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Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Di 23. Okt 2018, 20:01
von Vincent
Hallo,
nachdem meine Kleidung noch nie zu einem besonderen Thema wurde, schon gar nicht kontrovers, stelle ich mir gelegentlich die Frage, was denken meine Kinder darüber? Ist es für sie normal - einerseits ist das sicher so - oder hinterfragen sie kritisch?

Heute habe ich im Schulheft meines Sohnes eine interessante Zeichnung gefunden. Zuerst habe ich geglaubt, er hätte die Beschriftung verwechselt, bei genauerer Betrachtung ist mir klar geworden, dass dem nicht so ist.
Haarfarben stimmen, Bart stimmt, Kleid stimmt.

Externes Bild, es gelten die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen der ausgewählten Seite.Quelle: http://mybon.de/cd/heft.jpg


Und irgendwie bin ich doch überrascht, mit welcher Selbstverständlichkeit, er seinen Papa im Kleid darstellt. (ki)

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Di 23. Okt 2018, 21:37
von Simone 65
Vincent . Ich habe keine eigene Kinder . Ich habe viele Nichten und Neffen . Sie sind klein .
Sie haben Simone noch nicht gesehen , wissen aber Bescheid.
Nein , meine Nichte Jessica . Sie war vor drei Wochen mit mir und ihrer Mutter , meine Schwester , auf den Cannstatter Wasen. Ich war im Dirndl . Es war ein schöner Tag .
Ich habe Gestern telefoniert. Meine weitere Nichte Fabienne war mit dran . Sie hat sich lustig gemacht über mich . Es tat weh . Ich habe aufgelegt.
Es sind nicht meine Kinder . Trotzdem. 😧
Liebe Grüße Simone

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Di 23. Okt 2018, 22:08
von heike65
nun mach mal kein Drama daraus Simone, meine Mutter hat das Tablet mit einem Bild von Heike vor knapp 2 Jahren in die ecke gefeuert, ich bin seit nem halben Jahr Heike, das wird konsequent ignoriert, setz dir und denen einfach nen Punkt , wenn sie es dann nicht raffen ist es halt ein Kontakt/Verwandschaft weniger ...
Ich ignoriere meine Mutter auch

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Di 23. Okt 2018, 22:10
von heike65
Und hut ab für Vincents Kind/er, so sollte es sein

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Di 23. Okt 2018, 23:32
von Vincent
Simone 65 hat geschrieben: Di 23. Okt 2018, 21:37 Sie hat sich lustig gemacht über mich . Es tat weh . Ich habe aufgelegt.
Liebe Simone,
Kritik und Unverständnis wäre eine Sache, sich lustig machen eine andere, eine, gegen die man nicht ankommt, die verletzt. Das tut weh. Vielleicht solltest Du sie direkt darauf ansprechen und auch sagen, wie Du dich dabei fühlst, vorausgesetzt sie ist dafür reif, wovon ich ausgehen, da in jüngeren Jahren, wie bei meinen Söhnen noch nicht das Repertoire "lustig machen" vorhanden ist.

Ich habe noch den Vorteil, dass meine Söhne noch in einem Alter sind, in denen Eltern noch als höhere, starke und allwissende Instanz angesehen werden. In wenigen Jahren könnte die Situation genau umgekehrt sein. :roll:

:mrgreen:OK, dann zieh ich die Bilder raus, auf denen sie, auf expliziten Wunsch, Kleider tragen, weil es cool und so bequem ist :mrgreen:

Von der Zeichnung war ich auch deswegen überrascht, weil ich keineswegs immer in femininen Outfits anzutreffen bin, und Jeans mit rustikalem Pullover die gleiche Berechtigung gehabt hätten. Meine Nachfrage dazu wurde in etwa damit beantwortet: "das bist Du, sonst hätte ich einfach irgendeinen Papa gezeichnet"

