Hallo Beatrix,
Es geht in erster Linie um Arbeitskraft und Ökonomie, um den größtmöglichesten Gewinn für die Firma zu erwirtschaften und nicht um den Menschen selbst.
Beatrix63 hat geschrieben:Belege?
Frauen, die sich lieber um ihre eigenen Kinder kümmern, statt für den Chef zu verfügbar zu sein, ist den Arbeitgebern ein Gräuel. Daher steht unter Diversity, Frauen in die Erwerbstätigkeit zu holen, im Vordergrund. Gleichzeitig tut man sich nämlich noch mit dem Vaterschaftsurlaub schwer, ohne dass ein Vater jeglichen Schutz auf Vaterschaftsurlaub hat oder die Gewissheit, dass er nach der 3 bis 6 monatigen Auszeit nicht ersetzt, sprich gekündigt werden kann.
Beatrix63 hat geschrieben:Das hat jetzt so gar nichts mit dem Thema zu tun. Jeder Unternehmer sollte bemüht sein Reibereien unter den Angestellten zu vermeiden, da das den Arbeitsfluss hemmt.
Solche eventuellen Reiberein werden vermieden, indem man Transsexuelle usw. oft erst gar nicht einestellt (sofern es bekannt ist und zum Problem werden kann), um sich auch selber nicht einer eventuellen Klage auszuliefern, wenn sich jemand wegen einer Sache diskriminiert fühlen könnte. Minderheiten bedeuten für die Ökonomen Probleme und schlimmstenfalls die Angst vor Imageschaden. Siehe
Anke hat geschrieben:Es gab auch mal einen Konfliktfall, bei dem eine Führungskraft in Frage gestellt hat, dass ich einen Kundentermin übernehme und leite. Die Antwort meiner Chefs war sinngemäß so, dass dies zum einen meine Aufgabe sei und dass es da nie etwas zu beanstanden gegeben hätte und zum anderen, dass wenn wir Diversity ernst nähmen, wir hier überhaupt nicht diskutieren brauchen.
Von einer lieben Kollegen, mit der ich mich sehr gut verstehe kam einmal die Aussage: Wir waren erst alle überrascht und etwas geschockt, dann war das 3 Tage ein Thema
Im allgemeinen möchte ich sagen, dass gerade in dem Konzern, in dem ich arbeite, das Thema Diversity sehr ernst genommen wird. Das liegt auch sehr am ehemaligen Personalvorstand Thomas Sattelberger, der sich für dieses Thema sehr stark gemacht hat.
Meiner Meinung ist es ein Unterschied ob man vorher schon in dem Betrieb tätig ist und die Leute einen schon vorher kennen oder ob man erst neu dazu kommt. Und ob Menschen im Personalvorstand, wie oben genannt, überhaupt in den Betrieben zu finden sind oder nur solche wie die genannte Führungskraft. Da wird's nämlich schon schwieriger.
Beatrix63 hat geschrieben:
Hä ??? Lies mal das Ende des
ersten Absatzes. Es mag ja in kleinen (ländlichen) Firmen nicht so häufig angesprochen werden, aber bei großen, meist auch international agierenden Firmen, ist das durchaus wichtig.
Die wenigsten arbeiten bei großen Firmen wie Google, Facebook oder Microsoft, die sich das auf die fahne geschrieben haben. Mich interessiert viel mehr, was an Diversity Days als Ergebnis heraus kommt und nicht was in der allwissenden Müllhalde geschrieben steht. Besonders was Crossdresser betrifft.
Beatrix63 hat geschrieben:Ohne Minderheiten bringt Diversity nichts, gerade um die geht es doch.
Um die geht es aber nicht. Die werden höchstens für die eigenen Zwecke instrumentalisiert. Interdisziplinäre Teams bringen Probleme mit sich. Jeder, der schon mal in einem interdisziplinären Team gearbeitet hat, kennt und weiß von den Problemen. Da hat kein Arbeitgeber Zeit, sein hütendes Auge wegen irgendwelcher Weltanschauungen über sein Team zu legen, damit sich der andere nicht diskriminiert oder benachteiligt fühlt.
Gruß.
PS:
Daenerys Targaryen hat geschrieben:
Wie viel davon Fassade ist, weiß ich nicht. Ich kenne eine TS aus einem dieser Unternehmen, die von ihrer Firma sehr unterstützt wird. Aber ich denke auch, vor allem in kleinen und mittelständigen Unternehmen dürfte das Thema Diversity noch nicht angekommen sein.
Liebe Grüße
Daenerys
Den großen Firmen geht es vor allem darum, keine negativen Schlagzeilen in den Medien zu machen, die durch Klagen von Minderheiten hervorgerufen werden könnten. Also unternimmt man alles, damit sich transexuelle, homosexuelle Mitarbeiter nicht diskriminiert fühlen. Festzuhalten ist, dass die meisten Minderheiten schon vorher in den Firmen angestellt gewesen sind oder ihr Coming-Out erst hatten, nachdem sie schon längere Zeit in dem Unternehmen sind. Interessanter ist für mich, ob ein offener Homosexueller oder eine Transperson als neuer Mitarbeiter eingestellt werden würde oder ob bei gleicher Qualifikation sich nicht doch für einen gesellschaftskonformen Cis-Menschen entschieden wird.
Bei kleinen Firmen, die oft engen Kundenkontakt haben, ist es genau umgekehrt. Da will man sich besonders nicht durch experiementelle Lebensentwürfe seine Stammkundschaft verprellen.