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Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Mo 27. Sep 2010, 13:20
von exuser-23-02-2013
Nach herrschender Lehre bestimmen Angebot und Nachfrage den Markt. Aber stimmt das wirklich?

Für die meisten Geschäfte sind wir in der Außenwahrnehmung nicht existent, jedenfalls habe ich in üblichen Medien noch nie eine Reklame gesehen, die uns als Zielgruppe explizit anspricht oder selbiges auch nur andeutet.

Am offensten werden wir noch auf ebay umworben, wo sogar gewiefte private Verkäufer gelernt haben, dass Abkürzungen wie TV oder DWT dem Verkaufspreis nur selten abträglich sind. Andere Online-Shops umwerben uns eher implizit, der Begriff selber wird aber meist nur in den Shops verwendet, die sich auch auf uns spezialisiert haben.

Im realen Leben haben etliche Läden durchaus erkannt, dass es eine "besondere" Kundengruppe gibt, die durchaus zusätzlichen Umsatz macht. Tipps, bei welchen Läden dies so ist und wo wir unerwünscht sind, denn auch das soll es noch geben, werden intern unter der Hand weitergegeben. Eine Werbung wie etwa für Fremdsprachenkenntnisse ("Hablamos Espanol", "We speak english") habe ich aber noch in keinem Geschäft gesehen. Zumindest bei denen, die durchaus noch Hemmungen haben, bleibt damit die entsprechende Schwelle hoch oder es wird "blind" Ware "für die Frau/Freundin" gekauft. Da liegt m.E. ein nicht unerhebliches Umsatzpotenzial brach.

Wie groß der Markt wirklich ist, zeigen Brustprothesen und Perücken: So viele Frauen mit Brustamputationen kann es gar nicht geben, wie entsprechende Prothesen im Internet angeboten werden. Ähnlich ist es bei den Perücken, wo zudem noch die klischeehaften Langhaarperücken das Internet-Angebot dominieren. Interessanterweise sind die Preise in solchen Online-Shops ähnlich wie in den speziellen Läden a la Beate Uhse und Co. meist recht hoch, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht - aber der normale Handel, gleich ob Online oder Offline, hat das bisher nicht realisiert oder daraus keine Schlüsse ziehen wollen. Im Spielwarenhandel geht es doch auch, dort werden schon lange nicht mehr nur Spielwaren für Kinder verkauft, was da an Ware für Erwachsene über den Tisch geht, dürfte wegen der Höherpreisigkeit den Umsatz von reinen Spielwaren für Kinder vermutlich sogar übersteigen.

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Mo 27. Sep 2010, 13:50
von Gina
Aber jetzt mal ganz ehrlich liebe Leute!!! Es bedarf doch einer ziemlichen Überwindung sich im Laden als CD zu outen. Ich bestelle meine Kleider auch gerne bei Neckermann und bei KIK habe ich auch einen roten Kopf bekommen, als ich mich neu eingekleidet habe. Und es ist auch ein komisches Gefühl, wenn meine Freundin im Dessousladen ein Höschen in die Luft hält und über zwei Tische hinweg ruft "Du Schatz, wie gefällt Dir das? Es ist genau Deine Größe und ein süßes passendes Hemdchen ist auch noch für Dich da!" Zuerst war es komisch, aber mittlerweile finde ich es wunderschön, dass meine Freundin so offen damit umgeht und ich meine Hemmungen immer mehr verliere

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Mo 27. Sep 2010, 13:54
von exuser-23-02-2013
Und was war zuerst da: Das Huhn oder das Ei?

Werbung dient üblicherweise dazu, das Angebot zu publizieren und Nachfrage zu schaffen. Ich stimme zwar zu, dass nicht explizit geäußerte Nachfrage als solche schwer erkennbar ist, aber gerade das macht eine gute Marktkenntnis aus. Ein guter Geschäftsmann merkt, welche Ware gut geht und was wie Blei im Laden bleibt. Es wird teilweise viel Geld dafür ausgegeben zu ermitteln, wohin Kunden schauen, um an den passenden Stellen die Produkte zu platzieren, die nach dem Wunsch des Handels gekauft werden sollen. Mich irritiert, dass das Internet vormacht, dass es Bedarfe gibt - und der stationäre Handel es sich aus Unwissenheit, arroganter Ablehnung oder anderen Gründen entgehen lässt, hier aktiv zu werden.

Natürlich kann es zu Zielkonflikten mit der angestammten Kundschaft führen, muss es aber nicht, auch das ist eine Frage des Handlings. Wenn aber Geschäftsleute teilweise Kunden, die den Schritt in den Laden gewagt haben, nicht bedienen, weil sie sie für "solche" halten - formal ist das ihr gutes Recht -, respektive bedienen aber spüren lassen, dass sie unerwünscht und als Umsatzbringer nur geduldet werden ...

