Moin,
Du schreibst etwas von "Verbündete" und treibst doch selber einen Keil zwischen die Menschen ....
Hast einen schlechten Tag heute?
Irgendwie habe ich das falsch vermittelt - oder wir haben beide eine andere Meinung, was mit "Verbündete" gemeint ist.
(zu 2: nein, ich hatte keinen schlechten Tag.)
Ich halte es für relativ sinnlos, "unter uns" nach "Verbündeten" zu suchen. Die Gruppen, die eine Zusammenarbeit ermöglichen können und zusammenarbeiten WOLLEN, haben sich schon weitgehend gefunden - und mit denjenigen, die sich als APO sehen, wird auch nach weiteren zehn Jahren Diskussion keine Zusammenarbeit möglich sein.
Seit 30 Jahren betreibe ich Öffentlichkeitsarbeit und ebenso lange bin ich in politische Arbeit verschiedenster Art involviert. Dabei habe ich gelernt, dass diese Arbeit nur Sinn macht, wenn die Menschen, mit denen ich umgehe, mich auch verstehen. Das gilt für MitstreiterInnen genau so wie Verbündete. Kann ich "mächtige Verbündete" überzeugen, so können sie sich sehr hilfreich für meine/unsere Sache einsetzen. Insofern sehe ich die dgti-Bundesrats-Initiative auch als hoffnungsvollen Versuch.
Deshalb gilt für mich: erst einmal "ins Gespräch" kommen und informieren.
Das fängt schon im ganz Kleinen an. Die SchwimmbadbetreiberInnen, die ich wegen der Dusch/Umkleidefrage angeschrieben habe, zeigten sich in der Regel sehr bemüht, für akzeptable Lösungen zu sorgen. Nur sind sie nicht von allein auf das Thema "trans*- und intersexuelle Menschen im Schwimmbad und beim Sport" gekommen. Jedoch habe ich vielfach gehört/gelesen: ""¦ das haben wir nicht gewusst, wollen Ihnen jedoch gern helfen"¦".
Langer Rede — kurzer Sinn: informieren in einer Sprache, die beide Seiten verstehen — das wäre eine geeignete Vorgehensweise auch für andere Ebenen. "¦ und wenn es nicht auf Anhieb klappt, dann bitte so respektvoll mit den GesprächspartnerInnen umgehen, dass ihr Bemühen nicht zunichte gemacht wird.
So, nun komme ich zu dem Keil, den ich "zwischen die Menschen" getrieben haben soll. Anlass meiner "Kritik an der Kritik" war, dass eine große Vorsitzende zu einem Fernsehfilm im Rahmen von FrauTV sich wieder einmal NICHT mit dem eigentlichen Thema auseinandergesetzt hat, sondern lediglich ATME-STANDARD-TEXTBAUSTEINE in einem Facebook-Posting untergebracht hat.
Das geschah auch wieder einmal ohne Einleitung und Erklärung, was das mit dem eigentlichen Thema des Films zu tun haben soll. Weiterhin: durch Art und Weise der Äußerung(en) wird dafür gesorgt, dass sich daraus KEINE Diskussionsgrundlage entwickeln kann . Ich würde eher sagen,
hier wurden Keile zwischen die Menschen getrieben — und die Bereitschaft von Fernsehsendern, sich "unseren Themen" zu widmen, wächst bestimmt nicht, wenn dann so ein Echo ertönt. Solche Veröffentlichungen mögen zwar das eigene Ego befriedigen, sind jedoch für gemeinschaftliche Ziele schädlich.
Gruß
Anne-Mette