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Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: Fr 6. Nov 2015, 16:20
von Clara
Hallo Ihr Lieben,
hoffentlich habe ich das richtige Unterforum erwischt. Also,
ich kaufe oft im Internet und werde von etwa 98% aller Händler als Kundin geführt. Die restlichen 2%, die mich schon (oder noch) als Mann kannten, weigern sich allerdings, das Konto auf meinen
weiblichen Namen umzustellen. Nun lebe ich seit eineinhalb Jahren meine Weiblichkeit aus und habe eine Indikation für die HRT in Aussicht, bin aber noch weit von einer NÄ/PÄ entfernt.
Ich weiß, 2% sind gar nichts und doch fühle ich mich extrem unwohl dabei, als Mann behandelt zu werden. Sämtliche Korrespondenz, als Clara geführt, wird zwar immer freundlich aber gnadenlos durch Ansprache mit meinem männlichen Vornamen beantwortet. Ist das schon Diskriminierung? Oder, bin ich zu empfindlich? Wie seht Ihr das? Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?
Viele Grüße
Clara
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: Fr 6. Nov 2015, 17:20
von ab08
Liebe Clara,
natürlich handelt es sich um Diskriminierung - Anfangs fallen uns aber oft noch nicht genügend geschickte Reaktionen ein.
Es ist es nämlich nicht einfach, angemessen dagegen vorzugehen. Ich persönlich würde es thematisieren und z.B. darauf hinweisen, dass ich die falsche Anrede als beleidigend empfinde.
Meine diesbezüglichen Schreiben fielen früher oft ziemlich deutllich aus.
Wenn es keinen Erfolg zeigte, steigert ich die Schärfe. Spätestens dann, wenn befürchtet wurde, dass das Ganze eine größere Öffentlichkeit /bzw. Vorgesetzte erreicht, gaben die meisten nach.
Erlittenes Unrecht öffentlich zu machen, war stets meine schärfste Waffe.
1.
Wenn es Dir wichtig ist, würde ich im konkreten Fall zunächst in freundlichem Ton ein weiteres
korrektes Anschreiben verlangen. - Wenn es erfolgt. O.K.
2. Wenn trotzdem wieder die falsche Anrede verwendet wird, würde ich schärfer werden und ev. damit drohen, es hier im Forum oder anderweitig (incl. Name der Firma) zu posten oder die Geschäftsbeziehung sogar zu beenden. Wenn dann eine Entschuldigung mit korrekter Anrede erfolgt O.K.
3. Wenn abermals falsch reagiert wird, würde ich die Drohung wahrmachen, kündigen bzw. hier oder anderweitig die ganze Geschichte ausführlich erzählen...
Allerdings hilft "öffentlich machen" nicht immer:
Meine langjährige Hausärztin ist zwar durchaus kompetent, hat aber bis heute Probleme mit der Tatsache, dass ich transsexuell bin.
Ihre Praxis liegt auf direktem Wege zwischen meiner Schule und meinem damaligen Erstgutachter/Psychiater (NÄ 2008).
Da ich in der Anfangsphase in Männerkleidung unterrichtete, aber korrekt, also weiblich gekleidet, beim Gutachter sein wollte, fragte ich dort,
ob ich mich in der Besuchertoilette der Ärztin umziehen dürfe. Dies untersagte sie mir ausdrücklich. (Also zog ich mich in der Toilette beim Psychiater um.)
Ähnlich verhielt es sich mit anderen Behandlungen in dieser Praxis im Zusammenhang mit TS. So wich ich eben auf andere Ärzte aus.
Inzwischen wird es mir doch zuviel und ich suche nach Ersatz. Obwohl ich bereits bei ihrer Vorgängerin war und die Praxis seit den 70er Jahren für hausärztliche Zwecke nutze...
Liebe Grüße
Andrea
Kleiner Tipp zum Schluss:
Sowas ist zwar diskriminierend, aber eigentlich auch normal. Also mach Dir nix draus.
