Seite 1 von 1

MDR um 4: Transsexuelle findet keinen Job

Verfasst: Mo 8. Aug 2016, 19:04
von Anne-Mette
"Mein Inneres und mein Äußeres passen nicht zusammen" - das erleben transidente oder transsexuelle Menschen jeden Tag.

https://www.facebook.com/MDRum4/videos/ ... 601224322/

Gruß
Anne-Mette

Re: MDR um 4: Transsexuelle findet keinen Job

Verfasst: Mo 8. Aug 2016, 19:42
von exuserin-2017-01-16
Moin moin den Bericht hatte ich schon im MDR gesehen als er direkt gesendet wurde. Es war ein ganz schlimmer Tag ich war schon total Sche... drauf, der Bericht hat mir dann noch den Rest gegeben.
Laut unserem Paul soll sich nach dem Bericht arbeitsmäßig etwas getan haben. Es wäre ja schön wenn es was gebracht hat.
LG Uta

Re: MDR um 4: Transsexuelle findet keinen Job

Verfasst: Mo 8. Aug 2016, 19:46
von ab08
Danke, liebe Anne-Mette,

ein kurzer, meiner Ansicht nach, ausgezeichneter Beitrag, der "das Problem" treffend beschreibt.

War bei mir im Grunde genauso --> "Das kann man doch niemand zumuten!" bekam ich zunächst zu hören.
Es werden Schwierigkeiten vermutet, wo keine sind. & Es wird nach Kräften versucht, die Person loszuwerden.
Auch das Argument "an einen anderen Ort umziehen" ist sehr typisch.
--> Kenn alles aus eigener Erfahrung - Mir halfen da Vernetzung, Berufsverband und Beamtenstatus - Andere haben es schwerer...

Wenn ich an meine alte Schule durfte und später, als ich wieder dort war, meinte ich bisweilen "Es ist nicht ansteckend!! - Es geht aber auch nicht wieder weg!"
Nur, wenn wir die Gelegenheit bekommen, arbeiten zu dürfen, merken die Leute, dass im Beruf keinen Unterschied macht, ob jemand transsexuell ist oder nicht.
( Unterricht & Schulaufgaben unterschieden sich bei mir jedenfalls nicht von Kolleginnen und Kollegen...)

In diesem Sinne ganz liebe Grüße
Andrea,

nun erst mal im Ruhestand.
Ev. lass ich mich nach der GAOp mal reaktivieren. Anfragen hab ich! - Ich wurde mehrfach dringend gebeten, denn der Bedarf in den Fächern Physik und Mathematik ist erheblich!

Re: MDR um 4: Transsexuelle findet keinen Job

Verfasst: Mo 8. Aug 2016, 20:10
von Svetlana L
Danke Anne-Mette für den Link. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das leider kein Einzelfall ist. Echt schlimm und traurig dazu, dass das heute immer noch so passiert. Da gibt es auf der einen Seiten große Konzerne, die Diversity- und sogar Transitionsrichtlinien erarbeitet haben und auf der anderen Seite Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen, wo man quasi zum Abschuss freigegeben wird, wenn man auch nur einen Hauch vom "Normalen" abweicht. Das kann echt nicht sein. Ein Ergebnis von trans* in Arbeit war ja auch, dass fast jede zweite trans*-Person niemals offen am Arbeitsplatz damit umgehen würde. Angesichts solcher Geschichten - wen wundert's. Irgendwo habe ich heute erst gelesen, dass das AGG einer dringenden Überarbeitung bedarf, wo dann auch ein Verbandsklagerecht rein soll. Dann wäre man in einer solchen Situation nicht mehr ganz auf sich gestellt. Ich bin echt wütend (und irgendwie auch froh, dass ich verbeamtet bin).

Re: MDR um 4: Transsexuelle findet keinen Job

Verfasst: Mo 8. Aug 2016, 23:54
von Diana.65
Hallo.

