Wenn die Gesetze auf einem Stand stehen bleiben wie der Abtreibungsparagraph und dazu noch eine Versorgungslücke wie in Bayern herrscht, dann läuft doch etwas schief.
https://www.br.de/nachrichten/deutschla ... en,SvWQw5Y
Zitat:
Versorgungslücke in Bayern
Sie und ihr Mann Tom wollten das Kind nicht behalten und so früh wie möglich abtreiben. In ihrer niederbayerischen Heimat fanden sie dafür aber kaum Möglichkeiten. Das bestätigen Unterlagen, die dem BR vorliegen.
Demnach gibt es in Niederbayern, der Oberpfalz und in Schwaben keine einzige Klinik, in der Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. Die sieben Krankenhäuser, in denen es möglich ist, liegen im Großraum München und in Franken. Hinzu kommen in ganz Bayern etwa 70 niedergelassene Ärzte. Das macht zusammen keine 80 Anlaufstellen, in denen im Jahr 2020 knapp 12.400 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt wurden.
https://www.br.de/puls/themen/leben/sch ... n-100.html
Zitat:
Vor allem in ländlichen Regionen gibt es kaum Ärzte
Wenn eine Frau ungewollt schwanger geworden ist und das Kind nicht bekommen will, muss sie sich als erstes bei pro familia oder dem Gesundheitsamt beraten lassen. In Bayern gibt es nicht mal in jeder Stadt so eine Beratungsstelle. Frauen aus ländlichen Regionen müssen also für einen Termin meist in eine größeren Stadt fahren. Ohne vorherige Beratung ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland strafbar. Außerdem bekommt die Frau auch erst beim Beratungsgespräch eine Praxis empfohlen, die Abtreibungen macht. Für Frauen, die auf dem Land wohnen, bedeutet das: sie müssen jeweils für die Beratung, den Schwangerschaftsabbruch und einen Nachsorgetermin einige Tage nach dem Eingriff viele Kilometer fahren.
"Gerade auf dem Land haben es Frauen schwer eine geeignete Praxis zu finden. In Mittelfranken aber auch im Allgäu und in den ländlichen Gegenden Richtung österreichische Grenze gibt es kaum Ärzte, die Abbrüche machen."
Eva Zattler von pro familia
Nächstes Problem: Es gibt nicht viele Praxen, die Abtreibungen durchführen. Offizielle, öffentliche Listen mit Ärzten, die Schwangerschaftsabbrüche machen, gibt es nicht. Denn es ist laut -§ 219a StGB auch strafbar z.B. auf einer Praxis-Webseite zu schreiben, dass man Abtreibungen macht. Das gilt als Werbung für Abtreibung. Im November 2017 ist die Ärztin Dr. Kristina Hänel deshalb zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Sie hat dagegen Berufung eingelegt, ist aber in der ersten Instanz gescheitert.
Neben der psychischen Belastung kommen für Frauen, die über eine Abreibung nachdenken, auch noch jede Menge logistische Fragen dazu: Kann ich mir die Fahrten leisten? Wie entschuldige ich mich bei meinem Arbeitgeber? Gibt es jemanden, der mich begleitet oder nach dem Eingriff abholt? Kann ich zumindest zwei bis drei Tage in der Stadt bleiben? Wer kümmert sich um meine Kinder, wenn ich schon welche habe? In welche Praxis kann ich daheim gehen, wenn es im Nachhinein doch gesundheitliche oder psychische Probleme gibt?
Diese Internetseite gibt mir auch zu denken:
https://taz.de/Schwangerschaftsabbruech ... /!5783989/
Die Abtreibungsgegner sollten sich mal überlegen ob eine gute medizinische Versorgung wichtiger ist als ihr Festhalten an erzkonservativen Lebensanschauungen.
Liebe Grüße Jasmine