Liebe Grüße
Vincent

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Mi 24. Okt 2018, 00:07
von Mirjam
Vincent hat geschrieben: Di 23. Okt 2018, 23:32 ... Meine Nachfrage dazu wurde in etwa damit beantwortet: "das bist Du, sonst hätte ich einfach irgendeinen Papa gezeichnet"
Die Antwort finde ich einfach nur soooo schön und berührend (he)

LG, Mirjam :()b

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Mi 24. Okt 2018, 05:47
von Svetlana L
Ich glaube, ich hatte es schon mal irgendwo geschrieben: Die Kolleg_innen meines jüngsten Sohnes hatten wohl unseren Nachnamen gegoogelt und sind dabei auch auf meine Homepage gestoßen. Auf die Frage, ob das seine Homepage wäre, hat er ganz lapidar - als ist es das Normalste auf der Welt - geantwortet, dass die seiner Väterin gehört. Gut, nun sind unsere drei Jungs schon etwas älter, aber ich erinnere mich auch immer wieder sehr gerne an mein Outing im März 2016. Da haben die unisono gesagt, dass sie einer anderen Generation angehören als wir und mit solchen Themen wie Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit quasi groß geworden sind.

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Mi 24. Okt 2018, 06:27
von Jasmine
heike65 hat geschrieben: Di 23. Okt 2018, 22:08 nun mach mal kein Drama daraus Simone, meine Mutter hat das Tablet mit einem Bild von Heike vor knapp 2 Jahren in die ecke gefeuert, ich bin seit nem halben Jahr Heike, das wird konsequent ignoriert, setz dir und denen einfach nen Punkt , wenn sie es dann nicht raffen ist es halt ein Kontakt/Verwandschaft weniger ...
Ich ignoriere meine Mutter auch
Ich möchte die verletzenden Worte meiner Mutter nicht wiederholen.
Es tat weh. Fazit: Ich habe schon vor längerem den Kontakt eingestellt.

Nun aber zum eigentlichen Thema;
Meine zwei Töchter (beide über 20) stehen 100 % hinter mir.
Sie brachten mir auch das Schminken bei. Ganz interessant ist auch,
das der Vatertag bei uns nicht mehr gefeiert wird. An Muttertag bekommen
meine Menalee und ich von unseren Kindern eine Überraschung.

Liebe Grüße Jasmine

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Mi 24. Okt 2018, 07:17
von Michelle_Engelhardt
Manchmal wünschen mir Bekannte einen schönen Muttertag. Ich bedanke mich artig....aus Höflichkeit, denn ich bin nicht ihre Mutter...biologisch betrachtet (smili)

Liebe Grüße
Michelle


PS. Simone, ich kann mir vorstellen, das es weh getan hat. Wie alt ist denn Fabienne?

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Mi 24. Okt 2018, 08:01
von Ulrike-Marisa
Moin zusammen,

Meinen beiden Jungs, heute 26 und 28 Jahre alt, habe ich es gesagt, als sie volljährig waren nach dem Outing bei meiner Frau 2012. Sie haben erstaunt und eher abweisend reagiert, watn Quatsch, biologischer Blödsinn und so, Für sie war es Neuland, diese Erkenntnis. Nein, in der Schule haben sie sich bis zum Abitur mit solchen Fragestellungen nicht auseinander setzen können; das Thema gibt es scheinbar noch nicht im Lehrplan. Sie möchten damit nicht belästigt werden und stehen mehr auf der Seite meiner Frau in dieser einen Fragestellung des Lebens. Sie nehmen es hin und sagen, dass das meine Sache wäre und sie nichts mit Trans* zu tun haben möchten. Nun, das ist ein Aspekt im Leben und es gibt auch weitere und auch sie leben mit dem Status Quo, den wir zu Hause haben. Wir machen weiterhin interessante Dinge zusammen, gerade waren wir wieder drei Tage im Harz und haben alte Baue befahren, eines unser gemeinsamen Hobbies. Wir leben einen gewissen Pragmatismus in dieser Frage und das geht nun schon seit Jahren gut, alle können damit leben, wie es so ist.

