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Südkurier: "Auf dem Land ist es einfacher“: Ein Abend bei der Selbsthilfegruppe für Trans...
Verfasst: Sa 18. Mai 2019, 21:26
von Anne-Mette
Re: Südkurier: "Auf dem Land ist es einfacher“: Ein Abend bei der Selbsthilfegruppe für Trans...
Verfasst: Sa 18. Mai 2019, 21:47
von heike65
Genau meine Erfahrung
Nicht vorhandene Anonymität schützt ungemein.
In Großstädten ist man im Allgemeinen toleranter, aber die intoleranten Menschen sind dort auch (bedingt durch die Anonymität) deutlich impulsiver und enthemmter
Re: Südkurier: "Auf dem Land ist es einfacher“: Ein Abend bei der Selbsthilfegruppe für Trans...
Verfasst: Mo 20. Mai 2019, 14:15
von Michi
heike65 hat geschrieben: Sa 18. Mai 2019, 21:47
Genau meine Erfahrung
Nicht vorhandene Anonymität schützt ungemein.
In Großstädten ist man im Allgemeinen toleranter, aber die intoleranten Menschen sind dort auch (bedingt durch die Anonymität) deutlich impulsiver und enthemmter
Wovor schützt die nicht vorhandene Anonymität ungemein?!
Doch nur vor direkter, physischer Gewalt.
Ich denke, das wird jede(r) Betroffene anders sehen. Die meisten flüchten doch wohl gerade deshalb in die Anonymität der Großstadt, weil sie die gelegentlichen Pöbeleien Unbekannter das Risiko eines gewaltsamen Übergriffs geringer einschätzen, als das permanente Spießrutenlaufen in ihrem kleinen Heimatort.
Re: Südkurier: "Auf dem Land ist es einfacher“: Ein Abend bei der Selbsthilfegruppe für Trans...
Verfasst: Mo 20. Mai 2019, 14:20
von Jasmin_35
meine erfahrung ist auch genau die, auf dem land ist es einfacher, weil es wenig anonymität gibt und man gegenseitig auf sich achtet und sowieso jeder jeden kommt. jedenfalls kenn ich in meiner straße jeden persönlich und hatte bisher keine probleme, auch nicht beim einkaufen oder arzt oder sonst wo. man sollte meinen, das leute auf dem land konservativer sind, ich hab die erfahrung aber bisher nicht gemacht.
Re: Südkurier: "Auf dem Land ist es einfacher“: Ein Abend bei der Selbsthilfegruppe für Trans...
Verfasst: Mo 20. Mai 2019, 14:34
von heike65
MichiWell hat geschrieben: Mo 20. Mai 2019, 14:15
heike65 hat geschrieben: Sa 18. Mai 2019, 21:47
Genau meine Erfahrung
Nicht vorhandene Anonymität schützt ungemein.
In Großstädten ist man im Allgemeinen toleranter, aber die intoleranten Menschen sind dort auch (bedingt durch die Anonymität) deutlich impulsiver und enthemmter
Wovor schützt die nicht vorhandene Anonymität ungemein?!
Doch nur vor direkter, physischer Gewalt.
Ich denke, das wird jede(r) Betroffene anders sehen. Die meisten flüchten doch wohl gerade deshalb in die Anonymität der Großstadt, weil sie die gelegentlichen Pöbeleien Unbekannter das Risiko eines gewaltsamen Übergriffs geringer einschätzen, als das permanente Spießrutenlaufen in ihrem kleinen Heimatort.
Einen Spießrutenlauf habe ich nicht bemerkt, ich habe allerdings ein ziemlich selbstsicheres Auftreten. Ich habe stattdesser eher Verständnis und Bewunderung bekommen das ich den Mut habe es in einer Kleinstadt (8000 Einwohner) so offen und selbstverständlich zu leben, zumal ich ja einen mini Baumarkt habe, also permanent im Kundenkontakt bin.Hat natürlich auch den Vorteil gehabt das mein Outing binnen weniger Tage 95% der Mitbürger bekannt war.
Liebe Grüße
Heike
Re: Südkurier: "Auf dem Land ist es einfacher“: Ein Abend bei der Selbsthilfegruppe für Trans...
Verfasst: Mo 20. Mai 2019, 15:36
von Michi
heike65 hat geschrieben: Mo 20. Mai 2019, 14:34
Einen Spießrutenlauf habe ich nicht bemerkt, ich habe allerdings ein ziemlich selbstsicheres Auftreten.
Das glaube ich dir gerne. Nur möchtest du deinen persönlichen Fall sicherlich nicht etwa zum Normalzustand erheben?!
Ich lebe in einer vergleichbaren Umgebung, und beobachte das Problem aus zweierlei Perspektive. Ich selbst lebe hier ungeoutet, kenne aber auch eine Betroffene, die es nach ihrem Outing hier nicht ausgehalten und deswegen die Flucht ergriffen hat. Das Eine ist die offene Ablehnung, die sie erfahren hat. Das Andere ist das, was hinter den Kulissen abläuft. Da wird aufs Übelste getratscht und intimste Details der Betroffenen und ihrer Angehörigen ausgewertet. Das stärkt die ländliche"Gemeinschaft" und schürt Ablehnung gegen alles, was von der Norm abweicht. Die tatsächliche Ablehnung ist leider(!) deutlich größer als die, welche die Betroffenen persönlich zu spüren bekommen. Wenn die Leute nicht wissen, dass man zu den Betroffenen gehört, dass hetzen sie völlig ungeniert.
Dass transphobe (wie auch homophobe) Gewalt in Großstädten zunimmt, ist wohl nicht allein der gefühlt höheren Anonymität bei den Tätern zu suchen, sondern auch in den zunehmenden gesellschaftlichen Ungleichgewichten und in der Entwicklung von Parallelgesellschaften mit stark abweichenden Wertemaßstäben.
Liebe Grüße
Michi