26.10.: "Intersex Awareness Day"
Verfasst: Mo 19. Okt 2015, 21:46
Moin,
eine Mitteilung von zwischengeschlecht.org:
Am 26. Oktober feiern Intersexe, Überlebende, Partner, Familien, Freunde und Verbündete rund um den Globus den "Intersex Awareness Day" zur Erinnerung an den allerersten Intersex-Protest am 26.10.1996 in Boston gegen den Jahreskongress der American Academy of Pediatrics (AAP), und zur Unterstützung des mittlerweile über 20-jährigen Kampfes um die Beendigung der Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM).
Auch wenn u.a. Deutschland und die Schweiz weiterhin auf Biegen und Brechen mit den IGM-TäterInnen gemeinsame Sache machen — 2015 ist ein gutes Jahr für Intersex-Menschenrechte:
Der UN-Kinderrechtsausschuss sowie der Ausschuss gegen Folter verurteilten beide wiederholt Intersex-Genitalverstümmelungen als "schädliche Praxis" respektive "unmenschliche Behandlung", ebenso zahlreiche weitere Menschenrechtsgremien, die Schweiz und Deutschland wurden beide wegen der andauernden IGM-Praktiken explizit gerügt. Aktuell sind allein in Deutschland gleich zwei Schadenersatzverfahren gegen IGM-Chirurgen und verantwortliche Universitätskliniken am Laufen, sowie ein weiteres in den USA. Und Malta ist das allererste Land überhaupt, das IGM-Praktiken zumindest formell unter Strafe stellte.
Deshalb wird Zwischengeschlecht.org den Intersex Awareness Day 2015 nicht nur mit einem, sondern gleich mit zwei gewaltfreien Protesten feiern:
Am Donnerstag, den 22. Oktober findet im Justizpalast Nürnberg-Fürth (genau, dem Austragungsort der berühmten Nürnberger Prozesse!) der zweite Verhandlungstag in Sachen Schmerzensgeldklage von Michaela "Micha" Raab gegen den sie seinerzeit verstümmelnden Chirurgen und den Tatort Friedrich-Alexander-Universitätsklinik Erlangen statt, unter Unterstützer_innen und in den Medien bekannt als "Nürnberger Zwitterprozess". Zum allerersten Mal überhaupt sind dabei direkt beteiligte IGM-TäterInnen persönlich vorgeladen und müssen vor Gericht aussagen! Zwischengeschlecht.org wird die Klägerin unmittelbar vor der Verhandlung erneut mit einem friedlichen Protest 12:30-13:20h vor dem Landgericht unterstützen. >>> Mehr über den 2. Verhandlungstag im "Nürnberger Zwitterprozess"
Am Montag, den 26 Oktober 2015 wird es genau 6 Jahre her sein, dass im Kantonsrat Zürich der 1. Intersex-Vorstoß der Schweiz eingereicht wurde, welcher u.a. Rechenschaft über vergangene und gegenwärtige IGM-Praktiken im kantonalen Universitäts-Kinderspital Zürich einforderte. Dies war nur der erste einer Reihe von strategischen Vorstößen, die alle durch beachtliche Medienpräsenz infolge vorgängiger gewaltfreier Proteste vor IGM-Kliniken unterstützt wurden, und die schließlich zur bahnbrechenden Stellungnahme der Nationalen Ethikkommission NEK-CNE von 2012 führten, auf welche wiederum die diesjährigen IGM-Rügen des UN-Kinderrechtsausschusses ("schädliche Praxis") und des Ausschusses gegen Folter ("unmenschliche Behandlung") explizit verwiesen. Zusätzlich hat das Kispi Zürich dieses Jahr eine beispiellose historische Aufarbeitung von IGM-Praktiken inkl. Klitorisamputationen in die Wege geleitet. Nur der Kanton steht weiterhin abseits. Deshalb wird Zwischengeschlecht.org während der Sitzungen des Kantonrats vom 26. Oktober von 07:30-15:00h eine friedliche Mahnwache vor dem Rathaus abhalten (Bew. einger.) >>> Mehr zu den Vorstößen und dem Protest
eine Mitteilung von zwischengeschlecht.org:
Am 26. Oktober feiern Intersexe, Überlebende, Partner, Familien, Freunde und Verbündete rund um den Globus den "Intersex Awareness Day" zur Erinnerung an den allerersten Intersex-Protest am 26.10.1996 in Boston gegen den Jahreskongress der American Academy of Pediatrics (AAP), und zur Unterstützung des mittlerweile über 20-jährigen Kampfes um die Beendigung der Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM).