Wenn ich Lust habe, rege ich mich
äußerlich auf.
Innerlich bin ich aber ruhig und amüsiere mich über das Theater...
Ähnliches kam bei mir in den ersten Jahren auch nach der NÄ öfter vor. (Auch, aber seltener, im Internet, meist im RL)
Es war höchst amüsant, aber in der Sache gab ich natürlich nie nach...

Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: Fr 6. Nov 2015, 18:09
von Nicoletta
Hallo, Clara,
in der Größenordnung von 2% dürfte das auch meiner Erfahrung entsprechen, dazu gehören die Wohnungsbaugesellschaft, meine Hausbank, die Krankenkasse und die Telekom. Als ich meinen Telefonanbieter dieses Jahr wechselte, wies ich darauf hin, dass ich als Frau lebe, wahrscheinlich aber müssten sie mich wegen der Bankverbindung wohl unter meinem männlichen Namen führen. Die Gesellschaft hatte damit aber gar keine Probleme, alle Schreiben lauten auf meinen weiblichen Namen, der Anschluss ist unter meinem weiblichen Namen registriert, der männliche erscheint dann offenbar nur intern bei Abbuchung der Telefongebühren. Gestern habe ich wieder einmal recherchiert, was an Informationen man eigentlich im Netz über mich finden kann. Zu meiner Freude stellte ich fest, dass es inzwischen mehr Treffer gibt, wenn ich meinen weiblichen Namen angebe. Sogar Bücher und Aufsätze, die ich noch unter meinem männlichen Namen publiziert habe, erscheinen inzwischen unter dem weiblichen Namen, obwohl ich da gar nicht aktiv geworden bin und es mich da auch gar nicht gestört hätte, wenn keine Umstellung erfolgt wäre. Meine Homepage läuft auch noch unter dem männlichen Namen, eine Änderung sei nicht möglich, es sei denn, ich würde die Inhalte zu einer neuen, weiblichen Domain (die verfügbar ist) umziehen. Ich habe das nicht getan, weil ich die Arbeit scheute und dort genannte frühere Publikationen unter dem männlichen Namen ausgewiesen sind. Geändert habe ich nur, dass Besucher auf der Startseite von mir unter weiblichem Namen begrüßt werden, obwohl die Domain den männlichen Namen ausweist.
Als diskriminierend empfand ich lediglich im Sommer die penetrant männliche Anrede durch eine russische Dame, die einen von mir geleiteten Sprachkurses frequentierte. Sie war die einzige, insgesamt nicht mehr als zwei-dreimal, da habe ich nicht reagiert. Sie fällt halt in dieselbe Kategorie ewig gestriger und intoleranter Menschen wie meine Mutter und meine Schwester.
Viele Grüße,
Nicoletta
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: Fr 6. Nov 2015, 19:08
von Nicki
Solange es nicht um online Shops geht ist das nicht diskriminierend. Unternehmen, wie z.B. Banken und Telekommunikationsgesellschaften, sind dazu verpflichtet deine Identität aufzunehmen und teils auch mit hohem Aufwand zu prüfen. Solange du also die Identität deiner natürlich Person, im juristischem Sinne, nicht hast korrigieren lassen (d.h. Personalausweis enthält deine weiblichen Daten), wärst du eigentlich diejenige, die die Unternehmen "betrügt", wenn du versuchst falsche Daten anzugeben oder richtige Daten zu ändern.
Allerdings ist auch Fakt, dass dein Geschlecht und damit die Anrede, nicht zu den Daten gehören, die aufgenommen werden müssen. Zumindest kenne ich keines, bei dem das ein aufzunehmendes Datum wäre. Vielmehr wird dieses i.d.R. nur aufgenommen, um dich in Schreiben richtig ansprechen zu können. Aber ob Frau Hans Mustermann im Briefkopf jetzt so viel besser klingt wage ich zu bezweifeln.
