Nebenthema zu: Eine Frau mit Penis
Verfasst: Mi 5. Jan 2022, 21:10
Hallo zusammen,
Auch von mir einen Herzlichen Glückwunsch und ein großes Danke für diesen Threat.
Sorry, wenn ich diesen Threat kapere.
Das möchte ich so nicht verallgemeinert stehen lassen:
Als ich dann den Arbeitsvertrag zugesendet bekommen habe, lag diesem unter anderem das AGG bei. Dieser Vertrag war von meinem zukünftigen Dienstherren noch nicht unterzeichnet.
Mein Plan war von anfang an, mich zu outen bevor ich beginne.
So habe ich, nachdem ich diesen (wegen C.....) persönlich in den Briefkasten eingeworfen hatte, meinem zukünftigen Arbeitgeber, bzw der Dame des Peronalbüros eine Mail geschickt mit meinem Outing und habe auf das beigelegte AGG verwiesen.
Die Reaktion war vorbildlich. Am folgenden Arbeitstag habe ich einen Anruf bekommen mit der Aussage, das dies für sie nicht relevant sei.
Etwas mehr als 5 Monate musste ich in einer Doppel - Identität verbringen bis zur Nä/Pä. Offiziell, einschließlich für alle Mitarbeiter einsehbaren Mitarbeiter Liste, als männlich mit der zugehörigen Email Adresse, bei Kolleg_innen weiblich als Dunja. Schließlich war meine amtliche Identität nicht zu leugnen, hatte ich doch nicht einmal einen DGTi Ausweis.
Nach der Vorlage meines Gerichtsbeschlusses wurden alle sichtbaren Dokumente und Daten geändert.
Einzig die WC Frage war grotesk, habe ich doch selbstverständlich das Lehrerinnen WC benutzt, bis nach ca einer Woche mein Arbeitskollege mir sagte, es würde Missmut darüber geben. Seit dem benutze ich überwiegend das genderneutrale Behinderten WC im Nebengebäude, vorausgesetzt mir bleibt so viel Zeit dorthin zu gelangen
.
Trotz etlicher Nachfragen im Kollegium habe ich bisher niemand finden können, dem die Person bekannt ist, die Ihren Missmut zu der WC Frage geäußert hat.
Zum besseren Verständnis: Zu den Lehrkräften gehöre ich nicht.
VLG Dunja
Auch von mir einen Herzlichen Glückwunsch und ein großes Danke für diesen Threat.
Sorry, wenn ich diesen Threat kapere.
Das möchte ich so nicht verallgemeinert stehen lassen:
Diva hat geschrieben: So 2. Jan 2022, 18:11 Es geht um den Öffentlichen Dienst in einer großen, großen Stadt, den nichttechnischen Verwaltungsbereich. Da braucht es keine Ansage, eine "Frau mit Penis" zu sein. Denn der umsichtige Dienstherr hat darauf geachtet, dass Menschen von meiner Art auf ewig in der Personalakte gebrandmarkt sind. Während es in der Privatwirtschaft möglich ist, durch ein aktuelles Arbeitszeugnis auf den neuen Namen und die Änderung der wichtigsten Zeugnisse der Vergangenheit das Zwangsouting zu vermeiden, ist das im ÖD dank der Personalakte unmöglich. Dort sind fein säuberlich alle alten Unterlagen incl. des beglaubigten Gerichtsbeschlusses zur VÄ / PÄ abgelegt, sodass ein potentieller neuer Arbeitgeber sofort im Bilde ist, was er sich da in sein sauberes Haus holen würde. Jahrelange Diskussionen mit verschiedenen Juristen haben immer das gleiche ergeben: Es gibt keinerlei gesetzliche Verpflichtung für den Dienstherrn, diesen alten Mist zu ändern, denn zum Zeitpunkt der Ausstellung dieser Unterlagen galt ja noch der alte Name, womit freilich alles rechtens ist. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass der Gerichtsbeschluss ebenso Bestandteil der Akte ist. Es gibt demnach keinen juristischen Weg, dieses Zwangsouting zu verhindern - und dass da jemand "Good will" hätte, ist ausgeschlossen, weil sich niemand für eine "Transe " aus dem Fenster lehnen und auf unsicheres Terrain begeben möchte. Juristen sind vorsichtige Menschen und lassen lieber andere crashen als selbst einen erhobenen Zeigegfinger zu kassieren.
Auch ich arbeite im ÖD. Beworben hatte ich mich in meiner damaligen amtlichen Identität (männlich).Diva hat geschrieben: So 2. Jan 2022, 18:11 Wenn dann weiter gebohrt wird, muss ich deutlicher werden und andeuten, dass leider in allen Bereichen etliche Leute der Meinung sind, mit meiner geänderten äußeren Identität ein "Problem" haben zu müssen. Ich weise dann auf meine ausgesprochene Dummheit hin, entgegen anderer Trans*Personen die Transition am alten Ort durchzuführen, anstatt zuvor abzutauchen, um dann Jahre später "als Frau" anderswo wieder aufzutauchen. Ich habe nun eingesehen, dass diese Verfahrensweise weitaus schlauer ist und versuche das jetzt nachzuholen.
Als ich dann den Arbeitsvertrag zugesendet bekommen habe, lag diesem unter anderem das AGG bei. Dieser Vertrag war von meinem zukünftigen Dienstherren noch nicht unterzeichnet.
Mein Plan war von anfang an, mich zu outen bevor ich beginne.
So habe ich, nachdem ich diesen (wegen C.....) persönlich in den Briefkasten eingeworfen hatte, meinem zukünftigen Arbeitgeber, bzw der Dame des Peronalbüros eine Mail geschickt mit meinem Outing und habe auf das beigelegte AGG verwiesen.
Die Reaktion war vorbildlich. Am folgenden Arbeitstag habe ich einen Anruf bekommen mit der Aussage, das dies für sie nicht relevant sei.
Etwas mehr als 5 Monate musste ich in einer Doppel - Identität verbringen bis zur Nä/Pä. Offiziell, einschließlich für alle Mitarbeiter einsehbaren Mitarbeiter Liste, als männlich mit der zugehörigen Email Adresse, bei Kolleg_innen weiblich als Dunja. Schließlich war meine amtliche Identität nicht zu leugnen, hatte ich doch nicht einmal einen DGTi Ausweis.
Nach der Vorlage meines Gerichtsbeschlusses wurden alle sichtbaren Dokumente und Daten geändert.
Einzig die WC Frage war grotesk, habe ich doch selbstverständlich das Lehrerinnen WC benutzt, bis nach ca einer Woche mein Arbeitskollege mir sagte, es würde Missmut darüber geben. Seit dem benutze ich überwiegend das genderneutrale Behinderten WC im Nebengebäude, vorausgesetzt mir bleibt so viel Zeit dorthin zu gelangen
Trotz etlicher Nachfragen im Kollegium habe ich bisher niemand finden können, dem die Person bekannt ist, die Ihren Missmut zu der WC Frage geäußert hat.
Zum besseren Verständnis: Zu den Lehrkräften gehöre ich nicht.
VLG Dunja