Guten Morgen zusammen,
es ist ja nicht nur eine Frage der Groß- und Kleinschreibung, wenn es um das Urinieren in Hanglagen geht.
Das Problem liegt wesentlich darin begründet, dass die, ach so hoch gelobte und immer wieder gern als leitkultureller Wert an sich verteidigte, Sprache der Dichter_innen und Denker_innen in ihrer gegebenen Mangelhaftigkeit keinen phonetischen Unterschied zwischen 'pissten' und 'Pisten' macht. Vielleicht sollten lieber diejenigen ihr Bafög zurückgeben, die neben ihrer ätzenden Kritik nicht auch gleich erklären, warum Bus, mit ganz kurzem U gesprochen, nicht mit Doppel-S geschrieben wird, weshalb das Ding, der Bus, eigentlich Buhs und der Ski-Hang eigentlich Pihste gesprochen werden müsste. Womit dann auch klar wäre, wer am Hang stehend beim Skilaufen zusieht und wer ein anstandsloses Ferkel ist.
Um was es aber eigentlich geht:
Hmmmm - mittlerweile ist es leider so, dass man nicht unbedingt sprachlich versiert sein muss, um "Journalismus" zu "machen".
Ich persönlich finde : Eine sehr interpretationsfähige Formulierung.

Die Tante soll ihr BAföG zurückzahlen - doppelt - weil es nix genutzt hat.
Kann mir mal jemand erklären, warum hier auf die Autorin eingedroschen wird?
Die FAZ, aus meiner Sicht ein schon fast reaktionäres Blatt, veröffentlicht einen zugewandten, sachlich richtigen Artikel über uns. Und wir haben nichts besseres zu tun, als uns über den Sprachgebrauch der Autorin zu echauffieren? Über einen Sprachgebrauch, der den Leser_innen der FAZ die Thematik verständlich darstellt und ihnen eindeutig nahelegt, dass wir völlig OK sind?
Was wollen wir eigentlich? Haben wir nichts anderes auf der Pfanne (Doppel-N, kurzes A), als über die zu meckern, die unser Thema in (mehr oder weniger) relevante Medien bringen, ohne dabei niederträchtig, hinterhältig oder ablehnend zu sein?
Das Ziel scheint leider nicht zu sein, mit denen in den Dialog zu treten, die unser Problem verstanden haben, die dafür streiten, dass jeder Mensch seinen Platz findet. Es geht wohl nicht darum, mit denen zu reden, die wissen, dass Gesellschaft ein dauernder Aushandlunsgprozess ist und die ihren Teil dazu beitragen. Es scheint manchen vielmehr darum zu gehen, eine isolierte Minderheitenposition aufrecht zu erhalten, aus der heraus man immer weiter beklagen kann, dass man von niemandem verstanden wird und das alle nur böses wollen.
Es gibt genug textlichen und sprachlichen Dreck da draussen, mit dem man sich beschäftigen sollte, weil damit Intoleranz, Hass und Ablehnung befördert werden. Dazu müsste man eine streitbare Position beziehen, die mehr als Latinum und kleinbürgerliches Kulturverständnis erfordert.
Und es gibt genug offene und liberale Leute da draussen, die verstehen, worum es uns geht, mit denen man ins Gespräch kommen sollte. Aber dafür braucht es auch mehr als kleinkariertes Sprachgepöbel und Dauerablehnungstextbausteine.
Marielle