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: Fr 6. Nov 2015, 19:33
von Claudia-Luisa
Hallo Clara,
das Kreditinstitut könnte beispielsweise den alten Namen in den Konten beibehalten, aber in einer sog. Adresszeile den neuen/richtigen Namen so angeben, dass die Kontoauszüge entsprechend nur noch den neuen/richtigen Namen lauten. Auch die Ausstellung einer Scheckkarte oder BancKarte auf den neuen/richtigen Namen sollte kein Problem sein.
Somit wäre dem Geldwäschegesetz genüge getan, da der Bafin gegenlüber noch der alte Name gemeldet wird. Selbst Aufstellungen von Salden und Erträgen könnten so auf den richtigen/neuen Namen lauten.
Es liegt wohl immer am Wohlwollen der Bankangestellten bzw. deren Vorgesetzen.
Auch von einer privaten Krankenversicherung weiß ich, dass sie noch vor der offiziellen Umschreibung den richtigen/neuen Namen insofern akzeptiert, dass die Versicherungskarte neue ausgestellt wird.
Auch den gesetzlichen ist das nicht untersagt.
Vllt ist dir eine Link auf diese Seite hilfreich.
http://de.scribd.com/doc/179436677/Neue ... len#scribd
Liebe Grüße
C.-L.
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: Sa 7. Nov 2015, 15:42
von Nicoletta
Nicki hat geschrieben: Unternehmen, wie z.B. Banken und Telekommunikationsgesellschaften, sind dazu verpflichtet deine Identität aufzunehmen und teils auch mit hohem Aufwand zu prüfen. Solange du also die Identität deiner natürlich Person, im juristischem Sinne, nicht hast korrigieren lassen (d.h. Personalausweis enthält deine weiblichen Daten), wärst du eigentlich diejenige, die die Unternehmen "betrügt", wenn du versuchst falsche Daten anzugeben oder richtige Daten zu ändern.
Allerdings ist auch Fakt, dass dein Geschlecht und damit die Anrede, nicht zu den Daten gehören, die aufgenommen werden müssen. Zumindest kenne ich keines, bei dem das ein aufzunehmendes Datum wäre. Vielmehr wird dieses i.d.R. nur aufgenommen, um dich in Schreiben richtig ansprechen zu können. Aber ob Frau Hans Mustermann im Briefkopf jetzt so viel besser klingt wage ich zu bezweifeln.
Genau das hat die Fa. 1&1 offenbar gemacht. Ich habe meinen früheren und weiterhin offiziellen Namen angegeben, nur deutlich gemacht, dass ich mich mit dem weiblichen Namen identifiziere. Seither sehe ich nur noch meinen richtigen Namen, sogar im örtlichen Telefonbuch für die neue Telefonnummer, die alte läuft wohl noch über den männlichen Namen.
Bei der Bank habe ich auch gar nichts versucht bisher, auch nicht bei der (gesetzlichen) Krankenkasse. Ich besitze lediglich eine Kreditkarte auf den weiblichen Namen von amazon.de. Beim Empfang musste ich mich dem Postboten gegenüber ausweisen, der war aber offensichtlich etwas überfordert. Ich habe meinen dgti-Ausweis mit vorgelegt, und er war sich dann unsicher, welchen Namen er berücksichtigen sollte. Obwohl der Name auf der Karte der weibliche ist, habe ich ihn aber veranlasst, meine Identität mit dem männlichen Namen festzustellen.
Mein Hausarzt ebenso wie mein Zahnarzt haben gefragt, wie ich angesprochen werden will. Da ich sehr selten Ärzte aufsuche, weiß ich noch nicht, ob das dann wirklich funktioniert.
Letztlich muss ich sagen, dass ich damit keine Probleme habe. Wie schon Nicki sagte, empfinde auch ich es lediglich als störend und eigentlich diskriminierend, wenn ich bei persönlicher Begegnung, wenn ich erkennbar als Frau auftrete, männlich angesprochen werde, und das noch dazu in Gegenwart weiterer Menschen, die mich selbstverständlich als Frau behandeln.
