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Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Do 24. Sep 2015, 00:14
von Marielle
"Aber vielleicht ist diese x-fach Schnittmenge in der Mitte genau das" der kleine "gemeinsame Nenner"
Sie kann es sein. Die Existenz dieser Schnittmenge, entzieht den Differenzierungen ihre Wirkmacht. Es ist nicht mehr nötig und nicht mehr möglich, eine grundsätzliche, pauschalisierende Differenzierung vorzunehmen. Und trotzdem sind alle individuellen Eigensichten möglich. Es macht keinen Sinn mehr, nach weiteren Erläuterungen zu Differenzen zu fragen. Einen wirklichen Sinn hat nur noch die Frage nach der Eigensicht.
Marielle
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Do 24. Sep 2015, 00:53
von Marielle
Axh Rosi
das Weggelassene ist nicht das Wesentliche. Das Wesentliche wäre gegenseitige Akzeptanz.
Schlaf gut
Marielle
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Do 24. Sep 2015, 14:35
von Lieschen
Hm, ich denke, es ist vor allem sehr stark die Lust am Formulieren. Für uns Lesende ist dies auf Dauer aber a little boring.
Liebe Marielle, liebe Rosi: geht's nicht auch etwas konstruktiver?
Mediatorisch: Lieschen
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Do 24. Sep 2015, 20:13
von Magdalena
Hallo,
ich finde vor allem sollte es verständlich sein, nicht nur für Betroffene erkennbar. Wenn ich drausen auf der Straße erzähle, ich bin (LGBT, LGBTI, LSBATTIQ, TTIQ) denkte er vieleicht es handelt sich um eine Bezeichnung eines neuen Ferhnsehers oder ich komme von einem anderen Stern. Wichtiger scheint mir Begiffe zu verwenden, die von der Mehrheit, nicht nur hier im Forum verstanden werden. Denn wenn ich was verändern will und Andere dafür gewinnen muss, muss jeder verstehen worum es geht. Es ist wie bei neuen Produkten mit ausgefallen Namen, es ist zwar Neugier vorhanden, deswegen wird es aber noch nicht verkauft. Warum, weil sich keiner damit angesprochen fühlt.
Viele Grüße Magdalena
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 09:23
von JuliaS (†)
Werte Amanda,
Geschlecht entsteht zwischen den Ohren. Dies ist nicht änderbar. Wenn dieses nicht zur "Verpackung" passt gibt es ein Problem.
Entweder man gleicht die Verpackung an oder wählt den Exitus. Hiervon Betroffene nennt man Transsexuelle.
Passt das Geschlecht zur Verpackung, so ist alles in Ordnung. Hiervon Betroffene nennt man analog Cissexuelle. Dazwischen gibt es nun eine ganze Bandbreite vom Zwischenstufen.
Gruß
Julia
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 09:51
von eilinfox
Julia, genau so ist es.
Und weil es so ist, ist es so schwierig für mich, mich in der Bandbreite dazwischen zu verorten oder verorten zu lassen.
Unabhängig davon, dass ich akzeptiere und toleriere, das es diese Bandbreite gibt.
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 10:20
von JuliaS (†)
Hallo Eilin,
wo sich jemand verortet ist Privatsache. Jede(r) ist da frei und nicht verpflichtet sich zu rechtfertigen. Vor allem nicht gegenüber Dritten.
Gruß
Julia
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 10:22
von Marielle
Hallo Julia, Eilin, Hallo zusammen,
mir ist wirklich bewusst, dass es Menschen gibt, bei denen es um die schlimme Wahl zwischen Selbstmord und Anpassung geht. Und ganz bestimmt muss man mit mir dann nicht darüber diskutieren, was zu tun ist. Diese Menschen müssen einen Anspruch auf jede mögliche Hilfe haben.
Als Beschreibung dafür, was Transsexualität ist, ist mir diese Wahl aber viel zu strikt. Sie führt m.E. dazu, dass man denen, die keine vollständige körperliche Anpassung haben können oder wollen und sich nicht umbringen, ihre Transsexualität abspricht.
Mir macht es, ehrlich gesagt, ein wenig Angst, dass es demnach für Transsexuelle keinen selbstbestimmten Umgang mit ihrem Körper geben soll, der auf einer freien Willensentscheidung basiert. Einer Entscheidung, die sich auf den Körper bezieht, die aber nichts mit dem Empfinden zu tun hat.
Ich glaube, dass es durchaus transsexuelle Menschen gibt, die mit ihrem Körper nicht glücklich sind, aber auch noch andere Möglichkeiten, als Selbstmord oder strikte Anpassung, für sich sehen.
Habt es gut
Marielle
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 12:40
von JuliaS (†)
Hallo Marielle,
ich habe nur die Extrempositionen aufgezeigt. Wie weit die körperliche Anpassung geht ist auch von anderen Determinanten als nur dem Willen abhängig und zum Glück ist die Pflicht hierzu im TSG außer Vollzug gesetzt worden. Ich respektiere jede(n) der/die gewisse Dinge nicht macht. Wogegen ich erwarte das sich jemand der sich als TS definiert sich auch bemüht diesem gerecht zu werden.
Gruß
Julia
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 13:02
von Frida
Hallo,
wahrscheinlich bin ich schon immer transsexuell, nur kenne ich den Begriff erst seit ein paar Jahren. Die Rolle des Mannes fiel mir schwer, war mir unangenehm und mochte ich nicht. Mit meinem männlichen Körper stand ich auf dem Kriegsfuß, war mir unangenehm, mochte ich nicht. Ich habe immer wieder gelitten, aber nie resigniert. Ich hatte oft mit psychysomatischen Krankheiten zu kämpfen, war oft traurig und verspürte in mir eine tiefe, starke Sehnsucht nach etwas, was ich nie erklären konnte. Die Erkenntnis, dass ich weiblich bin, schlug ein wie ein Hammer und wirbelte mich eine ganze Zeit mächtig durcheinander. Ich litt. Und dann wusste ich, was ich wollte... und das war die Befreiung.
