Seite 1 von 1

Seehofer und seine "Minimallösung"

Verfasst: Sa 9. Jun 2018, 09:31
von Anne-Mette
Moin,

alle Zeichen scheinen nicht nur darauf hinzudeuten, sondern zu bestätigen, dass es nur eine "Minimal-Lösung" im Zuge der Umsetzung
der Regelung zur "3. Option" geben wird.

Bei der FAZ heißt es

Statt des großen Wurfes eines "Geschlechtervielfaltsgesetzes", wie ihn in der letzten Legislaturperiode nach ausführlichen Beratungen mit Betroffenenverbänden, Expertinnen für Genderfragen und Menschenrechtsorganisationen das Familienministerium ins Auge gefasst hat, wird jetzt ein Projekt auf den Weg gebracht, das minimalistisch konzipiert ist und so viel traditionelles Denken in den bekannten Geschlechterkategorien erhält wie möglich.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... 28304.html

Gruß
Anne-Mette
intersexuelle-menschen.jpg

Re: Seehofer und seine "Minimallösung"

Verfasst: So 10. Jun 2018, 09:02
von Anne-Mette
Guten Tag,

auch Du solltest inzwischen wissen, dass ganze Texte aus Zeitschriften, Zeitungen, Büchern oder Internetseiten nicht per Copy & Paste "übernommen" werden dürfen.

Verschone uns bitte mit solchen Kommentaren:
dass kann ja nur von einem Bayer kommen (eine "Minimal-Lösung")
Die sind einfach nur blöd und rassistisch.

Gruß
Anne-Mette

Re: Seehofer und seine "Minimallösung"

Verfasst: So 10. Jun 2018, 09:56
von Sabrina.P
Vielleicht nicht ganz rassistisch, aber diese pauschalierung "von einem Bayer" ist definiv nicht schön. Sprich lieber dan Namen (der ja schon in der Überschrift steht...) aus, dann streut sich die Aussage nicht über ein ganzes Bundesland...Aber nichts für ungut. Bin dir nicht böse deswegen!

Re: Seehofer und seine "Minimallösung"

Verfasst: So 10. Jun 2018, 11:29
von Marielle
Guten Morgen zusammen,
Anne-Mette schrieb:
... nicht nur darauf hinzudeuten, sondern zu bestätigen, dass es nur eine "Minimal-Lösung" im Zuge der Umsetzung
der Regelung zur "3. Option" geben wird.
Das ist der Stand der Dinge, leider. Der Entwurf für das "Geschlechtsänderungsgesetz" zielt darauf ab, mit den kleinstmöglichen Abweichungen am cis-binär-normativen System festzuhalten. Eben 'Heimat' und 'Leitkultur' aus der bürgerlich-konservativen Küche. Serviert von einem angstzerfressenen Kellner, der krampfhaft an den alten Rezepten festhält, obwohl vielen von dem Zeug schlecht wird.


Aus dem Entwurf:
2. -§ 22 Absatz 3 wird wie folgt gefasst:

"(3) Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe oder mit der Angabe "weiteres" in das Geburtenregister einzutragen."
3. Nach -§ 45a wird folgender -§ 45b eingefügt:

"-§ 45b

Erklärung zur Geschlechtsangabe und Vornamensführung bei Personen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung
Personen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung können gegenüber dem (1)Standesamt erklären, dass die Angabe des Geschlechts in ihrem Geburtseintrag durch eine andere in -§ 22 Absatz 3 vorgesehene Bezeichnung ersetzt werden soll. Mit der Erklärung können auch neue Vornamen bestimmt werden.

In der Begründung zum Entwurf findet sich die Definition von "Varianten der Geschlechtsentwicklung":
Der Anwendungsbereich der Regelung beschränkt sich auf Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung. Nach der aktuellen medizinischen Terminologie, die auf der bei der Konsensuskonferenz 2005 in Chicago vorgeschlagenen Klassifikation beruht, werden unter Varianten der Geschlechtsentwicklung Diagnosen zusammengefasst, bei denen die Geschlechtschromosomen, das Genitale oder die Gonaden inkongruent sind.

Fakt ist, dass wir (trans*) in dem Entwurf absolut nicht berücksichtigt werden und dass inter-Personen weiterhin einer extrem engen Definition von Geschlecht ausgesetzt werden. Sorge macht mir, dass dieser Entwurf das Ergebnis der sogenannten Ressortabstimmung ist. D.h.: Dazu haben die Ministerien für Justiz und Familie ihren Senf schon dazugeben können. Ausser der Verwendung von 'weiteres' statt 'anderes' hat das aber nichts gebracht. Das ist sehr enttäuschend.

Zur Zeit ist der Entwurf in der Verbändebeteiligung. Es bleibt die Hoffnung, dass die Community etwas auf die Beine stellen kann, was zu genug öffentlichem Druck auf das BMI führt, um wenigstens noch zu verhindern, dass dieser Entwurf zum Gesetz wird.

Habt es gut, macht es besser

Marielle