Und plötzlich brach meine Welt auseinander...
Verfasst: Mi 30. Okt 2019, 22:58
Hallo ihr Lieben,
ich bin noch ganz neu hier bei euch und platze gleich mit der Tür ins Haus herein, aber ich muss gerade einfach mal alles loswerden und meine Gedanken sortieren.
Mein Kopf ist derzeit übervoll und ich weiß gar nicht mehr wohin mit dem ganzen Gedankengut, den Emotionen und Ängsten.
Ich werde den Tag niemals vergessen können, als mein Mann mir nach 15,5 Jahren Beziehung "gebeichtet" hat, dass er sich als Frau fühlt und auch nun so durchs Leben gehen möchte, gerne auch als meine Partnerin. Wie könnte ich diesen Tag auch je vergessen? Es war der Tag, an dem meine Welt in tausende Scherben zerbrach und ich vor einem riesigen Haufen von vernichteten Träumen und auch Erinnerungen stand.
Leider war sein Coming- Out (für mich) nicht sehr gelungen, da er es mir per Handynachricht mitgeteilt hat. Es ist ihm schon immer schwer gefallen, seine Emotionen in Worte zu fassen und das direkte Gespräch zu suchen. Ich saß also alleine Zuhause und musste den Text immer und immer wieder lesen: ich habe ihn zwar gelesen- aber nicht verstehen können.
Meine Emotionen überfluteten mich und ich sah meine Sicherungen im Kopf rausknallen- eine nach der anderen, bis es ein riesiges "Feuerwerk" gab, ich konnte sogar den ganzen Lärm hören. Davon völlig betäubt, überfordert, wütend und ängstlich zugleich, ja quasi emotional ohnmächtig, packte ich kurzerhand meine Sachen und verschwand für ganze drei Tage, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Mir fehlte die Luft zum Atmen, ich war in einem Alptraum gefangen- das kann nicht wahr sein! Was passiert hier? Und warum passier so eine Sche*ße immer mir?
Nach über 15,5 Jahren... wir haben gerade letztes Jahr ein Haus gekauft... Was zur Hölle stimmt denn nicht mit mir? Wir sind so lange zusammen, haben schon so einige Tiefen überwunden, und das nächste, was ich mir erhofft hatte, war ein Heiratsantrag und eine Hochzeit- ein Tag, der zu unserem Fest werden sollte, an dem wir unsere Liebe besiegeln, ein Tag, der nur uns gehören sollte. Er & ich, für immer. Stattdessen erhielt ich ein Ticket in den absoluten Wahnsinn.
Unsere Beziehung hat schon die letzten Jahre gelitten. Stets hatte ich das Gefühl, dass da "etwas" ist, aber auf Nachfrage wurde dies verneint. Körperliche Zärtlichkeiten und Intimität kannte ich nur noch aus Hollywoods Liebesfilmen, unser Alltag war festgefahren und glich eher einer WG. Man gewöhnt sich aber irgendwie an alles und merkt erst später, wie sehr die Routine und der Alltag vorherrschen.
Da ich nach der Nachricht wunderbar Kopfkino und Zeit hatte, mich da reinzusteigern, wuchs natürlich auch die Angst in mir. Er wollte zwar mit mir zusammen sein, aber wie soll das gehen? Ich wurde belogen und hintergangen, Wut kochte in mir, ich war so sauer auf ihn und auch gleichzeitig auf mich- wie konnte ich die ganzen kleinen Anzeichen übersehen, die jetzt so wunderbar ins Puzzle passen und einen Sinn ergeben? Warum reiche ich ihm als Frau nicht? Will er sich operieren lassen? Hat sich seine sexuelle Orientierung verändert, ist er nun schwul? Steht er überhaupt auf "Bio- Frauen" (wie ihr es so schön nennt
). Und wieder werde ich wohl alleine in meinem Leben sein- wieder verlassen, wie schon von den anderen vor ihm und meiner Familie. Er begleitet mich schon fast die Hälfte meines Lebens (wir sind sehr jung zusammen gekommen, ich war gerade mal 17) und ist meine Stütze, mein Anker, ja mein Zuhause, wo ich mich geborgen fühle. Er ist mein Leben. Er ist die erste Person gewesen, der ich mich öffnen konnte.
Ich kann das ganze Gefühls- Chaos gar nicht so zusammenfassen, aber es schnürte mir die Kehle zu, ich dachte, ich muss sofort sterben. Ich konnte aber nicht mit ihm reden- ich brauche Zeit und Abstand, ich brauche einen anderen Platz/ Ort, an dem ich mich sortieren kann, mir blieb nur die Fluch- weg, Hauptsache einfach nur weg, weit weg.
Nachts konnte ich nicht schlafen und weinte wieder bitterlich. Ich schrieb ihm mitten in der Nacht, dass ich am nächsten Tag nach Hause kommen würde und wir dann reden müssen. Eigentlich wollte ich das nur kurz schreiben, doch dann merkte ich, wie mir der kaum vorhandene Rest an Gehirn- Sicherungen platzten und dann war alles verloren. Ich konnte mich nicht mehr zurück halten, alles sprudelte aus mir heraus, der ganze Zorn, die Wut, die Unsicherheit, und natürlich wieder dabei: die Angst. Im Gespräch merkte ich jedoch, dass ich mich langsam beruhigen konnte und der Boden unter meinen Füßen langsam wieder in Sichtweite kam. So ein Chaos habe ich glaube ich noch nie erlebt.
