Das Parfum
Verfasst: Do 17. Mär 2022, 09:40
Das Parfum
Nein, dies ist keine Abwandlung über den einstigen Geniestreich eines Patrick Süskind. Es handelt sich schlicht um eine eigene Erfahrung. Bis vor kurzem habe ich mich (noch) nicht sehr um Parfums gekümmert, erstens gab es während der Transition Dringenderes zu erledigen, und zum zweiten fand ich den Aufwand nicht besonders wert, aufgrund des Social Distancing.
Neulich habe ich dann doch meine ersten Gehversuche durch die wundersame Welt der Düfte gewagt. Eine Freundin hat mich dazu animiert, wir fuhren zusammen zum Kosmetikstudio, danach führte sie mich in eine renommierte Parfum-Boutique. Gleich über dem Eingang prangerte das Geschäftslogo, irgendwas mit "Paris". Komisch, dachte ich, warum nur wird ausgerechnet Paris immer wieder mit den eklatantesten Verführungen assoziiert? Ich bin ja bereits mehrmals dort gewesen, Paris ist alles andere als Erotik und Liebe. Die Stadt ist ein stinkender Moloch, eine abgrundtiefe Senkgrube, in der alle Kloaken Westfrankreichs hineinmünden. Dennoch ist ein gewisses Flair von gehobener Lebensqualität nicht abzuweisen, gerade in jener Welt der Haute Couture, der Soins Esthétiques und der Düfte eben. Doch zurück zu unserer Parfümerie"¦
Bereits beim Eintreten wurde mir bewusst, hier ist Neuland, ab hier erschließt sich eine mir bis dato unerforschte Welt. Welch ein olfaktorisches Durcheinander von Gerüchen! Und ich habe es sehr genossen. Die überaus freundliche Bedienung hat sich meiner angenommen, ich selbst hatte nicht den leisesten Schimmer über all dies hier"¦ Doch die junge Dame hatte offenbar Erfahrung mit Unerfahrenen, sofort meinte sie, ein dezentes, fruitertes doch nicht zu süsses Parfüm würde zu mir passen. Einer ganzen Batterie kleiner, doch sehr ästhetisch anmutender Flaschen entnahm sie drei oder vier Flakons, besprühte damit einige Pappstreifen und die Geruchsprobe konnte beginnen. Abwechselnd hielt ich mir die Dinger an die Nase, und war"¦ überwältigt! Dann aber, bei der nächsten Probe nichts mehr! Mein Geruchssinn stellte sich quer und ich roch gar nichts. Nasal Overload und Shutdown! Die Verkäuferin lachte, sagte das sei normal, immerhin würde die Nase völlig überstrapaziert. Nach einigen Augenblicken jedoch hatte mein Hirn das nötige Systemreset durchgeführt, es konnte weitergehen.
So hatte ich mich im Laden regelrecht durchgeschnüffelt, und am Ende sind zwei, mir besonders gut gefallende Exemplare übrig geblieben. Ohne weiter darüber nachzudenken habe ich mich dann einfach für den klangvolleren Namen entschieden. Die Bedienung schlug vor, mich auf der Stelle damit zu parfümieren, ich willigte ein und genussvoll habe ich mich von dem verführerischen Sprühdunst einnebeln lassen. Wow, welch tolle, neue Erfahrung! Und Freundlichkeit sowie Service der Bedienung haben mich ebenso beeindruckt. So haben meine Freundin und ich das Geschäft verlassen, auf eine Runde Kaffee und Kuchen währenddessen ich in grenzenloser Selbstzufriedenheit schwelgen durfte.
Und nun, eine knappe Woche später, weiss ich dass meine Wahl richtig gewesen ist. Mehrmals schon hat sich mein erstes Parfum als treffend erwiesen, die dezente Duftnote wurde bisher stets wohlwollend anerkannt.
Anbei ein Bild meiner neuesten Errungenschaft.
