage habe ich mir in ähnlicher Weise schon häufiger gestellt, und zwar, wie weit wir uns, auch unbewusst, bei der Kleidungswahl von gefühlten oder tatsächlichen gesellschaftlichen Erwartungen einschränken?
Das betrifft ausnahmslos alle, die Anzugträgerin ebenso wie den Minirockträger. Alle haben ein Grundbedürfnis nach Zugehörigkeit und Anerkennung. Ablehnung durch die Gesellschaft wegen unpassender Kleidung kann da schnell zu Problemen führen. Folglich schränken wir uns ein und halten gewisse Konventionen ein. Dabei kann es schwierig sein, die Grenzen (des "guten Geschmacks"? bzw. der gesellschaftlichen Akzeptanz) einzuhalten, weil diese von der Situation abhängig sind, vor allem dann, wenn uns das Umfeld noch nicht vertraut sein sollte. Klar, auf einer Party gelten andere Regeln als im Büro, aber auch jede Party ist anders, und jedes Büro ebenso.
Der Konflikt besteht also zwischen den persönlichen Wünschen nach angemessenem Ausdruck und den gesellschaftlichen Erwartungen. Zum Glück kann man sich in Deutschland über viele Erwartungen recht einfach hinwegsetzen, ohne dass es große Konsequenzen gibt.
Bei mir ist das stimmungsabhängig. Habe ich gerade die Kraft, mich der Konfrontation auszusetzen, Blicke zu ertragen, Kommentare zu kontern (oder zu ignorieren)? Steht der Energieaufwand dafür in einem guten Verhältnis zum erwarteten Gewinn an Lust und Freude? Oder kostet es mich zu viel Kraft, so dass ich keinen Spaß mehr habe, obwohl ich endlich meine absolute Lieblingskleidung ausführen kann, in der ich mich zu Hause extrem wohlfühle, von der ich aber weiß, dass ich damit draußen sehr auffallen werde?
Das sind so etwa die Gedanken, die meine Kleidungswahl im Hintergrund beeinflussen. Die drehen sich hauptsächlich um mich und wie ich mich damit fühle.
Nun könnte man meinen, dass ich meinem Umfeld gegenüber ignorant sei, weil ich seine Befindlichkeiten nicht in Betracht ziehe. Mag sein, aber ich habe jahrelang versucht, auf die vermuteten(!) Befindlichkeiten meiner Mitmenschen Rücksicht zu nehmen. Das kostete aber so viel Kraft, dass dann nicht mehr genug für mich selbst übrig blieb, und diese Gedanken haben mich auch zu stark von dem abgelenkt, um was es mir in erster Linie geht: mich wohlfühlen. Wenn sich deswegen jemand provoziert fühlt und ein Problem damit hat, dann ist das dennoch nicht mein Problem. Ich muss es auch nicht dazu machen.
Bei lieben Menschen, die mir ihr Problem mit meiner Erscheinung im Vorfeld kommuniziert haben, mache ich manchmal eine Ausnahme. Aber nur, wenn es mich selbst in dem Moment nicht zu sehr belastet und mir die betreffende Person wichtig ist.
Ganz schön kompliziert also.
Und ja, du hast natürlich recht, dass es viel einfacher und freier wäre, sich darüber keine Gedanken zu machen. In einer anonymen Umgebung kann man das tatsächlich machen. Da hat man ja keinen Ruf zum ruinieren.
Und im eigenen Umfeld? Würde da nicht was fehlen? Die Möglichkeit, aus den Reaktionen der Umwelt Schlüsse zu ziehen, zu lernen, einen eigenen Stil zu entwickeln? Wo blieben der Reiz, Grenzen auszuloten, das prickelnde Gefühl, wenn der Mut mit Komplimenten belohnt wird?
LGL