Liebe Bianca...
hmm..
ich möchte dir sagen, das ich das grösste Verständnis dafür habe, wenn sich eine Person zu einer
OP entschliesst, denn das passiert nicht ohne Grund und Hintergrund.
Und auch bei einer OP was die Stimme angeht ist es doch ein Eingriff an einem gesunden Organ.
An einem trainierbaren und sehr flexiblen Organ sogar...
ich weiss nicht, ob du meine Entwicklung in meinem Stimm-Thread verfolgt hast, das ist aber auch
nicht wichtig an der Stelle.
Ich fange mal bei der absoluten Höhe an-dafür braucht es aus meiner Sicht keine Logopädie, keine OP
und nicht mal ein Talent in stimmlicher Form. Nur den Willen, die alte Stimme abzulegen.
Jetzt und für immer. Dann dauert die Umstellung, hmm ach, vielleicht 6 Monate.
Stimmanalyse_1229.png
Hier siehst du wie lange ich schon im neutralen oder weiblichen Bereich bin und da war ich bevor
ich überhaupt mit der Logopädie angefangen habe. Ja, das klang manchmal schräg und nicht schön,
das gehört aber zum Prozess und ist eventuell genauso unschön wie eine Übergangsfrisur die grade
mal über Ohren reicht...
ich wurde mal gefragt ob das nicht auffällt-ja tut es, aber, man lernt schminken, sucht sich vielleicht
einen neuen Kleidungsstil, die Brüste wachsen-das fällt auch auf ist aber ein Teil der weiblichen Entwicklung.
Unsere Quasi-zweite-Pubertät. Mir gehen grade die Haare aus, aber ich sehe auch das sie verändert wieder
neu wachsen, das hart, aber ich geh da durch. Ich weiss wo ich hin will-wäre ich ein Mann würd ich mir da
keine Gedanken machen, sondern sagen thats it....
hmmm..ich hoffe @Jeanne du liest mit, denn das was ich jetzt schreibe möchte ich auch dir sagen.
Es sind jetzt gute 2 Jahre, wo ich am Feintuning der Stimme arbeite...
arbeite ich daran? Nein, ich leb es und genau das ist der springende Punkt an der Logopädie überhaupt.
Leben, Freude, wohlfühlen-nichts weiter...
es gibt furchtbar viele auch echt tolle Übungen, manche sind albern (denn man soll auch mal die Mickey Mouse
machen und gezielt übertreiben), manche sehr anstrengend (das Korkensprechen, das ist aber super effektiv für die
Prosodie und um zu merken wo die Stimme sitzt), welche aber passt ist sehr individuell.
Ich sag euch offen, was mir in der Logopädie am meisten gebracht hat und das waren nicht die Übungen.
Nein, denn ich habe mit meiner Logopädin manche Stunde nicht eine Übung gemacht, sondern wir haben
uns einfach unterhalten, was ist los, wie geht es mir, fast eher psychologisch.
Was hat mir am meisten geholfen?
Naja, das meine Logopädin als eingefleischte Feministin mich nie in Frage gestellt hat, sie hat nicht einem
Mann geholfen sich eine "weibliche" Stimme zu erarbeiten, sondern sie war quasi eine Geburtshelferin
meines weiblichen Seins und ich hab mich sau wohl bei ihr gefühlt.
Dafür könnte ich sie heute noch stundenlang umarmen...
deswegen vergesst das meiste "technische", es geht besser übers Herz und das wahre Leben
Alles Liebe Marie
