Seite 1 von 1
Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: Mo 6. Jul 2015, 10:58
von Sabrina Verena
Hallo!
Ich weis nicht, ob das hier schon veröffentlicht wurde, aber beim Unversitätsklinikum Eppendorf in Hamburg läuft gerade eine Online- Umfrage zu Transzentren.
Ich stelle hier mal den Link rein.
Unabhängig meiner eigenen Bedenken.
http://ww3.unipark.de/uc/transgender-ge ... &act=start
Bedenken können in der Umfrage geäußert werden.
LG Verena
PS falls das die falsche Rubrik ist bitte verschieben.
LG Verena
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: Mo 6. Jul 2015, 14:19
von Jaqueline
Hi,
ich habe die Umfrage vor einiger Zeit bereits gemacht. Solche Zentren bekommen von mir eine klare Ablehnung.
Mit freundlichen Grüssen
Jaqueline
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: Di 7. Jul 2015, 05:18
von FraukeTV
Jaqueline hat geschrieben:Hi,
ich habe die Umfrage vor einiger Zeit bereits gemacht. Solche Zentren bekommen von mir eine klare Ablehnung.
Mit freundlichen Grüssen
Jaqueline
Und warum? Was spricht dagegen? Ich sehe da erst mal keinen Grund so etwas abzulehnen. Was übersehe ich?
Viele Grüße
Frauke
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: Di 7. Jul 2015, 08:34
von Katrin-Doris (†)
Hallo,
bei mir kommt: Sie haben die Umfrage bereits beendet.
Jetzt überlege ich, hast du es wirklich gemacht oder nicht...
Kommen jetzt die ersten Lücken im Gedächtnis ???
Liebe Grüße
Katrin-Doris
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: Di 7. Jul 2015, 09:09
von Sabrina Verena
FraukeTV hat geschrieben:Jaqueline hat geschrieben:Hi,
ich habe die Umfrage vor einiger Zeit bereits gemacht. Solche Zentren bekommen von mir eine klare Ablehnung.
Mit freundlichen Grüssen
Jaqueline
Und warum? Was spricht dagegen? Ich sehe da erst mal keinen Grund so etwas abzulehnen. Was übersehe ich?
Viele Grüße
Frauke
Hallo!
Solche Zentren sind eine zweischneidige Sache.
Der Vorteil ist, dass alles, was für eine Angleichung bei Transidenten erforderlich ist, unter einem Dach angeboten werden kann.
Der Nachteil ist, dass befürchtet werden muss, dass die Versorgung in der Fläche darunter leidet.
Abgesehen davon, wird bei Travesta gerade rum diskutiert, und man merkt, dass viele Vorbehalte gegen Ärzte und Psychologen haben.
Teilweise recht irrational begründet. Genau diese Ärzte und Psychologen werden in solchen Zentren aber tätig sein.
Eine grundsätzliche Ablehnung wegen einzelner Begriffe, die anders definiert werden, ist allerdings völlig fehl am Platze.
Bei Travesta sind es meist die aus dem Realo- Umfeld, die sich an Begriffen stören.
Man kann seine Bedenken und auch Anregungen in der Umfrage äußern.
LG Verena
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: Fr 10. Jul 2015, 20:48
von Jaqueline
Hi Frauke
FraukeTV hat geschrieben:
Und warum? Was spricht dagegen? Ich sehe da erst mal keinen Grund so etwas abzulehnen. Was übersehe ich?
Viele Grüße
Frauke
Ich kenne solche Zentren bereits aus GB. Ich bin dagegen weil:
- es keine Flächenversorgung mehr gibt
- so die Erfassung von TS-Personen erleichtert wird
- man mit dem Betreten einer solchen Einrichtung automatisch einen Stempel aufgedrückt bekommt
- die Wahlfreiheit des Arztes wird sehr stark eingeschränkt
- die Pharmalobby hat leichteres Spiel was die Beeinflussung der Aufklärung betrifft
- ...
Mit freundlichen Grüssen
Jaqueline
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: Sa 11. Jul 2015, 08:07
von FraukeTV
Jaqueline hat geschrieben:Hi Frauke
FraukeTV hat geschrieben:
Und warum? Was spricht dagegen? Ich sehe da erst mal keinen Grund so etwas abzulehnen. Was übersehe ich?
Viele Grüße
Frauke
Ich kenne solche Zentren bereits aus GB. Ich bin dagegen weil:
- es keine Flächenversorgung mehr gibt
- so die Erfassung von TS-Personen erleichtert wird
- man mit dem Betreten einer solchen Einrichtung automatisch einen Stempel aufgedrückt bekommt
- die Wahlfreiheit des Arztes wird sehr stark eingeschränkt
- die Pharmalobby hat leichteres Spiel was die Beeinflussung der Aufklärung betrifft
- ...
