Du schadest deinen Kindern
Verfasst: Mi 6. Feb 2019, 17:19
So direkt wie in der Überschrift kam der Vorwurf nicht, als ich am Wochenende ein langes Gespräch mit einem guten Freund hatte, es war für mich aber die Essenz.
Was hatte sich ereignet?
Ich habe meinen Freund und seine Familie nach Langem mal wieder besucht, was aufgrund der Entfernung >1000km immer einen gewissen Aufwand darstellt. Meinen Jüngsten hatte ich auch dabei.
Als wir am Abend zusammen saßen, ich wie gewohnt in Leggings und Longshirt, der Rest der Anwesenden "normal", kam mein Sohn ums Eck und präsentierte stolz sein neues, rosanes Kleid mit Wendepailletten, das ich ihm, auf seinen Wunsch hin genäht hatte und das er unbedingt einpacken wollte.
Quelle: http://mybon.de/forum/roklma.jpg
Eigentlich wollte er es schon auf der Reise tragen, ich hatte allerdings aufgrund von Temperatur und Strapazierfähigkeit abgeraten.
Die Begeisterung für das Kleid war groß, vor allem bei der weiblichen Hälfte der Familie meines Freundes, Ablehnung aber auch nicht vom Rest zu spüren.
In all den Jahrzehnten seit wir befreundet sind, war meine Kleidung, oder Kleidung und Aussehen allgemein, noch nie ein Thema bei uns.
Bis zu diesem Zeitpunkt.
Im Laufe des Abends wurde meine Kleidung, mein langes Haar, der gelegentliche Nagellack usw. zum Thema und ich war überrascht von der Aussage, dass ich ja kein wirklicher Mann sei, manchmal schon fast ein bisschen weiblich. Nur rein optisch könnte er sich mich nicht als Frau vorstellen.
Ich war etwas überrascht"¦
Soweit der angenehme Teil des Abends.
Dann wurde mein Sohn zum Thema:
Natürlich sei es gut, dass er sich kleiden dürfe wie er wollte, und ich ihm auch ungewöhnliche Wünsche erfüllen würde, und ich ihm nicht verböte Sachen auszuprobieren.
ABER, da ich ihm schon kein wirkliches Vorbild sei, was gesellschaftlich üblich sei, sollte ich ihm wenigstens das vermitteln.
Ihm gerade im Bereich des Genderausdrucks so viele Freiheiten (alle mMn) zu lassen würde ihn, wenn er auf die falschen Leute trifft, zu sehr verunsichern, er wüsste ja nicht was normal sei.
Ich würde ihn förmlich dazu drängen sich gegen die Regeln der Gesellschaft zu verhalten.
Summa Summarum würde ich ihm nicht die richtigen Maßstäbe an die Hand geben, um in der Gesellschaft, die einfach noch nicht weit genug sei, für Leute wie mich, bestehen zu können. Es sei zwar sehr bedauerlich dass die Welt so engstirnig, konservativ und "böse" sei, im Hinblick auf das Wohl eines Kindes sollte man aber klein beigeben.
Wir haben noch eine Weile diskutiert, wobei ich vermitteln wollte, dass sich in der Gesellschaft auch nichts ändern wird, wenn keiner aufmuckt, die Gegenfrage kam in dem Sinn, ob ich auch sonst gegen eine bewaffnete Truppe als erster in der Reihe anrennen würde, mit meinem Kind an der Hand.
VG
Vincent
Was hatte sich ereignet?
Ich habe meinen Freund und seine Familie nach Langem mal wieder besucht, was aufgrund der Entfernung >1000km immer einen gewissen Aufwand darstellt. Meinen Jüngsten hatte ich auch dabei.
Als wir am Abend zusammen saßen, ich wie gewohnt in Leggings und Longshirt, der Rest der Anwesenden "normal", kam mein Sohn ums Eck und präsentierte stolz sein neues, rosanes Kleid mit Wendepailletten, das ich ihm, auf seinen Wunsch hin genäht hatte und das er unbedingt einpacken wollte.
Quelle: http://mybon.de/forum/roklma.jpgEigentlich wollte er es schon auf der Reise tragen, ich hatte allerdings aufgrund von Temperatur und Strapazierfähigkeit abgeraten.
Die Begeisterung für das Kleid war groß, vor allem bei der weiblichen Hälfte der Familie meines Freundes, Ablehnung aber auch nicht vom Rest zu spüren.
In all den Jahrzehnten seit wir befreundet sind, war meine Kleidung, oder Kleidung und Aussehen allgemein, noch nie ein Thema bei uns.
Bis zu diesem Zeitpunkt.
Im Laufe des Abends wurde meine Kleidung, mein langes Haar, der gelegentliche Nagellack usw. zum Thema und ich war überrascht von der Aussage, dass ich ja kein wirklicher Mann sei, manchmal schon fast ein bisschen weiblich. Nur rein optisch könnte er sich mich nicht als Frau vorstellen.
Ich war etwas überrascht"¦
Soweit der angenehme Teil des Abends.
Dann wurde mein Sohn zum Thema:
Natürlich sei es gut, dass er sich kleiden dürfe wie er wollte, und ich ihm auch ungewöhnliche Wünsche erfüllen würde, und ich ihm nicht verböte Sachen auszuprobieren.
ABER, da ich ihm schon kein wirkliches Vorbild sei, was gesellschaftlich üblich sei, sollte ich ihm wenigstens das vermitteln.
Ihm gerade im Bereich des Genderausdrucks so viele Freiheiten (alle mMn) zu lassen würde ihn, wenn er auf die falschen Leute trifft, zu sehr verunsichern, er wüsste ja nicht was normal sei.
Ich würde ihn förmlich dazu drängen sich gegen die Regeln der Gesellschaft zu verhalten.
Summa Summarum würde ich ihm nicht die richtigen Maßstäbe an die Hand geben, um in der Gesellschaft, die einfach noch nicht weit genug sei, für Leute wie mich, bestehen zu können. Es sei zwar sehr bedauerlich dass die Welt so engstirnig, konservativ und "böse" sei, im Hinblick auf das Wohl eines Kindes sollte man aber klein beigeben.
Wir haben noch eine Weile diskutiert, wobei ich vermitteln wollte, dass sich in der Gesellschaft auch nichts ändern wird, wenn keiner aufmuckt, die Gegenfrage kam in dem Sinn, ob ich auch sonst gegen eine bewaffnete Truppe als erster in der Reihe anrennen würde, mit meinem Kind an der Hand.
VG
Vincent