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Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Mi 30. Nov 2022, 11:47
von Anne-Mette
@ALLE

Ich bin wieder mal erstaunt und erschrocken, wie es ausufert.
Das Grundthema heißt "Tag gegen Gewalt an Frauen"; inzwischen geht es hier um "Rumballern" und wir haben eine Notwehr-Diskussion.

Ich bin froh, dass ich in tätigen Initiativen mitarbeite, die sich bisher nie auf so ein Niveau begeben haben.

frauen-notruf.jpg

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Mi 30. Nov 2022, 12:14
von MartinaL
Lana hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 11:40
MartinaL hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 11:17 im Ernstfall heißt es er oder ich.
Man könnte fast glauben, die Menschheit sei erst gestern aus ihrer Höhle gekrochen.

(cry)

LGL
Was verstehst du an der Aussage "im Ernstfall" nicht? Ich will nur überleben und diese "Frechheit" unterstelle ich auch so ziemlich allen Anderen hier.
Ich bin jetzt mehr als 4 Jahrzehnte ohne den Einsatz körperlicher Gewalt über die Runden gekommen und habe das auch weiterhin vor. Ich habe gelernt Streit zu vermeiden und bisher hat das auch gut geklappt. Warum ich deswegen jetzt ein einfacher Primat sein soll....

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Mi 30. Nov 2022, 12:42
von conny
Lana hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 11:35 Deine (militärische) Logik funktioniert nur unter bestimmten Voraussetzungen, die nicht hinterfragt werden dürfen, weil sonst die Rechtfertigung von Kriegen nicht mehr möglich wäre. Sonst wäre es möglich, sich Gedanken über eine "Lösung" ohne Waffengewalt zu machen. Das steht in deiner Vorstellung jedoch "außer Frage", du schränkt also die Möglichkeiten zur Konfliktlösung von vorneherein auf gewaltsame Handeln ein. Dafür gibt es keinen Grund, es beraubt dich aber anderer Optionen, zunächst gedanklich, die gar nicht erst erwogen werden.
Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass Gewalt nur die Ultima Ratio sein kann und auch ist. Bei vielen militärischen Konflikten hat man sich Gedanken über Lösungen ohne Gewalt gemacht, dazu muß aber die Bereitschaft auf beiden Seiten vorhanden sein. Blossom hat das Beispiel Kosovo gebracht. Wo wäre der IS heute, wenn er nicht mit aller Gewalt zurück gedrängt worden wäre? Und bei Putin haben sich zig Regierungschefs die Klinke in die Hand gegeben um ihn von seinem Vorhaben abzubringen.

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Mi 30. Nov 2022, 13:33
von Malvine
Es gibt hier gerade 2 Ansatzpunkte in der Diskussion:
Ich denke jeder von uns hier weiß, das die Gewaltprävention an erster und wichtigster Stelle steht. Dies ist auch für mich deas erste Ziel für meine Handel.
Dann habe ich aber das Gefühl, das der oder die Andere nicht mehr weiter denken mag, wenn die Prävention versagt und ich Opfer eines Übergriffes werde.
Hier kommt jetzt das "sich wehre" dazu, um seine eigene Unversehrtheit zu erhalten.
Wie dieses sich wehren dann genau zeigt, ist für mich aber von der persönlichen und emotionalen Bindung zum Täter abhängig. Beispiel, wie Gewalt in einer Beziehung ausgeübt wurde haben wir hier schon bekommen. Und ich bin mir sicher, das es eine Unterschied zwischen dem Partner und dem Vergewaltiger im Park gibt.

Malvine

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Mi 30. Nov 2022, 13:46
von Violetta Arden
Dietlind hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 01:55
Violetta Arden hat geschrieben: Di 29. Nov 2022, 23:56
Malvine hat geschrieben: Di 29. Nov 2022, 23:29


Dietlind hat niemanden aufgefordert Waffen zu tragen, sondern nur von sich und ihrer Einstellung dazu

Malvine
Aber genau DAS meine ich....
Und was meinst du, wie ich mich gegen Überfalle verteidigen könnte? Ich bin eine ältere Frau, mit relativ geringer Muskelkraft und leichter Gehbehinderung. Da ich nie ein biologischer Mann war, und weder mein Skelet noch meine Muskeln sich je männlich entwickelt hatten, habe ich einem potentiellen Angreifer wenig entgegen zu setzen. Ich habe das Gefühl, dass ein Mensch, der sich männlich entwickelt hat, und einen Großteil seines Lebens als Mann gelebt, sich scheinbar kaum vorstellen kann, wie eine Frau sich fühlt, die Angst davor hat vergewaltigt zu werden! Lies dich mal durch Erfahrungsberichte, und lass mich wissen, wie du dich wehren würdest?