Mit freundlichen Grüssen
Jaqueline
Ah, okay. Deine Argumentation ist schlüssig. Ich habe dennoch Probleme damit, weil ich an der Evidenz zweifle.
@ Flächenversorgung: Ist es denn nicht so, dass die Nachfrage größer als das Angebot ist? Mir kommt es zu mindestens so vor. Somit könnte durch solche Zentren die Wartesituation doch verbessert werden. Was ich aber überhaupt nicht verstehe: Warum sollte ein(e) niedergelassene(r) Mediziner(in) oder Psychiater(in)/Psychologe(in), der bisher in der "Fläche" tätig war, seine Tätigkeit aufgeben? Seine kassenärztliche Zulassung für dieses Gebiet wird er behalten, es sei denn, er verkauft oder vererbt diese bzw. gibt sie zurück. Das ist mein Wissensstand darüber.
@ Erfassung von TS-Personen/Stempel aufdrücken: Das sehe ich ähnlich. Leider haben wir durch die neue Gesundheitskarte schon den gläsernen Patienten. Das ist auch der Grund, warum ich für meine bald beginnende Psychotherapie mich gegen die Diagnose F64.? gesträubt habe und mir stattdessen nun eine Depression hab bescheinigen lassen. Das bedeutet zwar mehr Arbeit, Lauferei und auch das eine oder andere Schreiben (auch für den Psychologen), aber das ist es #mir# (persönlich!) wert, um genau zu vermeiden, einen solchen Stempel zu bekommen, zumal ich ja gar nicht immer weiß, wer den so alles meine Gesundheitsdaten so lesen kann und wie das mal in zehn oder 20 Jahren sein wird.
@ Wahlfreiheit des Arztes: Wann wurde diese Wahlfreiheit in Deutschland für Kassenärzte widerrufen? Hab ich so nicht mitbekommen. Das es sehr wohl einen Unterschied zwischen Privat- und Kassenpatient gibt, ist ja bekannt. Das es auch evtl. zu Argumentationsnotwendigkeiten gegenüber dem ansässigen MDK vor Ort gibt, versteht sich ebenfalls.
@ Pharmalobby: Die mag ich auch nicht. Aber ich glaube, wir wurden als Zielgruppe noch nicht so wirklich erkannt. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja die eine oder den anderen mit Trans(irgendwas) Hintergrund in diesen Interessenverbänden. Wäre vielleicht nicht das Schlechteste.....
Aber mal zurück zum Thema und ich will da mal eine Lanze brechen:
In der Summe finde ich die Idee der Transzentren gar nicht mal so schlecht. Es hängt natürlich immer von dahinterliegendem Konzept ab. Wenn es dann zudem noch multiprofessionell besetzt ist, Patient(innen) als Akteure begreift und auch noch ein pädagogisches Konzept hat (entlang der Dimension: Clearing und Selbstwirksamkeit): Ich würde direkt hingehen!
Have fun!
Frauke
P.S. Sorry für die verunglimpfte Genderschreibweise. Da ich ja eh schon keine einfachen Sätze (mehr) kann und ich den Text nicht noch komplexer machen wollte, habe ich da etwas geschludert.
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: Sa 11. Jul 2015, 22:02
von Jaqueline
Hallo Frauke,
ich habe folgende Anmerkungen:
- Flächenversorgung: Das Problem, dass es nicht genügend Fachärzte gibt wird durch die Zentren auch nicht gelöst.
- Wahlfreiheit des Arztes: Die hast du heute noch, aber wer garantiert dir, dass du nicht den Arzt nehmen musst der gerade Frei ist? Deine Sachen stehen ja alle in einer Akte und sind innerhalb des Zentrums für jeden Arzt / Therapeuten zugänglich. So sehen am Ende wenn es blöd läuft viel mehr Ärzte deine Einträge als dir lieb ist. Wie willst du innerhalb des Zentrums den Datenschutz beeinflussen?
- Pharmalobby: ich bin in gewisser Weise heute schon ein Versuchskaninchen aber auf freiwilliger Basis. Wer garantiert, dass das dann so bleibt. Im Moment sind wir relativ uninteressant, weil es keine Zentren gibt und der Aufwand für sie relativ hoch ist. Hätten wir die Zentren, bräuchte das Pharmaunternehmen nur ein Zentrum und hätte quasi alle Trans*-Personen des Zentrums als Versuchskaninchen. Wer garantiert dir, dass die Daten innerhalb des Zentrums bleiben.