Liebe Grüsse,
Annette
Nein, dies ist keine Abwandlung über den einstigen Geniestreich eines Patrick Süskind. Es handelt sich schlicht um eine eigene Erfahrung. Bis vor kurzem habe ich mich (noch) nicht sehr um Parfums gekümmert, erstens gab es während der Transition Dringenderes zu erledigen, und zum zweiten fand ich den Aufwand nicht besonders wert, aufgrund des Social Distancing.
Neulich habe ich dann doch meine ersten Gehversuche durch die wundersame Welt der Düfte gewagt. Eine Freundin hat mich dazu animiert, wir fuhren zusammen zum Kosmetikstudio, danach führte sie mich in eine renommierte Parfum-Boutique. Gleich über dem Eingang prangerte das Geschäftslogo, irgendwas mit "Paris". Komisch, dachte ich, warum nur wird ausgerechnet Paris immer wieder mit den eklatantesten Verführungen assoziiert? Ich bin ja bereits mehrmals dort gewesen, Paris ist alles andere als Erotik und Liebe. Die Stadt ist ein stinkender Moloch, eine abgrundtiefe Senkgrube, in der alle Kloaken Westfrankreichs hineinmünden. Dennoch ist ein gewisses Flair von gehobener Lebensqualität nicht abzuweisen, gerade in jener Welt der Haute Couture, der Soins Esthétiques und der Düfte eben. Doch zurück zu unserer Parfümerie"¦
Bereits beim Eintreten wurde mir bewusst, hier ist Neuland, ab hier erschließt sich eine mir bis dato unerforschte Welt. Welch ein olfaktorisches Durcheinander von Gerüchen! Und ich habe es sehr genossen. Die überaus freundliche Bedienung hat sich meiner angenommen, ich selbst hatte nicht den leisesten Schimmer über all dies hier"¦ Doch die junge Dame hatte offenbar Erfahrung mit Unerfahrenen, sofort meinte sie, ein dezentes, fruitertes doch nicht zu süsses Parfüm würde zu mir passen. Einer ganzen Batterie kleiner, doch sehr ästhetisch anmutender Flaschen entnahm sie drei oder vier Flakons, besprühte damit einige Pappstreifen und die Geruchsprobe konnte beginnen. Abwechselnd hielt ich mir die Dinger an die Nase, und war"¦ überwältigt! Dann aber, bei der nächsten Probe nichts mehr! Mein Geruchssinn stellte sich quer und ich roch gar nichts. Nasal Overload und Shutdown! Die Verkäuferin lachte, sagte das sei normal, immerhin würde die Nase völlig überstrapaziert. Nach einigen Augenblicken jedoch hatte mein Hirn das nötige Systemreset durchgeführt, es konnte weitergehen.
So hatte ich mich im Laden regelrecht durchgeschnüffelt, und am Ende sind zwei, mir besonders gut gefallende Exemplare übrig geblieben. Ohne weiter darüber nachzudenken habe ich mich dann einfach für den klangvolleren Namen entschieden. Die Bedienung schlug vor, mich auf der Stelle damit zu parfümieren, ich willigte ein und genussvoll habe ich mich von dem verführerischen Sprühdunst einnebeln lassen. Wow, welch tolle, neue Erfahrung! Und Freundlichkeit sowie Service der Bedienung haben mich ebenso beeindruckt. So haben meine Freundin und ich das Geschäft verlassen, auf eine Runde Kaffee und Kuchen währenddessen ich in grenzenloser Selbstzufriedenheit schwelgen durfte.
Und nun, eine knappe Woche später, weiss ich dass meine Wahl richtig gewesen ist. Mehrmals schon hat sich mein erstes Parfum als treffend erwiesen, die dezente Duftnote wurde bisher stets wohlwollend anerkannt.
Anbei ein Bild meiner neuesten Errungenschaft.
Liebe Grüsse,
Annette