Linde
...könntest auch einen Pfefferspray dabei haben.

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Mi 30. Nov 2022, 18:18
von Blossom
Lana hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 11:35 Deine (militärische) Logik funktioniert nur unter bestimmten Voraussetzungen, die nicht hinterfragt werden dürfen, weil sonst die Rechtfertigung von Kriegen nicht mehr möglich wäre. Sonst wäre es möglich, sich Gedanken über eine "Lösung" ohne Waffengewalt zu machen.
Das stimmt so nicht. Natürlich sollten alle diplomatischen Optionen von Beginn an einbezogen werden - dazu bedarf es aber den Willen beider Seiten. Auch rechtfertige ich keine kriegerischen Auseinandersetzungen, abgesehen davon, dass es diese eh nicht gibt.

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Mi 30. Nov 2022, 18:23
von Blossom
conny hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 12:42 Blossom hat das Beispiel Kosovo gebracht. Wo wäre der IS heute, wenn er nicht mit aller Gewalt zurück gedrängt worden wäre? Und bei Putin haben sich zig Regierungschefs die Klinke in die Hand gegeben um ihn von seinem Vorhaben abzubringen.
Danke.

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Mi 30. Nov 2022, 22:10
von Michi
Mal abgesehen davon, dass der Thread weg vom Thema und sehr massiv in eine andere Richtung gezogen wurde ...

Malvine hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 13:33 Es gibt hier gerade 2 Ansatzpunkte in der Diskussion:
Ich denke jeder von uns hier weiß, das die Gewaltprävention an erster und wichtigster Stelle steht. Dies ist auch für mich deas erste Ziel für meine Handel.
Das sollte bei allen unstrittig sein, hoffe ich zumindest.

Allerdings setzt Gewaltprävention deutlich früher an .. und endet auch früher. Eine Waffe in der Handtasche gehört nicht dazu, sondern ist einkalkulierte Gewalt.

Malvine hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 13:33 Dann habe ich aber das Gefühl, das der oder die Andere nicht mehr weiter denken mag, wenn die Prävention versagt und ich Opfer eines Übergriffes werde.
Ich sehe vielmehr den Punkt, dass hier wiederholt Aufrüstung im zivilen Bereich als Prävention eingeordnet wurde.

Und genau da ist doch das Problem: "Waffen für alle" bedeutet zwangsläufig, dass auch die Täter bewaffnet sind, und natürlich damit rechnen, dass ihr Opfer bewaffnet ist. Daraus resultierend sitzen die Waffen der Täter viel lockerer. Und weil der Täter im Gegensatz zum Opfer die Tat plant, ausführt, sich deswegen auf die Situation, den Augenblick besser vorbereiten kann, und weil der, der zuerst schießt, mit höherer Wahrscheinlichkeit überlebt, kann man sich leicht ausrechnen, dass es dann mehr tote Opfer geben muss. Und das passiert nicht nur bei einer versuchten Vergewaltigung, sondern .. und das viel wahrscheinlicher .. wegen einer geraubten Brieftasche.

Malvine hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 13:33 Hier kommt jetzt das "sich wehre" dazu, um seine eigene Unversehrtheit zu erhalten.
Dahinter steckt die idealisierte Vorstellung, man könne mit den Kriminellen ganz leicht auf Augenhöhe kommen, indem man sich eine Waffe zulegt.

Aber: Eine Bewaffnung würde allenfalls dann helfen, wenn sie nur den Schwächeren vorbehalten wäre, die tatsächlich Bedarf hätten, sich mit Gewalt zu schützen. Aber es dürfte allen Beteiligten klar sein, dass das nur eine Utopie ist. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, erschossen zu werden. Aber hey .. was weiß ich schon. Vielleicht ist Frau ja die Chance, mit höherer Wahrscheinlichkeit erschossen zu werden, lieber, als der Verlust ihrer Brieftasche.

Malvine hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 13:33 Wie dieses sich wehren dann genau zeigt, ist für mich aber von der persönlichen und emotionalen Bindung zum Täter abhängig. Beispiel, wie Gewalt in einer Beziehung ausgeübt wurde haben wir hier schon bekommen. Und ich bin mir sicher, das es eine Unterschied zwischen dem Partner und dem Vergewaltiger im Park gibt.
Zu diesem Teil hätte gerne mal eine Erklärung, wie du das meinst.

