Einige Passagen musste ich mindestens 2 Mal lesen, aber sonst ist der Artikel sehr schön geschrieben. Was mich aber sofort gepackt hat und was meine (vielleicht auch die von anderen CDs) Situation sehr gut beschreibt, ist der Satz
"Wir müssen uns euch zumuten, so wie ihr euch uns zugemutet habt."
Mit dem Outing habe ich sicherlich meiner Partnerin einiges zugemutet und wenn ich mich gegenüber Dritten outen würde, wäre das sicher noch eine größere Zumutung für sie. Umgekehrt sind manche Reaktionen auf queere Menschen im Allgemeinen und auf mich als Crossdresser im Besonderen auch eine Zumutung. Diese Reaktionen passen nach meiner Meinung einfach nicht mehr in unsere aufgeklärte Zeit.
Was "wir euch zumuten" wenn ich als Crossdresser in der Öffentlichkeit unterwegs bin, ist aber immer noch bei weitem weniger als umgekehrt. Die Intoleranz, Aggresivität bis hin zu Hass sind schon erschreckend.
Die Zumutungen meiner Partnerin gegenüber versuche ich so gering wie möglich zu halten, in dem ich meine feminine Seite nur dann zum Vorschein kommen lasse, wenn es gerade passt und nicht wenn ich es gerade gerne möchten.
Herunter gebrochen vom allgemeinen gesellschaftlichen Aspekt auf meine konkrete Situation hoffe ich darauf, dass die weiter Aussage
"Lasst uns einfach -weitergehen. Ihr müsst nicht mitkommen. Bleibt in der Sicherheit eures Käfigs."
nicht zutrifft. Ich möche zwar meinen Weg weitergehen, aber ich möchte meine Partnerin auch mitnehmen. Ich hoffe sie bleibt nicht in ihrem Käfig gefangen und ich entferne mich immer mehr.
Dies waren so meine ersten Gedanken nach dem Lesen des Artikels, die ich mir erlaubt habe, hier mal niederzuschreiben. Bei weiterem Reflektieren ergeben sich sicher noch weitere interessante Aspekte.
Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag.
Liebe Grüße
Geli