- noch eine Frage. Wie willst du wissen, das die Aufklärung im Zentrum objektiv und persönlich ist und nicht interessengebunden?
Ich bleibe beim nein für solch ein Zentrum, auch wenn es objektiv manches vereinfachen mag, aber ich sehe es eher sehr kritisch.
Ganz liebe Grüsse
Jaqueline
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: So 16. Aug 2015, 12:57
von Jaqueline
Hi,
sorry, dass ich das Thema wieder hervor hole. Ich hobe gerade folgenden Link zum Transgenderzentrum Am UKE gefunden:
http://www.uke.de/institute/sexualforsc ... _0&as_link
Wenn ich es mir durchlese wird mir schon schlecht.
Es fängt damit an, das man eine Überweiung braucht. Dies führt ungewollt zum Zwangsouting.
Weiter geht es mit Schulungen. Wer garantiert mir, das die unabhängig sind?
Weiter unten steht dann auch, dass Sexualstraftäter behandelt werden. Na toll, also alles in einen Topf.
Und es ist eine Forschungseinrichtungen. Wollt ihr wirklich ein Forschungsobjekt sein ob ihr wollt oder nicht?
Ganz liebe Grüsse
Jacky
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: So 16. Aug 2015, 13:10
von Anne-Mette
Moin,
Weiter unten steht dann auch, dass Sexualstraftäter behandelt werden. Na toll, also alles in einen Topf.
Das war auch Kritikpunkt an dem hier und an anderer Stelle diskutierten "dänischen Modell".
Aus einem Kommentar von Oktober 2014 bei FB:
Wir haben einen Hilferuf aus Dänemark erhalten. Dort soll die medizinische Versorgung transsexueller Menschen zentralisiert und eingeschränkt werden. In Zukunft soll nur noch eine Behandlung in speziellen Gender-Zentren möglich sein. Dazu gibt es nun eine Petition, diese Pläne zu verhindern.
Deshalb bin ich immer sehr vorsichtig, wenn es um "im Land X ist alles besser" geht.
Gruß
Anne-Mette
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: So 16. Aug 2015, 15:46
von Jaqueline
Hallo Anne-Mette,
ich habe nicht ohne Grund bereits meine Ablehnung hier bekundet. Daher kann ich deine Einstellung nur teilen
Jaqueline hat geschrieben:Hi,
ich habe die Umfrage vor einiger Zeit bereits gemacht. Solche Zentren bekommen von mir eine klare Ablehnung.
Mit freundlichen Grüssen
Jaqueline
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: Mi 9. Sep 2015, 23:18
von JaquelineL
Hi Jackie,
Jaqueline hat geschrieben:Hi,
[...]
Und es ist eine Forschungseinrichtungen. Wollt ihr wirklich ein Forschungsobjekt sein ob ihr wollt oder nicht?
nein, ich will es tatsächlich sein ("weil ich es will"), denn es gibt in meinem Bereich noch so wahnsinnig viel zu klären, dass ich mich als praktisches, intelligentes und auch analytisch denkendes Wesen gerne einbringen möchte.
Liebe Grüße
Jackie (die andere)
Re: Umfrage des UKE (HH) zu Transzentren
Verfasst: Do 10. Sep 2015, 00:21
von JaquelineL
Hi Jacky,
Jaqueline hat geschrieben:Hi,
sorry, dass ich das Thema wieder hervor hole. Ich hobe gerade folgenden Link zum Transgenderzentrum Am UKE gefunden:
http://www.uke.de/institute/sexualforsc ... _0&as_link
Wenn ich es mir durchlese wird mir schon schlecht.
Es fängt damit an, das man eine Überweiung braucht. Dies führt ungewollt zum Zwangsouting.
noch eine ganz andere, praktische Rückmeldung: Vor sehr vielen Jahren (vielleicht waren es die Anfangsjahren dieses Zentrums?) war ich einmal dort, es gab damals keinen Überweisungsbedarf, allerdings auch keine Hilfe: In einer offenen Sprechstunde unterhielt ich mich mit zwei noch recht jungen Menschen (Studenten oder frischen Ärtzen... es ist schon so lange her) und bekam nach einer Dreiviertelstunde die Rückmeldung, ich sei zu intelligent für eine weitergehende Behandlung. Das war damals ein herber Rückschlag für mich, denn selbst wenn ich mich durchaus in der Lage sah, über mich selbst zu reflektieren, konnte ich mir dennoch nicht selbst helfen. Das war (und ist) eben keine reine Frage der Intelligenz.
Wenn also weiterhin dort vor allem angehende Mediziner die "Unterstützungsleistung" erbringen sollen, darf man als Betroffene die Erwartung nicht allzu hoch stecken.
Liebe Grüße
Jackie