Grüße, Ulrike-Marisa :wink:

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Mi 24. Okt 2018, 08:13
von Tatjana_59
Es ist so wunderschön wenn Menschen hinter uns stehen, noch schöner wenn es die Familie ist, am schönsten Ist es wenn Partner und Kinder kein Problem haben.
Meine Tochter stand voll und ganz hinter mir als ich mich outete. Sie war da schon 28 Jahre.
Nach meiner Pä/Vä vor drei Jahren sagte ich zu ihr, egal wie dein Papa jetzt heißt, ich bleibe immer und überall dein Papa, möchte auch so angesprochen werden.
Nach meiner Gaop im Januar wiederholte ich diese Worte, meine Tochter war glücklich darüber.
Ich habe eine phantastische Tochter, darüber bin ich glücklich.

LG Tatjana

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Mi 24. Okt 2018, 09:27
von Jaddy
Mein Neffe kennt mich von klein auf in Röcken und Kleidern. Er ist jetzt 12 und hat mich noch nie gefragt. Angeblich auch seinen Vater, meinen Bruder, noch nicht. Es war auch sonst nie Thema, warum ich anziehe, was ich anziehe. Jetzt, nachdem ich auch wegen offensichtlicher körperlicher Veränderungen mal reinen Tisch gemacht habe, hat mein Bruder die einzigen Schwierigkeiten damit. Der Kleine freut sich wie eh und je. Bin mal gespannt, wie sich das entwickelt, wenn er so richtig zu pubertieren beginnt.

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Mi 24. Okt 2018, 09:47
von Michelle_Engelhardt
Hallo Ulrike-Marisa,

es ist schade, wie Deine Söhne reagieren. Von Menschen in diesem Alter sollte man doch eine gewisse Weltoffenheit erwarten, aber vermutlich endet auch hier wieder einmal die Akzeptanz an der eigenen Haustür.

Aber mal was ganz anderes: Was sind denn "alte Baue"?

Liebe Grüße
Michelle

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Mi 24. Okt 2018, 11:19
von Anja
Moinsen (moin)
Vincent hat geschrieben: Di 23. Okt 2018, 20:01 Und irgendwie bin ich doch überrascht, mit welcher Selbstverständlichkeit, er seinen Papa im Kleid darstellt.
Vincent hat geschrieben: Di 23. Okt 2018, 23:32 Meine Nachfrage dazu wurde in etwa damit beantwortet: "das bist Du, sonst hätte ich einfach irgendeinen Papa gezeichnet"
Wie süß ist das denn? (he)

Meine Kids sind 5 und 2 Jahre alt. Unser Großer war 3 als ich mein neues Leben anfing. Aber als Frau kennt er mich von Geburt an, da wir von Anfang an mit den Kindern den offenen Weg gegangen sind und ich mich an den "Frauentagen" nicht versteckt habe. Als unsere Kleine geboren wurde, lebte ich schon als Frau...
Häufig benutzen die Kinder in meinem Zusammenhang den weiblichen Artikel, so Sätze wie "Du bist die beste Papa der Welt" gehen dann glatt zweimal runter wie Öl :lol:

Grüße
die Anja

Re: Wie einen die eigenen Kinder sehen

Verfasst: Mi 24. Okt 2018, 11:25
von Laila-Sarah
Hallo,

in diesem Zusammenhang hatte ich einen Gedanken:

Wenn z.B. ein lesbisches Paar (2 Cis-Frauen) Kinder adoptieren oder aber aus früheren Beziehungen/Ehen mitbringen, wie reden die Kinder dann beide Elternpaare an 2xMama? oder 1xMama+1xPapa?, einfach nur den Namen?. Jemand Erfahrungen damit ?

VlG