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Mi 30. Nov 2022, 23:04
von Malvine
MichiWell hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 22:10 ...
Zu diesem Teil hätte gerne mal eine Erklärung, wie du das meinst.
Ich verweise hier einmal auf die Beiträge von Blümchen
viewtopic.php?t=25849#p358912
in Verbindung mit diesem Beitrag
viewtopic.php?t=25849&start=15#p358978

Kurzform von mir: Wenn mir meine Frau körperliche oder psychische Gewalt antun würde, fällt meine Reaktion eher defensiv aus. Sollte ich im Stadtpark von einer mir fremden Person aufgelauert werden, dann werde ich deutlich aktiver versuchen mich gegen Gewalt zu wehren. Lauert mir meine Frau im Stadtpark auf, dann wäre es wieder defensiv....

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Mi 30. Nov 2022, 23:54
von Dietlind
MichiWell hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 22:10 Allerdings setzt Gewaltprävention deutlich früher an .. und endet auch früher. Eine Waffe in der Handtasche gehört nicht dazu, sondern ist einkalkulierte Gewalt.
Wie will ich denn eine Vergewaltigung verhindern, ausser dass ich nicht mehr aus dem Haus gehe?

Täter bewaffnet sind, und natürlich damit rechnen, dass ihr Opfer bewaffnet ist.
Die Statistiken hier zeigen, dass Vergewaltiger nicht mit Waffen hantieren, sondern ihren Kick davon erhalten, dass sie eine Frau mittles ihrer Manneskraft überwältigen können.
Und das passiert nicht nur bei einer versuchten Vergewaltigung, sondern .. und das viel wahrscheinlicher .. wegen einer geraubten Brieftasche.
Um eine Brieftasche mache ich mir keine Sorgen, da ich eh nur Kreditkarten bei mir trage, und die mit einem kurzen Anruf gesperrt werden können (in den USA haftet man eh nur bis max 50 Dollar). Mir geht es absolut nur um meinen eigenen Körper, und meine panische Furcht vor einer Vergewaltigung.
Malvine hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 13:33 Hier kommt jetzt das "sich wehre" dazu, um seine eigene Unversehrtheit zu erhalten.
Dahinter steckt die idealisierte Vorstellung, man könne mit den Kriminellen ganz leicht auf Augenhöhe kommen, indem man sich eine Waffe zulegt.

Aber: Eine Bewaffnung würde allenfalls dann helfen, wenn sie nur den Schwächeren vorbehalten wäre, die tatsächlich Bedarf hätten, sich mit Gewalt zu schützen. Aber es dürfte allen Beteiligten klar sein, dass das nur eine Utopie ist. Deswegen ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, erschossen zu werden. Aber hey .. was weiß ich schon. Vielleicht ist Frau ja die Chance, mit höherer Wahrscheinlichkeit erschossen zu werden, lieber, als der Verlust ihrer Brieftasche.
Ich spreche von meiner Situation, und da ich schon über 50 Jahre in den USA lebe, mich daher etwas hier auskenne, kann ich relativ sicher behaupten, dass Vergewaltiger normalerweise nicht mit Waffengewalt ihre Opfer überwinden. Und wie ich schon schrieb, um meine Brieftasche mache ich mir keine großen Sorgen, und würde sie nie mit Waffengewalt verteidigen.
Malvine hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 13:33 Wie dieses sich wehren dann genau zeigt, ist für mich aber von der persönlichen und emotionalen Bindung zum Täter abhängig. Beispiel, wie Gewalt in einer Beziehung ausgeübt wurde haben wir hier schon bekommen. Und ich bin mir sicher, das es eine Unterschied zwischen dem Partner und dem Vergewaltiger im Park gibt.
Eben, da bei mir zuhause absolut keine Gefahr droht, weil ich weder noch einen Mann habe, noch mit Männern verkehre, gibt es für mich nur die Vergewaltigung im Park, und dagegen kann ich mich nur mit meiner Pistole schützen.

Linde

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Do 1. Dez 2022, 00:10
von Lana
Blossom hat geschrieben: Mi 30. Nov 2022, 18:18 Auch rechtfertige ich keine kriegerischen Auseinandersetzungen, abgesehen davon, dass es diese eh nicht gibt.
Behauptet ja auch gar niemand, dass du Kriege rechtfertigen würdest...
Aber dass es sie nicht gibt müsstest du schon erklären :?:

LGL

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Do 1. Dez 2022, 00:24
von Blossom
Lana hat geschrieben: Do 1. Dez 2022, 00:10 Aber dass es sie nicht gibt müsstest du schon erklären :?:
Habe ich nicht geschrieben ... sondern, dass es dafür eh keine Rechtfertigung gibt. Ich wollte im meiner Antwort nur nicht redundant werden ...

Aber sei's drum: "Auch rechtfertige ich keine kriegerischen Auseinandersetzungen, abgesehen davon, dass es eine Rechtfertigung dafür eh nicht gibt."

Re: Tag gegen Gewalt an Frauen

Verfasst: Do 1. Dez 2022, 00:30
von Lana
OK, danke. Das hatte ich anders verstanden.

LGL