Am Samstag war ich mit meiner Liebsten in München um noch die nötigen Dinge für die Urlaubsfahrt zu besorgen. Für den Abend hatten wir verabredet, dass ich mich zum ersten Mal in meinem Look vorstelle. Unsere Tochter war mit einer Freundin unterwegs, das passte gerade hervorragend.
Nach den Einkäufen beim ADAC gingen wir ins Kaufhaus in die Damen-Wäscheabteilung, gemeinsam suchten wir dort für sie ein paar schöne Slip/BH-Sets, Nachthemden und für mich dann noch ein paar hübsche Höschen. Sie völlig ungezwungen und selbstverständlich

. Als wir das hatten, gingen wir noch eine Etage höher und kauften für mich in der Damenabteilung ein paar neutrale aber schön weiche T-Shirts für die Urlaubstage. Männerbaumwolle trage ich schon länger nicht mehr so gerne. Leider schafften wir es nicht mehr uns nach neuen Nagellacken umzusehen, das wird heute oder morgen nochmal nachgeholt.
Wieder zuhause wurde ausgepackt und nochmal begutachtet, was wir alles gekauft hatten. Der Abend rückte näher, schönes Wetter, Abendessen auf der Terrasse möglich. So langsam bekam ich doch mulmige Gefühle vor der Premiere. Aber hier zitiere ich Aubrgine: "Nicht nur gackern, sondern auch Eier legen". Also ich vor dem Essen hoch, meine Sachen aus dem Versteck gekramt und in meinen Lieblingsrock und passendes Shirt geschlüpft, natürlich dann auch noch Pumps dazu. Dann wieder runter in die Küche, wo sie sich inzwischen um das Essen gekümmert hatte. Ihre Blicke dann waren gottseidank nicht ablehnend oder negativ, nein etwas kritisch zwar, aber etwas bewundernd und auch ein wenig neidisch, weil ich so schlank bin, und in einem Bleistiftrock eine richtig gute Figur machen kann. Ich führte ihr noch ein paar Kombinationen aus meinem Repertoire vor, dann setzten wir uns (ich im schwarzen Shiftkleid) zum Essen auf die Terrasse.Als es uns zu kühl wurde gingen wir ins Wohnzimmer, gönnten uns eine Flasche Wein und unterhielten uns lang und ausführlich über das künftige Zusammenleben mit meiner weiblichen Seite, bis kurz bevor unsere Tochter nach Hause kam. Die wollen wir da vorläufig noch raushalten, also war umziehen angesagt. In dieser Nacht hatten wir zum ersten Mal seit langem wieder für beide guten und erfüllenden Sex.
Die Zukunft lassen wir jetzt auf uns zukommen und sehen einfach wie sie mit der Entwicklung umgehen kann. Ich trage nun offiziell nur noch Damenhöschen, sitze in meinem Büro in Rock, Shirt und Pumps und sie weiß es. Sie hat mir auch ihre ganzen Duftproben aus den Parfümerien überlassen, weil sie sie ohnehin nicht braucht, sie hat ihre Note und wenn ich das Bedürfnis habe gut zu duften, bediene ich mich aus diesen Proben. Wir sind beide glücklich, so wie es jetzt ist, sie ist lockerer, gelöster denn je und ich happy wie schon lange nicht mehr. Klar wird sich mit der Zeit wieder der Alltag drückend auswirken, aber wir hoffen, dass wir die Auswirkungen dessen nach dieser Krise nun auch langfristig besser in den Griff bekommen.
Mein/unser Fazit: Wie hier schon so oft geschrieben, es hilft nur Offenheit, reden, reden und reden. Die Gefühle, und zwar von beiden, müssen auf den Tisch. Ich zweifelte auch, aber nun weiß ich es ebenfalls und kann allen die noch mit schlechtem Gefühl heimlich tun, dazu raten. Ich wusste es wird schwer für uns beide, weil sie in dieser Beziehung doch recht konservativ fühlte, aber man unterschätzt doch oft, was tiefe Liebe möglich machen kann. Das klingt ziemlich schnulzig, ist aber so.
Bleibt nur noch zu sagen: Ich habe die beste Frau der Welt