Wenn ich sehe, dass die Filiale einer großen Kaufhaus-Kette einen Einkaufsabend für Frauen ausrichtet, an dem die Männerabteilung sicher nicht verschlossen ist, frage ich mich schon, warum es so etwas nicht auch einmal für Männer gibt?

Fakt ist jedenfalls, dass da Marktpotenzial ungenutzt bleibt - warum auch immer; und seien es nur diffuse Ängste vor Konflikten mit der Stammkundschaft. Fakt ist aber auch, dass der Konzentrationsprozess im Handel ungebremst fortschreitet und gerade die Nutzung von Marktnischen etablierten Händlern das Überleben sichern kann - und wer von uns weiß nicht, dass etliche Spezialgeschäfte in den letzten 10 Jahren aufgegeben haben.

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Mo 27. Sep 2010, 16:14
von Joe95
na ja...
wenn ich von den ganzen tv, cd, dwt und was da noch mit macht mal die nehme, die wirklich geoutet einkaufen bleibt doch da ein verschwindend geringer teil...
ich kann mir vorstellen das ein paar buchstaben mehr im angebot, vielleicht sogar versteckt, für einen ebayhändler schon eher was bringen - es sieht ja keiner weswegen wer was bei ihm kauft...

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Mo 27. Sep 2010, 19:17
von Anita_TV
Hallo zusammen,

also bei ebay gibts `ne Menge Angebote, bei denen ausdrücklich "DWT" dabei steht, auch kann ich mich erinnern, dass vor rund 10 bis 12 Jahren bereits die Fa. "Transformation" aus England für Ihre Waren und Shops sowie die sog. Change away Angebote in Fernsehzeitungen geworben hat, Auch fand ich ein solches Inserat damals sogar in einer zeitschrift eines großen deutschen Automobil Clubs.
Allerdings waren diese Werbungen wohl absolut die Ausnahmen, denn seither hab ich ähnliches auch nicht wieder gesehen

lg

Anita_TV

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Mo 27. Sep 2010, 19:39
von SabineSKD
Das Problem ist das es leider eine Menge von LEUTEN gibt die das verurteilen was wir machen/sind !
Natürlich würde man so Kunden auch haben aber die gerne Meckern sind halt schnell bei der Sache.

Kann da ein Beispiel nennen - es ging um einen Wiederverkäufer Vertrag - soweit war alles in Ordnung bis dann auch zur Sprache kam das auch an "Unsereins" Verkauft wird - danach hat man vom Vertrag Abstand genommen - mit "Solchen" Kunden wolle man nichts zu tun haben.

Hier sind all die netten Vorurteile die dem Hinderlich sind im REALEN Leben im Internet geht das einfache - hier kann man auch dafür werden denn die Wenigsten werden befürchten das Jemand da was meckert und wenn sind die meisten ja NICHT vor einem Laden.

Und wegen der Preise - klar kann man doch hier etwas mehr nehmen als üblich denn wonach gesucht wird da ist meisten auch der Suchende bereit etwas mehr auszugeben weil man es nicht überall bekommt.

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Di 28. Sep 2010, 07:24
von Joe95
Katharina hat geschrieben:...Ich will nicht als DWT usw gesehen werden, sondern als Käufer(in)...
das ist eigentlich genau das, was ich in fachgeschäften erlebe... ich werde bedient und beraten, ohne das mein geschlecht auch nur im geringsten eine rolle spielt...

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Do 30. Sep 2010, 13:45
von LizzyD
Ich denke auch dass die Umwelt sicher viel entspannter damit umgeht, als man selbst annimmt. Ich selber arbeite in einer Damenboutique und die Kolleginnen und Schneiderinnen haben damit überhaupt keine Probleme. Unsere CD Kunden müssen sich aber immer sehr überwinden um Vertrauen zu fassen und selbst dann sind die noch super aufgeregt. Aber viele trauen sich einfach nicht. Letztens habe ich noch jemand gefragt, ob das für ihn ist, aber der hat das ganz aufgeregt verneint und hat fluchtartig den Laden verlassen.. ähm, dann lauf ich natürlich auch nicht hinterher. Aber es stimmt schon, ich würde draussen auch nicht dranschreiben "CD Welcome". Nur Männer die nur mal was probieren wollen ohne Kaufabsicht fliegen genauso raus, wie Girlies die sich nur mal in den Kleidern verlustieren wollen. Da machen wir keine Unterschiede.

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Do 30. Sep 2010, 16:31
von LizzyD
Ja, ich kann das ja auch verstehen. Die CDs die ich kenne, sind nicht die jenigen, die in Stöckelschuhen und Perücke einkaufen gehen. Die haben Familie und Job und haben 'Angst entdeckt zu werden. Nur für mich sind das gerade die sympatischen. Meist wird der Kontakt vorher per Mail aufgebaut, auch um einen separaten Termin zu vereinbaren. Ich kenne auch ein Wäschegeschäft in Berlin, die da ganz normal mit umgeht. Und in den Kaufhäusern der Großstädte fällt man als Mann an der Kasse mit Damenkleidern auch fast nicht auf. Da gibt es ganz andere Typen, die nerven oder sich daneben benehmen. Aber ich kann das schon verstehen. Ich will ja auch nicht im Sexshop meinen Nachbarn treffen.

