ein gutes Gespräch mit dem Chef
Verfasst: Fr 15. Mai 2020, 13:13
Hallo zusammen,
ich möchte heute von etwas erfreulichem berichten, den Titel "ein gutes Gespräch" könnte man ergänzen mit "über etwas, das schon lange klar war".
Im Vorfeld hatte ich darüber nachgedacht, im Jahresgespräch mit dem Chef meine optisch offensichtliche Veränderung zu thematisieren, und mich dazu entschieden es dem Gesprächsverlauf zu überlassen. Als sich die Gelegenheit bot bzw. das Gespräch sowieso in Richtung Wohlbefinden im Job ging, habe ich eine vorsichtige Bemerkung fallen lassen und sofort gemerkt, mein Chef ist diesbezüglich durchaus interessiert. Am Ende hatten wir uns eine knappe halbe Stunde darüber unterhalten, er wollte sogar wissen wie das in der Öffentlichkeit läuft, wie allgemein die Toleranz ist und wie Familie und Freunde reagieren, aber auch technische Details wie zum Beispiel eine Namensänderung abläuft.
Das wichtigste war jedoch, dass es für ihn unerheblich ist. Wir sind stets ehrlich zueinander, deshalb glaube ich an die Aufrichtigkeit in dieser Aussage, für ihn ist es vollkommen unerheblich, ob ich hier in Hose oder Rock auftauche und falls ich mich dazu entscheiden sollte, weitere Schritte in diese Richtung zu gehen, würde er hinter mir stehen. Seine Einstellung zu dem Thema ist im Grunde die beste, die unsereins widerfahren kann, egal ob Mann oder Frau und egal in welcher Kleidung oder Aufmachung, für ihn zählt als erstes der Mensch, als zweites die Arbeitsleistung, und sonst nichts. Wortwörtlich sagte er "es interessiert mich nicht, aber nicht im Sinne von kein Interesse, sondern weil es irrelevant ist".
Natürlich war ihm meine Veränderung in den letzten drei Jahren nicht verborgen geblieben, und ich hatte immer schon die Vermutung, dass er kein Problem damit hat, trotzdem war es nicht verkehrt sich einmal darüber auszutauschen. Auch allgemein in meiner Abteilung habe ich ja schon länger den Eindruck, dass sich niemand daran stört. Ein Grund dafür, und dieser Meinung ist auch mein Chef, wird höchstwahrscheinlich sein, weil ich unter meinen KollegInnen fachlich ein gewisses Ansehen erlangt habe, und auch menschlich mit allen gut zurecht komme.
Jetzt kommt das große Dilemma an der Nummer. Vermutlich wäre es tatsächlich keine große Sache, wenn ich hier im Rock auftauche, der Gedanke wird immer realer und der Frust größer über jeden Tag, an dem ich es nicht einfach gemacht habe. Trotzdem kann ich mich irgendwie nicht dazu durchringen, noch viel weniger habe ich Lust auf einen Spießrutenlauf vom Parkplatz durch die Fabrik bis zum Büro.
ich möchte heute von etwas erfreulichem berichten, den Titel "ein gutes Gespräch" könnte man ergänzen mit "über etwas, das schon lange klar war".
Im Vorfeld hatte ich darüber nachgedacht, im Jahresgespräch mit dem Chef meine optisch offensichtliche Veränderung zu thematisieren, und mich dazu entschieden es dem Gesprächsverlauf zu überlassen. Als sich die Gelegenheit bot bzw. das Gespräch sowieso in Richtung Wohlbefinden im Job ging, habe ich eine vorsichtige Bemerkung fallen lassen und sofort gemerkt, mein Chef ist diesbezüglich durchaus interessiert. Am Ende hatten wir uns eine knappe halbe Stunde darüber unterhalten, er wollte sogar wissen wie das in der Öffentlichkeit läuft, wie allgemein die Toleranz ist und wie Familie und Freunde reagieren, aber auch technische Details wie zum Beispiel eine Namensänderung abläuft.
Das wichtigste war jedoch, dass es für ihn unerheblich ist. Wir sind stets ehrlich zueinander, deshalb glaube ich an die Aufrichtigkeit in dieser Aussage, für ihn ist es vollkommen unerheblich, ob ich hier in Hose oder Rock auftauche und falls ich mich dazu entscheiden sollte, weitere Schritte in diese Richtung zu gehen, würde er hinter mir stehen. Seine Einstellung zu dem Thema ist im Grunde die beste, die unsereins widerfahren kann, egal ob Mann oder Frau und egal in welcher Kleidung oder Aufmachung, für ihn zählt als erstes der Mensch, als zweites die Arbeitsleistung, und sonst nichts. Wortwörtlich sagte er "es interessiert mich nicht, aber nicht im Sinne von kein Interesse, sondern weil es irrelevant ist".
Natürlich war ihm meine Veränderung in den letzten drei Jahren nicht verborgen geblieben, und ich hatte immer schon die Vermutung, dass er kein Problem damit hat, trotzdem war es nicht verkehrt sich einmal darüber auszutauschen. Auch allgemein in meiner Abteilung habe ich ja schon länger den Eindruck, dass sich niemand daran stört. Ein Grund dafür, und dieser Meinung ist auch mein Chef, wird höchstwahrscheinlich sein, weil ich unter meinen KollegInnen fachlich ein gewisses Ansehen erlangt habe, und auch menschlich mit allen gut zurecht komme.
Jetzt kommt das große Dilemma an der Nummer. Vermutlich wäre es tatsächlich keine große Sache, wenn ich hier im Rock auftauche, der Gedanke wird immer realer und der Frust größer über jeden Tag, an dem ich es nicht einfach gemacht habe. Trotzdem kann ich mich irgendwie nicht dazu durchringen, noch viel weniger habe ich Lust auf einen Spießrutenlauf vom Parkplatz durch die Fabrik bis zum Büro.