Am nächsten Tag fuhr in dann etliche Kilometer und einige Stunden zurück nach Hause...
ich bin noch ganz neu hier bei euch und platze gleich mit der Tür ins Haus herein, aber ich muss gerade einfach mal alles loswerden und meine Gedanken sortieren.
Mein Kopf ist derzeit übervoll und ich weiß gar nicht mehr wohin mit dem ganzen Gedankengut, den Emotionen und Ängsten.
Ich werde den Tag niemals vergessen können, als mein Mann mir nach 15,5 Jahren Beziehung "gebeichtet" hat, dass er sich als Frau fühlt und auch nun so durchs Leben gehen möchte, gerne auch als meine Partnerin. Wie könnte ich diesen Tag auch je vergessen? Es war der Tag, an dem meine Welt in tausende Scherben zerbrach und ich vor einem riesigen Haufen von vernichteten Träumen und auch Erinnerungen stand.
Leider war sein Coming- Out (für mich) nicht sehr gelungen, da er es mir per Handynachricht mitgeteilt hat. Es ist ihm schon immer schwer gefallen, seine Emotionen in Worte zu fassen und das direkte Gespräch zu suchen. Ich saß also alleine Zuhause und musste den Text immer und immer wieder lesen: ich habe ihn zwar gelesen- aber nicht verstehen können.
Meine Emotionen überfluteten mich und ich sah meine Sicherungen im Kopf rausknallen- eine nach der anderen, bis es ein riesiges "Feuerwerk" gab, ich konnte sogar den ganzen Lärm hören. Davon völlig betäubt, überfordert, wütend und ängstlich zugleich, ja quasi emotional ohnmächtig, packte ich kurzerhand meine Sachen und verschwand für ganze drei Tage, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Mir fehlte die Luft zum Atmen, ich war in einem Alptraum gefangen- das kann nicht wahr sein! Was passiert hier? Und warum passier so eine Sche*ße immer mir?
Nach über 15,5 Jahren... wir haben gerade letztes Jahr ein Haus gekauft... Was zur Hölle stimmt denn nicht mit mir? Wir sind so lange zusammen, haben schon so einige Tiefen überwunden, und das nächste, was ich mir erhofft hatte, war ein Heiratsantrag und eine Hochzeit- ein Tag, der zu unserem Fest werden sollte, an dem wir unsere Liebe besiegeln, ein Tag, der nur uns gehören sollte. Er & ich, für immer. Stattdessen erhielt ich ein Ticket in den absoluten Wahnsinn.
Unsere Beziehung hat schon die letzten Jahre gelitten. Stets hatte ich das Gefühl, dass da "etwas" ist, aber auf Nachfrage wurde dies verneint. Körperliche Zärtlichkeiten und Intimität kannte ich nur noch aus Hollywoods Liebesfilmen, unser Alltag war festgefahren und glich eher einer WG. Man gewöhnt sich aber irgendwie an alles und merkt erst später, wie sehr die Routine und der Alltag vorherrschen.
Da ich nach der Nachricht wunderbar Kopfkino und Zeit hatte, mich da reinzusteigern, wuchs natürlich auch die Angst in mir. Er wollte zwar mit mir zusammen sein, aber wie soll das gehen? Ich wurde belogen und hintergangen, Wut kochte in mir, ich war so sauer auf ihn und auch gleichzeitig auf mich- wie konnte ich die ganzen kleinen Anzeichen übersehen, die jetzt so wunderbar ins Puzzle passen und einen Sinn ergeben? Warum reiche ich ihm als Frau nicht? Will er sich operieren lassen? Hat sich seine sexuelle Orientierung verändert, ist er nun schwul? Steht er überhaupt auf "Bio- Frauen" (wie ihr es so schön nennt
Ich kann das ganze Gefühls- Chaos gar nicht so zusammenfassen, aber es schnürte mir die Kehle zu, ich dachte, ich muss sofort sterben. Ich konnte aber nicht mit ihm reden- ich brauche Zeit und Abstand, ich brauche einen anderen Platz/ Ort, an dem ich mich sortieren kann, mir blieb nur die Fluch- weg, Hauptsache einfach nur weg, weit weg.
Nachts konnte ich nicht schlafen und weinte wieder bitterlich. Ich schrieb ihm mitten in der Nacht, dass ich am nächsten Tag nach Hause kommen würde und wir dann reden müssen. Eigentlich wollte ich das nur kurz schreiben, doch dann merkte ich, wie mir der kaum vorhandene Rest an Gehirn- Sicherungen platzten und dann war alles verloren. Ich konnte mich nicht mehr zurück halten, alles sprudelte aus mir heraus, der ganze Zorn, die Wut, die Unsicherheit, und natürlich wieder dabei: die Angst. Im Gespräch merkte ich jedoch, dass ich mich langsam beruhigen konnte und der Boden unter meinen Füßen langsam wieder in Sichtweite kam. So ein Chaos habe ich glaube ich noch nie erlebt.
Am nächsten Tag fuhr in dann etliche Kilometer und einige Stunden zurück nach Hause...