LG, Nicoletta
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: Mo 9. Nov 2015, 11:43
von Clara
Vielen Dank für Eure Antworten!!
Ich freue mich besonders über die vielen neuen Aspekte. Manchmal komme ich ohne äußere Impulse/Meinungen eben nicht weiter.
Liebe Andrea: Sich äußerlich aufzuregen, innerlich aber gelassen zu bleiben, das will ich un auch versuchen. Das große Versandhaus werde ich insofern
verblüffen, als dass ich bei seinem 'Mitbewerber' aus dem selben Konzern bestellt habe, die Lieferung abwarte und denen dann sage, schaut 'mal, bei euren Kollegen geht es ganz einfach so - und nun? Warum das Geziere? Warten wir's 'mal ab...
Liebe Claudia-Luise: Vielen Dank für den Link! Die Seite ist sehr informativ.
Eine schöne Woche wünscht
Clara
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: So 15. Nov 2015, 03:57
von Clara
Ihr Lieben,
inzwischen hatte ich dem Versandhaus dies geschrieben...
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe gerade nachgeschaut: Ich kaufe nun schon seit etwa fünfeinhalb Jahren bei Ihnen und würde Ihnen auch gerne weiter treu bleiben.
Leider steht dem Ihr Verhalten entgegen, dass ich zunehmend als diskriminierend empfinde. Ich hatte mich schon einmal mit der Bitte an Sie gewendet, mein Kundenkonto auf den Vornamen meiner seit eineinhalb Jahren offen gelebten weiblichen Identität umzustellen. Sie wollten damals meiner Bitte nicht nachkommen.
Es handelt sich bei meinem Wunsch um keine Marotte sondern um ein ernstes Anliegen, zudem befinde ich mich in entsprechender ärztlicher Betreuung mit dem Ziel einer Personenstand- und Namensänderung. Dieses Verfahren braucht allerdings seine Zeit.
Für 98% meiner geschäftlichen Kontakte bin ich Clara ******** - auch ohne entsprechenden Personalausweis. Ich hege keinerlei Betrugsabsichten und
verfüge über einen ausgezeichneten Schufa-Score. Alles was ich möchte, ist von Ihnen nach Grundgesetz Artikel 3, Paragraph 3 behandelt zu werden, also nicht diskriminiert zu werden.
Ich bin gut vernetzt und könnte Ihr Entgegenkommen positiv publizieren und somit als Werbebotschaft multiplizieren. Falls Sie sich aber auch dieses Mal nicht entschließen können, meiner Bitte nachzukommen, werde ich nicht länger bei Ihnen kaufen.
Mit freundlichen Grüßen
Clara ********
...worauf sich eine Dame vom Service telefonisch bei mir meldete und mitteilte, sie könne leider nichts machen, es ginge um den Datenschutz. Auf meine Frage, wie ich dies verstehen solle und wessen Daten denn da geschützt werden sollten, wand sie sich auffallend ohne eine Begründung zu liefern. Da brachte ich an, dass ich bereits bei der Schwesterfirma ein "weibliches" Kundenkonto eröffnet, bestellt und die Lieferung auf meinen Wunschnamen erhalten hätte. Weiter teilte ich ihr mir, dass Firma X sogar eine Schufa-Auskunft über mich eingeholt hätte, also festgestellt haben müsse, dass ich rechtlich einen männlichen Vornamen trüge und trotzdem ohne Nachfrage lieferte. Nun versprach Sie, nochmals mit Ihrem Vorgesetzten darüber zu reden und sich wieder zu melden.
Dies tat sie mit dieser E-Mail:
Hallo Frau ********,
wie versprochen, melde ich mich wieder bei Ihnen.
Leider habe ich heute keine guten Nachrichten für Sie. Ohne gerichtlich anerkannte Personen Staatsänderung dürfen wir den Vornamen nicht ändern.
Ich hoffe auf Ihr Verständnis, Frau ******** und sende Ihnen herzliche Grüße aus B***********.