Ich hatte zufälligerweise die Vorankündigung für den Beitrag mitbekommen und daher meinen "Heimatsender" auch mal länger am Nachmittag gesehen. Da ich in meinem Umfeld einige Bekannte usw. habe, die sich auch schon des öfteren mit Arbeitssuche beschäftigen mussten, kenne ich die Problematik schon im "normalen" Umfeld. Bei "Randgruppen" (bitte den Begriff entschuldigen) verschärft sich die Problematik durch die Unwissenheit über solche Themen und Vorbehalte gegen "Andere" noch mehr.
Sicherlich wäre es wünschenswert, wenn offene Arbeitsstellen mehr nach fachlicher Qualifikation als nach persönlichem Befinden gegenüber den Bewerbern, vergeben werden würden. Aber von Vorurteilsfreier Bewertung ist unsere Gesellschaft sehr weit entfernt. Bleibt zu hoffen, dass da möglichst viele Personaler mal über ihr Verhalten nachdenken.

Grüße, Diana

Re: MDR um 4: Transsexuelle findet keinen Job

Verfasst: Di 9. Aug 2016, 07:20
von ab08
Diana.65 hat geschrieben:Da ich in meinem Umfeld einige Bekannte usw. habe, die sich auch schon des öfteren mit Arbeitssuche beschäftigen mussten, kenne ich die Problematik schon im "normalen" Umfeld.
Hallo Diana,

zunächst herzlichen Dank für Deinen Beitrag, Dein Verständnis für die Problematik und die guten Wünsche. (flo)
Trotzdem bitte ich, etwas mehr beim eigentlichen Problem zu bleiben und die Sache nicht "zu verwässern".
Wenn qualifizierte, z.Teil hochqualifizierte, Personen aus ihrem ausgeübten Beruf entfernt werden (bzw. dies versucht wird), NUR weil festgestellt wird, dass sie zufällig transsexuell sind, ist das etwas anderes, als "Probleme bei der Arbeitssuche". (Da unangemessen, schreib in dem Zusammenhang hier nichts über fremde Personen...)

Genaueres zu meinem Fall, um das Problem zu veranschaulichen:
- Hochbegabtenstipendium, gute Studienabschlüsse etc. - So konnte ich mir die Stelle im Grunde aussuchen.
-> Bald Fachleitung Mathematik etc. - Aber das CO führte zur Zwangspensionierung, trotz erheblicher Probleme, einen brauchbaren Ersatz für mich zu finden.
Als die Pensionierung rückgängig gemacht und ich rumgeschickt wurde (Bei Beamten möglich), war ich gut einsetzbar. Fachlich war ich nämlich allem gewachsen.
-> Das führte dazu, dass ich andernorts willkommen war und man mich ungern gehen lies, wenn es jeweils vom Dienstherrn angeordnet wurde... *)
-> Fachliche Kompetenz war am Ende der Grund, dass ich an der alten Schule so dringend gebraucht wurde, dass ich zurückkehrte...

Nix für ungut, :wink:
liebe Grüße
Andrea

*) So entstehende neue Freundschaften verstärkten übrigens meine "Vernetzung" :lol:

P.S. Nachtrag, um Missverständnisse zu verringern:
Die Arbeitssuche ist sicher erheblich schwieriger. - Manche Behördenmitarbeiter gehen sicher unsensibel vor.
Aber wir sollten Ausdauer zeigen und keinesfalls zu schnell aufgeben! (In meinem Fall: An den anderen Schulen war es kein Problem!)

Re: MDR um 4: Transsexuelle findet keinen Job

Verfasst: Di 9. Aug 2016, 08:54
von ExUserIn-2026-04-08
Die Macht der Anderen begründet sich oftmals darin, dass man sich selber Anderen nicht zumutet, sprich nicht die eigenen Bedürfnisse formuliert und lebt.

Etwa in diesem Sinn:

http://www.transaktionsanalyse-online.de/sich-zumuten/