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SPON: Lesbische Beziehungen im KZ — zu intim für die Forschung?

Verfasst: Do 17. Dez 2020, 16:43
von Anne-Mette

Re: SPON: Lesbische Beziehungen im KZ — zu intim für die Forschung?

Verfasst: Do 17. Dez 2020, 22:20
von VanessaB
Die Klägerin beschränkte sich schließlich darauf, Hájková dürfe nicht mehr behaupten, dass es zwischen L. und Kohlmann eine sexuelle oder lesbische Beziehung gegeben habe. Kein Streitpunkt war hingegen die Beziehung zum männlichen Lagerkapo Brachmann.
....
-»Meine Schwester und ich wussten, dass sie besondere Gefälligkeiten bekam und dass die Aufseherin sie mochte-«, sagte die Klägerin dem britischen -»Guardian-« im Oktober. -»Aber es war nicht physisch. Sie sagte ausdrücklich, sie sei nie sexuell oder körperlich missbraucht worden. Ich denke, sie kam bei vielem davon, weil sie charmant, schön und ein bisschen keck war.-« Die Verliebtheit der Aufseherin habe ihre Mutter genutzt, um die Lager zu überleben. Die Behauptung einer lesbischen Beziehung, so argumentierte der Anwalt der Tochter, drohe das -»lebenslange Image und die Leistungen-« L.s zu zerstören.
Werten mag das jeder selber, aber mich berührt es zu tiefst. Ich weiß nicht, welche Wahrheiten richtig sind, aber es ist offensichtlich (nicht nur auf Grund dieses Textes), dass es manche Wahrheiten wohl einfach nicht geben darf.

Namasté

Vanessa

Re: SPON: Lesbische Beziehungen im KZ — zu intim für die Forschung?

Verfasst: Sa 19. Dez 2020, 15:50
von Inga
Hallo,

ich glaube, dies hat mit dem Phänomen zu tun, dass bei den Nazis die Liebe zwischen Männern mehr Aufmerksamkeit fand und das heiß eben auch mehr Verfolgung, und somit auch in der Aufarbeitung mehr Aufmerksamkeit gefunden hat, als die Liebe zwischen zwei Frauen.

Als "zu intim für die Forschung" würde ich das nicht bezeichnen, sondern eher als der in der Männergesellschaft übliche Scheuklappenblick, der sich auf das männliche Geschlecht fixiert.

Liebe Grüße
Inga