S****** Sch****
Na, da bin ich aber baff: In der Nachricht werde ich gleich zweimal als Frau angesprochen. Nutzt aber nichts, ich werde die Geschäftsbeziehung beenden, es wird mir zu kafkaesk. Wofür bitte soll ich Verständnis aufbringen? Wer verbietet aus welchem Grund die Änderung? Eine Erklärung/Begründung sehe ich nirgends.
Schlaflos, aber gewillt mir davon nicht den Tag verderben zu lassen, mache ich jetzt erstmal die Bügelwäsche. Meine Therapeutin meint sowieso, ich solle im Ladengeschäft und nicht "virtuell" einkaufen. Stimmt, denn eigentlich habe ich da bislang nur gute Erfahrungen gemacht.
Euch einen schönen Sonntag und viele liebe Grüße
Clara
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: So 15. Nov 2015, 10:24
von JuliaS (†)
Hallo Clara,
ich kann deine Erzürnung durchaus verstehen. Es ist lächerlich sich so widerspenstig anzustellen, vor allem da sie ja dein Geld wollen. Du tust recht daran dieses jetzt kooperativeren Unternehmungen zukommen zu lassen. Ich bin gespannt wie sich die Bahn AG im Bezug auf meine neue Bahncard anstellt. Die hat nämlich Frau Julia beantragt. Falls sie die nicht bekommt werde ich dort erneut meinen Unmut äußern. Wie es so schön in einem bekannten Film heißt: "Geschäfte mögen keine Menschen, Geschäfte mögen Geldbörsen". Wir alle haben durch unsere Kaufentscheidungen absolute Macht, nutzen wir sie.
Gruß
Julia
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: So 15. Nov 2015, 12:15
von ExUserIn-2026-04-08
So ganz verstehe ich die Aufregung nicht. Da ist eine Firma, die aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage ist, das Kundenkonto umzustellen. Ich würde sie höflich auf den Irrtum aufmerksam machen und wenn sie nicht gewillt ist, ihre Meinung zu ändern, meine Kosequenzen zu ziehen. Und es ist in der Tat so, dass einige Unternehmen gar nicht umhin kommen, nur das zu akzeptieren, was im Perso steht. Warum denn dann Donna Quichote spielen ?
Den Unmut, den ich in einer solchen Situation erfahre, ist mein Unmut. Er vergällt mir das Leben und hat letztlich keinen Sinn. Es gibt Alternativen, die frau nutzen kann. Aber die Aufregung würde mir schaden. Deshalb lasse ich es. Ich habe einen Account in weiblicher Form bei einem Unternehmen aus B., mit dem ich auch schon als Frau problemlos kommuniziert habe, aber bezahlen muss mein männliches Alter Ego.
Was will ich mehr ?
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: So 15. Nov 2015, 13:50
von martina
die letztendliche antwort auf die frage lautet wohl: es ist diskriminierung, wenn es einen richter gibt, der so entscheidet. ansonsten kannst du bis zum sankt-nimmerleins-tag darüber spekulieren. ob du dich dabei diskrimiert fühlst, ist erstmal irrelevant.
trotzdem verstehe ich deinen ärger nicht so ganz. ist diese frage wirklich so wichtig für dein leben, dass dich das so in aufregung versetzt? da ich ja schon immer mann bin und bleiben werde, werde ich von firmen immer mit "herr" angeschrieben. es gab allerdings damals, als ich dort noch kunde war, die telekom, die mich trotz mehrfacher hinweise mit "frau" angeschrieben hat. irgendwann hab ich dort gekündigt, wofür aber die fälschliche anrede nicht der grund war.
liebe grüsse
martina
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: So 15. Nov 2015, 21:24
von ExuserIn-2022-05-28
Nun solange keine Pae vorliegt liegt es im Ermessen der Firmen. Gerade im Versandhandel kann es zu grossen Problemen kommen : Abbuchungen werden nicht eingelöst weil eine Frau xxx bei der Bank unbekannt ist, Nachnahmen und Pakete kommen zurück, weil die Post bei Abholung die Sendung nicht an Herrn yyy wenn Frau xxx der Empfänger ist herausgibt, von Betrügereien mal ganz zu schweigen. Von dem her sehe ich es nicht als Diskriminierung sondern vor einer PAE als notwendiges übel.
