Transsexualität „ Familie glaubt, dass ich gestört bin.
Verfasst: Mo 22. Aug 2016, 14:02
Hallo zusammen,
ich bin schon länger postOP und mit meiner Transition prinzipiell fertig ... sofern man irgendwann überhaupt mal von "fertig" sprechen. Man bleibt ja irgendwie eine Dauerbaustelle, aber das soll nicht Gegenstand meines Themas sein. Vielmehr wollte ich andeuten, dass ich nicht erst gestern auf die "fixe Idee" kam zu transitionieren. Ich hatte auch das Glück, dass meine Familie hinter mir stand ... vor allem hat mich meine Mutter unterstützt bzw. tut es noch. Der Rest hat es eher akzeptiert nach dem Motto "Joa, is halt so".
Nun haben sich jüngst doch wieder mehr oder weniger Grundsatzdiskussionen ergeben, u.a. weil meine OP-Heilung sehr schlecht verlief und es nach wie vor Komplikationen gibt. Letztlich kristallierte sich heraus - wenn es auch nie so gesagt wurde - dass ich quasi ja selbst Schuld bin, dass ich immer noch Probleme habe. "Ich hätte es ja auch so gewollt. Dann dürfe ich mich jetzt auch nicht beschweren." Als irgendwann auch noch der Satz "Ich dachte dein Psychologe hätte dir davon abgeraten" fiel, wurde ich allerdings hellhörig und wollte es genauer wissen. Irgendwie kam dann zu Tage, dass meine Familie sich bei einem Arzt und Kollegen - Leiter einer psychiatrischen Klinik - informiert hat, der wohl auch "Literatur zum Thema" hatte. Und ich denke, dass ich hier nicht weiter erläutern muss, was hier an Informationen ausgetauscht wurde - nämlich eben, dass es sich um eine Geschlechtsidentitätstörung handelt - und Störungen sind halt psychische Krankheiten. So steht es aktuell noch immer in jedem 08/15-Schulbuch und auch im ICD-Katalog. Auf der anderen Seite scheint eben dieser Arzt auch einer jeder zu sein, die an dieser These festhalten.
Ums kurz zu machen: Meine Familie war quasi bei einem Arzt, anstatt sich von mir über das Thema aufklären zu lassen. Warum? Misstrauen? Ärzte wirken kompentent, vor allem so ein Leiter und wenn der sagt, dass ich quasi eine Klatsche habe, dann ist das halt so. Da kann ich zehn Mal sagen, dass dieses Wissen aus dem Mittelalter stammt. Ich bekomme da halt kein Fuß in die Tür - meine Familie hat mich nicht als Mädel akzeptiert, sondern als Gestörte. Man kann auch sein gestörtes Kind lieb haben. Das musste ich jetzt wirklich sehr bitter feststellen!
Ich weiß irgendwie gar nicht, wie ich damit umgehen soll.
Die ganze Zeit wägte ich mich in dem Glauben, dass sie mich wirklich so akzeptiert haben - das, was ich wirklich bin.
LG Sternchen
ich bin schon länger postOP und mit meiner Transition prinzipiell fertig ... sofern man irgendwann überhaupt mal von "fertig" sprechen. Man bleibt ja irgendwie eine Dauerbaustelle, aber das soll nicht Gegenstand meines Themas sein. Vielmehr wollte ich andeuten, dass ich nicht erst gestern auf die "fixe Idee" kam zu transitionieren. Ich hatte auch das Glück, dass meine Familie hinter mir stand ... vor allem hat mich meine Mutter unterstützt bzw. tut es noch. Der Rest hat es eher akzeptiert nach dem Motto "Joa, is halt so".
Nun haben sich jüngst doch wieder mehr oder weniger Grundsatzdiskussionen ergeben, u.a. weil meine OP-Heilung sehr schlecht verlief und es nach wie vor Komplikationen gibt. Letztlich kristallierte sich heraus - wenn es auch nie so gesagt wurde - dass ich quasi ja selbst Schuld bin, dass ich immer noch Probleme habe. "Ich hätte es ja auch so gewollt. Dann dürfe ich mich jetzt auch nicht beschweren." Als irgendwann auch noch der Satz "Ich dachte dein Psychologe hätte dir davon abgeraten" fiel, wurde ich allerdings hellhörig und wollte es genauer wissen. Irgendwie kam dann zu Tage, dass meine Familie sich bei einem Arzt und Kollegen - Leiter einer psychiatrischen Klinik - informiert hat, der wohl auch "Literatur zum Thema" hatte. Und ich denke, dass ich hier nicht weiter erläutern muss, was hier an Informationen ausgetauscht wurde - nämlich eben, dass es sich um eine Geschlechtsidentitätstörung handelt - und Störungen sind halt psychische Krankheiten. So steht es aktuell noch immer in jedem 08/15-Schulbuch und auch im ICD-Katalog. Auf der anderen Seite scheint eben dieser Arzt auch einer jeder zu sein, die an dieser These festhalten.
Ums kurz zu machen: Meine Familie war quasi bei einem Arzt, anstatt sich von mir über das Thema aufklären zu lassen. Warum? Misstrauen? Ärzte wirken kompentent, vor allem so ein Leiter und wenn der sagt, dass ich quasi eine Klatsche habe, dann ist das halt so. Da kann ich zehn Mal sagen, dass dieses Wissen aus dem Mittelalter stammt. Ich bekomme da halt kein Fuß in die Tür - meine Familie hat mich nicht als Mädel akzeptiert, sondern als Gestörte. Man kann auch sein gestörtes Kind lieb haben. Das musste ich jetzt wirklich sehr bitter feststellen!
Ich weiß irgendwie gar nicht, wie ich damit umgehen soll.
Die ganze Zeit wägte ich mich in dem Glauben, dass sie mich wirklich so akzeptiert haben - das, was ich wirklich bin.
LG Sternchen