Auch wenn u.a. Deutschland und die Schweiz weiterhin auf Biegen und Brechen mit den IGM-TäterInnen gemeinsame Sache machen — 2015 ist ein gutes Jahr für Intersex-Menschenrechte:
Der UN-Kinderrechtsausschuss sowie der Ausschuss gegen Folter verurteilten beide wiederholt Intersex-Genitalverstümmelungen als "schädliche Praxis" respektive "unmenschliche Behandlung", ebenso zahlreiche weitere Menschenrechtsgremien, die Schweiz und Deutschland wurden beide wegen der andauernden IGM-Praktiken explizit gerügt. Aktuell sind allein in Deutschland gleich zwei Schadenersatzverfahren gegen IGM-Chirurgen und verantwortliche Universitätskliniken am Laufen, sowie ein weiteres in den USA. Und Malta ist das allererste Land überhaupt, das IGM-Praktiken zumindest formell unter Strafe stellte.
Deshalb wird Zwischengeschlecht.org den Intersex Awareness Day 2015 nicht nur mit einem, sondern gleich mit zwei gewaltfreien Protesten feiern:
Am Donnerstag, den 22. Oktober findet im Justizpalast Nürnberg-Fürth (genau, dem Austragungsort der berühmten Nürnberger Prozesse!) der zweite Verhandlungstag in Sachen Schmerzensgeldklage von Michaela "Micha" Raab gegen den sie seinerzeit verstümmelnden Chirurgen und den Tatort Friedrich-Alexander-Universitätsklinik Erlangen statt, unter Unterstützer_innen und in den Medien bekannt als "Nürnberger Zwitterprozess". Zum allerersten Mal überhaupt sind dabei direkt beteiligte IGM-TäterInnen persönlich vorgeladen und müssen vor Gericht aussagen! Zwischengeschlecht.org wird die Klägerin unmittelbar vor der Verhandlung erneut mit einem friedlichen Protest 12:30-13:20h vor dem Landgericht unterstützen. >>> Mehr über den 2. Verhandlungstag im "Nürnberger Zwitterprozess"
Am Montag, den 26 Oktober 2015 wird es genau 6 Jahre her sein, dass im Kantonsrat Zürich der 1. Intersex-Vorstoß der Schweiz eingereicht wurde, welcher u.a. Rechenschaft über vergangene und gegenwärtige IGM-Praktiken im kantonalen Universitäts-Kinderspital Zürich einforderte. Dies war nur der erste einer Reihe von strategischen Vorstößen, die alle durch beachtliche Medienpräsenz infolge vorgängiger gewaltfreier Proteste vor IGM-Kliniken unterstützt wurden, und die schließlich zur bahnbrechenden Stellungnahme der Nationalen Ethikkommission NEK-CNE von 2012 führten, auf welche wiederum die diesjährigen IGM-Rügen des UN-Kinderrechtsausschusses ("schädliche Praxis") und des Ausschusses gegen Folter ("unmenschliche Behandlung") explizit verwiesen. Zusätzlich hat das Kispi Zürich dieses Jahr eine beispiellose historische Aufarbeitung von IGM-Praktiken inkl. Klitorisamputationen in die Wege geleitet. Nur der Kanton steht weiterhin abseits. Deshalb wird Zwischengeschlecht.org während der Sitzungen des Kantonrats vom 26. Oktober von 07:30-15:00h eine friedliche Mahnwache vor dem Rathaus abhalten (Bew. einger.) >>> Mehr zu den Vorstößen und dem Protest