Rein rechtlich ist es nun mal so, dass ein Vertrag und ein Kauf ist auch ein Vertrag nicht mit fiktiven Personen abgeschlossen werden kann und so der Händler ggf auf seiner Forderung sitzen bleibt. Eine Frau xxx, die in keinem Geburten- und keinem Melderegister existiert ist nunmal eine eine fiktive Person.
LG Chrissie.
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: So 15. Nov 2015, 22:14
von JuliaS (†)
Für Lastschriften ist es unerheblich wer Zahlungspflichtiger ist. Es zählt einzig und alleine die Kto-Nr. Im Falle der Nichteinlösung fragt der Zahlungsempfänger beim KI an und erhält Klarname und Anschrift. Es kommt häufiger vor als man denkt das Frau mit der Karte von Mann bezahlt und umgekehrt. Auch aus Sicht der Bankenaufsicht kann eine Karte auf Frau J ausgefertigt werden obwohl das Konto noch auf Herrn O lautet. Ich selber habe eine solche Karte und trete auch im Außenverhältnis rechtswirksam als Frau auf. Kurzum denke ich das es nur sehr wenige Fälle geben dürfte in denen auf die BPA-Identität bestanden werden muss, mir ist allerdings außer bei Banken und Telekomunikationsunternehmen kein weiterer Fall bekannt.
Gruß
Julia
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: Mo 16. Nov 2015, 08:07
von ab08
Hallo,
kleiner Nachtrag in eigener Sache:
Vor der NÄ (2008 waren NÄ und PÄ ja noch getrennt) war ich großzügig, besonders wenn guter Wille erkennbar war.
ABER leider kam es
auch danach(!) bisweilen vor, dass ich auf Sturheit traf. (
Komm halt rum, viele Kontakte 
)
Sobald amtliche Daten (z.B. Geburtsurkunde) durch NÄ/PÄ geändert sind, sollten sich alle daran halten!!
Das war auch später nicht immer der Fall, daher mußte ich bisweilen deutlicher werden.
(vgl. oben
http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 08#p127298)
(Heute - 2015 - ist Ruhe, aber teilweise dauerte der Lernprozess länger...)
Liebe Grüße
Andrea
Re: Ist das schon Diskriminierung?
Verfasst: Di 1. Dez 2015, 10:58
von Clara
Hallo Ihr Lieben!
Ich melde mich heute nach längerer Denkpause.
Ja, Vicky_Rose:
Und es ist in der Tat so, dass einige Unternehmen gar nicht umhin kommen, nur das zu akzeptieren, was im Perso steht. Warum denn dann Donna Quichote spielen ?
Deinem ersten Satz stimme ich zu. Das sehe ich ein. Aber ich erwarte bei Kontaktaufnahme eine offene Kommunikation. Ich möchte das Gefühl haben, persönlich gemeint zu sein, angesprochen zu werden.
Im Beruf versuche ich immer, dies den Kunden zu vermitteln - nicht immer erfolgreich. Aber es sind doch (hoffentlich) immer noch Menschen, die unsere Nachrichten bearbeiten. Im Geschäftsverkehr sollte ein
bestimmtes Verhalten begründet werden, da bin ich sehr sensibel oder anspruchsvoll.
Warum ich Donna Quichote spiele? Meine Therapeutin hat mir geraten, meinen gelebten Status öffentlich zu vertreten, gerne auch einmal etwas aktiver...
Ich gebe zu, es fällt mir dabei nicht immer leicht, die richtige Dosis zu finden, aber es wird besser!
Schön, dass es dieses Forum, Euch, gibt!
Liebe Grüße
Clara