Trotz meines Alters habe ich mich zu einer HET entschlossen. Ich will als Frau leben, weil ich weiblich bin und dafür brauche ich einen weiblicheren Körper. Das Gefühl, dass ich gerne eine weiblichen Busen hätte, kenne ich schon sehr lange. Ich weiß nicht, ob ich auch eine GaOp brauche, denn der Wunsch nach einem weiblichen Geschlechtsorgan, war auch schon immer da. Ich warte ab, was die nächste Zeit mit den weiblichen Hormonen bringt.
Darf ich mich denn nun eine transsexuelle Frau nennen? Ach, ich mach es doch schon
Liebe Grüße, Frida

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 13:32
von eilinfox
Meine Definition von Transsexualität geht schon in die Richtung von Julia. Verbunden mit der pä/vä.
Der Leidensdruck ist so enorm, dass diesen Menschen keine andere Möglichkeit mehr bleibt.
Inwieweit, dann körperliche Anpassungen vorgenommen werden oder können, ist wieder individuell verschieden.
Demgegenüber sehe ich die Transgender, die diesen enormen Leidensdruck im Moment nicht so extrem verspüren oder verdrängen können oder müssen.
Unter Transgendern gibt es sicherlich auch viele transsexuelle Menschen, die ihren Weg noch suchen.
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 13:34
von gaby37
Hallo
JuliaS hat geschrieben:
Wogegen ich erwarte das sich jemand der sich als TS definiert sich auch bemüht diesem gerecht zu werden.
Wie wird man denn TS gerecht?
Gruß Gaby
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 13:50
von JuliaS (†)
Transsexuelle für die eine hohe Anpassung oder gar eine GAOP nicht möglich ist oder in Frage kommt, sollen also sterben. Wer so eine radikale Einstellung hat, disqualifiziert sich selbst und gehört hier definitiv nicht hin. Auf eine Diskussion mit solchen Individuen (die ich nicht Menschen nennen möchte) kann ich verzichten.
Amanda,
entweder du liest nur Bruchstücke oder willst Zusammenhänge nicht verstehen, es ist hinreichend nachgewiesen das Transsexuelle unter einem unvorstellbar hohen Leidensdruck leiden der nachweislich zu einer überdurchschnittlichen Selbstmordrate führt. Genau das meine ich mit "den Exitus wählen". Auch wenn es dich eigentlich nichts angeht, auch ich war eine Kandidatin und hätte diese Lösung gewählt wenn ich nicht zum einen doch etwas an meinem Leben hänge und ich nicht entdeckt hätte das ich transsexuell bin.
Gaby,
ich möchte deine Frage durch einen Ausschluss beantworten. Wenn jemand behauptet er sei transsexuell und über mehrere Monate keinerlei Bemühungen unternommen werden die bei einem Leidensdruck eigentlich zu erwarten wären wie z.B. gegengeschlechtliche Kleidung, Kontaktaufnahme zu einem Therapeuten, dann fällt es mir schwer an die Eigentdiagnose TS zu glauben. So etwas bin ich geneigt als nicht dem Anspruch TS gerecht werden zu bezeichnen. Natürlich gibt es immer Hinderungsgründe, aber gerade bei einem Leidensdruck ist man doch bestebt diese zu übewinden. Um es etwas unqualifiziert zuzuspitzen, das Leben als TS vor dem Coming Out ist keine Wellness-Kur und Going-Public nebst Transition sind kein Wunschkonzert.
In der Hoffnung ein paar Missverständnisse ausgeräumt zu haben,
Julia
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 14:20
von Frida
Das mit dem Leiden kann doch bei jedem anders sei. Wer kann schon bemessen wie stark jemand leidet oder wie viel er aushalten kann. Das ist doch individuell sehr verschieden. Danach kann man doch nicht Transsexualität bewerten oder gar jemanden diese absprechen. Jeder wird selber wissen, ob er es ist oder nicht und das sollte akzeptiert werden.
Gruß, Frida
Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?
Verfasst: Fr 25. Sep 2015, 14:39
von JuliaS (†)
Frida hat geschrieben:Das mit dem Leiden kann doch bei jedem anders sei. Wer kann schon bemessen wie stark jemand leidet oder wie viel er aushalten kann. Das ist doch individuell sehr verschieden. Danach kann man doch nicht Transsexualität bewerten oder gar jemanden diese absprechen. Jeder wird selber wissen, ob er es ist oder nicht und das sollte akzeptiert werden.
Gruß, Frida
Frida,
ich stimme dir (bedingt) zu. Ich würde niemanden seine Selbsteinschätzung absprechen. Dazu bin ich weder befugt, noch kompetent genug. Es gibt nur Konstellationen die es mir schwer machen eine solche Diagnose nachzuvollziehen bzw. zu glauben. Allerdings bin ich schon der Meinung durch meine Ausbildung als auch Lebenserfahrung befähigt zu sein zu erkennen wann jemand mit hoher Warscheinlichkeit glaubwürdig ist bzw auch nicht. Vielleicht spielt hier durchaus auch eine tätigkeitsbedingte Skepsis und ein ebensolches Misstrauen mit hinein. Verkürzt zusammengefast glaube ich grundsätzlich jeder Person die von sich behauptet transsexuelle zu sein. Allerdings fällt mir dieses im weiteren Verlauf leichter oder auch schwerer. Auch ich habe meine Idealvorstellung an der ich mich orientiere.
Gruß
Julia