Hallo Andrea,
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Sa 15. Dez 2018, 01:43
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Marie-Elle hat geschrieben: Fr 14. Dez 2018, 21:09
Gerade jetzt mit Christkindl- und Wintermärkten, bei Glühweinständen oder Feuerzangenbowle kommt man schnell mal ins Gespräch.
Stichwort Diskotheken: Selbst wenn das Passing noch etwas mau ist, lernt man recht schnell jemand kennen.
Wer ist hier "man"? Mit Sicherheit trifft das nicht auf alle Menschen zu. Einige haben große Schwierigkeiten oder sind überhaupt nicht in der Lage, schnell mal ins Gespräch zu kommen.
vielen Dank für deine Antwort! Es fällt mir oft noch schwer, das Wörtchen "man" zu vermeiden. Aber ich arbeite dran.
Ich bin mir aber auch nicht sicher, wie ich oben das "man" vermeiden kann, aber es trotzdem allgemein bleibt?
Zum "ins Gespräch kommen" - reale Geschichte:
Ich war auf einem Weihnachtsmarkt (ok, muss dazusagen, es war der Pink Weihnachtsmarkt), kaufte mir einen Glühwein.
Dort gab es Stehtische/Bistrotische. Ich suchte nach einem Platz an einem Tisch, auf dem ich meinen Glühwein abstellen konnte.
Ich fand auch einen. Nach kurzer Zeit gingen aber die anderen am Tisch, deren Glühwein war leer. Ok, stand ich allein da.
Bis dahin war ich eigentlich nur passiv anwesend, hatte noch kein Wort gesagt.
Aber da viele andere Besucher auch ihren Glühwein abstellen wollten, war der Tisch schnell wieder gefüllt.
Ich konnte mir meine Tischnachbarn nicht aussuchen. Ich hätte diese vermutlich auch nicht selbst angesprochen.
Aber sehr schnell wurde ich in das Anstoßen mit eingebunden (oder fing auch einfach mal selbst zum anstoßen an).
So hatte ich gemerkt, dass Schritt für Schritt das Eis gebrochen ist und ich auch in die Unterhaltung mit eingebunden wurde.
Ich kann jetzt nicht sagen, dass die Unterhaltung von hochragender Qualität war, aber dass es kalt ist, ich auf Schnee warte
oder den Schnee gar nicht leiden kann, ... Oder auch eine Frage, wo es sonst empfehlenswerte Weihnachtsmärkte gibt?
Einfach bissl fliessen lassen. Meist tut der Alkohol sein übriges... Wenn sich keine Unterhaltung ergibt, vielleicht einfach anderen
Tisch suchen und neuen Versuch? Egal welchen Schmarrn man (allgemein!) erzählt, es wird einem der Kopf nicht heruntergerissen.
Ich war von Geburt bis Transition immer jemand, der sich nicht aus dem Haus getraut hat. Ich fühlte mich am Computer wohl,
konnte mit Menschen überhaupt nicht umgehen. Ich würde mich als Einsiedler bezeichnen. Hatte auch kaum Freunde,
meist dann auch noch nur themenbezogene. Geschweige denn Freundinnen.
Durch meine Transition hat sich hier etwas verändert. Oder ich wollte, dass sich etwas verändert. Hatte mein Computer früher
einen hohen Stellenwert, hat sich dies jetzt komplett geändert. Ich programmierte früher stundenlang. Jetzt, ja, ich muss noch damit
arbeiten, aber daheim hab ich ihn mittlerweile in einen Karton im Keller gepackt. Nur noch das Notebook für die Kommunikation,
kein Programmieren mehr. Ich bin fast jeden Tag unterwegs, mal Info-Veranstaltung hier, Kino, einfach mal nur durch die Fußgängerzone
schlendern, aber fast immer irgendetwas unter Leuten. Es geht nicht jeden Tag, weil auf die Dauer auch zu anstrengend.
Ich bin sicher als Transfrau erkennbar, mein Passing solala, spätestens, wenn ich den Mund aufmache, Geheimnis gelüftet.
Ich bin ein Mensch und ich trete so auf, wie ich gerade bin. Und wenn es anderen nicht gefällt, deren Problem. Ich bin aber immer offen
für Feedback und versuche es auch zu Herzen zu nehmen! Aber nicht um jeden Preis. Ich kann es auch nicht allen recht machen.
Oh, schon wieder so langer Text geworden, ich bitte um Entschuldigung. Ich habe einfach Gedanken heruntergeschrieben,
hoffe, dass wenigstens der eine oder andere hilfreich ist.
Liebe Grüße,
Marie