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Do 30. Sep 2010, 19:25
von wonsti
Hallo,
ich denke auf die Nachfrage wird schon einegegangen, auch wenn nicht explizit auf Männer, CD oder wen auch immer hingewiesen wird.
Den Händlern ist schon bekannt, wer was kauft, und CDs suchen ja auch in der Regel im Damenbereich und nicht bei den Herren.
CDs werden also erreicht, eher müsste sich mancher Händler überlegen, ob er nicht weitere Kunden gewinnen könte, würde er manche sachen auch gezielt für Männer vermarkten:

Vor kurzem habe ich mir ein Paar kniehohe Stiefel gekauft, flach ohne Absatz. Sowas ist faktisch nur in der Damenabteilung erhältlich.
Ich kam mit der Geschäftsinhaberin etwas ins Gespräch, und sie meinte, dass sich relativ häufig auch Männer solche und ähnliche Modelle interessieren, aber eher selten einer kauft.

Ich habe ihr vorgeschlagen, was sie selbst auch schon erwogen hatte, doch mal ein paar den Herren zuzuordnen, weil sich viele Männer von "Damen..." einfach abschrecken lassen.
Ich lasse mich davon nicht beeinflussen, werder in der einen noch der anderen Richtung, abgesehen davon, dass ich mit meier Größe eher selten was passendes bei den Damen finde.

LG
Peter

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Fr 1. Okt 2010, 19:47
von Regina
Hallo zusammen,

ein sehr interessanter Thread.
Ich bin auch, wie Bunny, der Meinung, dass nur wir die Nachfrage selbst erzeugen können. Ich habe schon mehrmals für mich eingekauft. War dabei jedoch immer als Mann gekleidet. Dennoch habe ich häufig klar gemacht, dass ich für mich einkaufe. Trotzdem muss ich mich aber immer wieder überwinden und habe zu Beginn ein flaues Gefühl im Magen. Am Ende bin ich aber stolz und froh es gemacht zu haben. Allein unterschiedliche Sachen anprobieren zu können ist so vorteilhaft. Wie oft habe ich schon Dinge zurückgeschickt die mir nicht passten oder nicht standen.

Also, ich kann nur empfehlen im Geschäft für sich einkaufen zu gehen. Es muss ja nicht zur Rush Hour sein.

Gruß, Regina

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: Do 13. Jan 2011, 16:31
von dwtoldie
bunny69 hat geschrieben:...ich denke wir haben alle die gleiche Meinung: Wir müssen NACHFRAGE erzeugen!
Vielleicht sollten wir die Initiative ergreifen und eine Positivliste mit den Fachgeschäften erstellen, in denen wir gut beraten und bedient wurden und dann verstärkt diese Geschäfte aufsuchen?????
also diese idee finde ich gut, macht sie doch vielleicht vielen mut, die sich bisher nicht getraut haben
selbst damenkleidung oder wäsche im geschäft zu kaufen, siehe dazu auch
viewtopic.php?f=41&t=54

es gilt bekannt zu machen, wo man(n) gut kaufen kann, ohne schräg angeguckt oder gar abgewiesen
zu werden.
hier wäre eine eigene rubrik nicht schlecht, in die jeder positive erfahrungen hinterlegt.
mit angabe des firmennahmens und adresse.

die frage nach angebot und nachfrage stellt sich mir nicht.
das angebot ist da und die nachfrage auch.
die werbeindustrie schert sich nicht darum, dazu ist das klientel zu klein.
würden hingegen keine männer (mit faible zur weiblichen kleidung) von heut auf morgen
nichts mehr kaufen, dann bin ich überzeugt davon, dass der einzelhandel umsatzeinbrüche
von 3% bis 5% hätte. da fangen die wieder das jammern an.

also her mit kontaktadressen zu guten firmen, geschäften usw.
es ist dabei unherblich, ob es um die großen wie c&a, karstadt oder um kleine
geschäfte geht. hauptschache der genaue standort ist bekannt.

die millionen von euro, die von crossdressern, transgendern, dwt, fetischisten
und sonstigen liebhabern für damenkleidung, damenwäsche und damenschuhen jährlich
ausgegeben wird, soll denen zugute kommen, die diese zielgruppe gut bedient.
wer kundenfreundlich ist und u.U. noch beratung liefert und dann noch einigermaßen
preiswert ist, macht den umsatz.

dwtoldie

Re: Angebot und Nachfrage?!?

Verfasst: So 27. Feb 2011, 21:12
von -Janine-
kik ist schon nicht schlecht. manche online shops haben auch die etwas größeren schuhgrößen. otto zum beispiel...