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Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 00:27
von Ulrike-Marisa
Moin,

das Versagen in allen kirchlichen und staatlichen Institutionen ist mittlerweile belegt und regt niemanden mehr aufm, außer den Betroffenen vielleicht. Das ist ein Thema, das ganz individuell nur ganz wenige- Menschen anrührt. das Leben geht weiter mit oder ohne Maria 2.0... schauen wir mal...
Die Kirche, egal ob evangelisch oder katholisch ist nur von unten von den Mitgliedern, den Laien her reformierbar.

Grüße, Ulrike-Marisa.

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 00:28
von Blossom
Ulrike-Marisa hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 00:27 Die Kirche, egal ob evangelisch oder katholisch ist nur von unten von den Mitgliedern, den Laien her reformierbar.
Ja, denke ich auch. Betonköpfe zum Umdenken zu bewegen dürfte wohl kaum funktionieren.

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 07:57
von Dali
Blossom hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 00:28 Ja, denke ich auch. Betonköpfe zum Umdenken zu bewegen dürfte wohl kaum funktionieren.
Aber diese Betonschädel kamen ja auch irgendwo her. Die kamen eben auch von unten aus der Basis.
Ich fürchte, es wird sich der Mensch in dieser Hinsicht nicht ändern. Wenn er an Macht gelangt, wird er sie ausnutzen. Und wenn er in einer Führungsposition ist, wird er den Teufel tun und diese gefährden, indem er großartige Veränderungen macht. Das ist aber nicht nur in der Kirche so. Unsere Führungsebene ist z.T. so dermaßen abgehoben, dass sie vom kleinen Mann / Frau nichts mehr mitbekommt.
Wenn notleidenden Menschen Hilfe zukommt, dann meistens vom Menschen, die ungefähr auf Augenhöhe sind.
Wenn ich sehe dass die Kirche auf einem riesigen Vermögen sitzt, während in nicht einmal 5000 km Luftlinie die Menschen verhungern oder verdursten, dann suche ich vergeblich nach der vielbeschworenen Nächstenliebe. Gleiches gilt für z.B. DAX-Vorstände mit einem Schnitt von rund 6 Millionen Euro pro Jahr.
Tschuldigung, aber ich halte es für Pervers.

LG

Dali

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 08:53
von Jasmine
Alyssa hat geschrieben: Mo 24. Jan 2022, 06:52 https://m.tagesspiegel.de/gesellschaft/ ... 00164.html
Da frage ich mich warum haben die noch Mitglieder? Und vor allem wie lange noch? Wer will das System überhaupt noch stützen? Wenn da alle mit den Füßen abstimmen würden könnten die zuschließen. Damit wären die katholische Kirche aufgelöst und niemand würde es merken.
Liebe Alyssa, ich sehe das ein wenig anders. Es gibt bereits Bestrebungen zur Veränderung der Kirche und hierzu habe ich mir diese Internetseite durchgelesen:
https://www.mariazweipunktnull.de/thesenanschlag-2-0/

Ich habe mir zum Beispiel diese 7 Punkte genau durchgelesen.

Auch das habe ich mir durchgelesen: https://taz.de/Kommentar-Streik-der-Kat ... /!5591334/

Daher sehe ich eine Verallgemeinerung auf alle katholischen Personen nicht förderlich.

Liebe Grüße Jasmine

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 09:44
von Blossom
Jasmine hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 08:53 Ich habe mir zum Beispiel diese 7 Punkte genau durchgelesen.
Damals führte es zur Spaltung der Kirche und hatte bekanntermaßen ganz andere Gründe. Dazu dürften diese wenigen Thesen wohl kaum führen, ganz abgesehen davon, dass die Katholische Kirche das ja selbst weiß - nur halt dennoch nichts unternimmt. Somit sind sie das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.
Ich bleibe dabei ... ein solches Signal reicht nicht. Die Katholische Kirche muss man an dem Punkt packen, an dem es ihr dermaßen wehtut, dass sie reagieren muss ... und da ist es wie in nahezu allen Bereichen: Besitz und Geld.
Völlig unabhängig von deinem Glauben, den dir niemand nehmen will: Solange du nicht austrittst (den entfallenden Kirchensteuerbetrag kannst du anderweitig spenden) sitzt du im gleichen Boot ... und solange bist du zumindest moralisch mitverantwortlich. Glauben kann man übrigens auch dann, wenn man, weil man nicht konvertieren möchte, konfessionslos ist.

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 13:52
von Jasmine
Blossom hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 09:44 ................Solange du nicht austrittst (den entfallenden Kirchensteuerbetrag kannst du anderweitig spenden) sitzt du im gleichen Boot ... und solange bist du zumindest moralisch mitverantwortlich. Glauben kann man übrigens auch dann, wenn man, weil man nicht konvertieren möchte, konfessionslos ist.
Wow liebes Blümchen (dr) , also soll ich an den ganzen kriminellen Taten moralisch mitverantwortlich sein? Ein starkes Statement, das ich anders sehe. Zum einen gehe ich davon aus, das das Gro eben nicht kriminell ist. Kriminelle Taten müssen natürlich restlos aufgeklärt werden und vor allem bestraft werden. Eine Verallgemeinerung und die ganze katholische Kirche über einen Kamm scheren finde ich nicht okay. Gerade hier vor Ort wird von seiten der Kirche eine meiner Meinung nach gute Arbeit geleistet. Unstreitig dürfte sein, das es viel zu tun gibt in der katholischen Kirche und ich werde meine Kirche auch immer kritisch im Auge behalten.
Liebe Grüße Jasmine (dr) (he)

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 17:01
von ExuserIn-2022-05-22
Jasmine hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 08:53
Alyssa hat geschrieben: Mo 24. Jan 2022, 06:52 https://m.tagesspiegel.de/gesellschaft/ ... 00164.html
Da frage ich mich warum haben die noch Mitglieder? Und vor allem wie lange noch? Wer will das System überhaupt noch stützen? Wenn da alle mit den Füßen abstimmen würden könnten die zuschließen. Damit wären die katholische Kirche aufgelöst und niemand würde es merken.
Liebe Alyssa, ich sehe das ein wenig anders. Es gibt bereits Bestrebungen zur Veränderung der Kirche und hierzu habe ich mir diese Internetseite durchgelesen:
https://www.mariazweipunktnull.de/thesenanschlag-2-0/

Ich habe mir zum Beispiel diese 7 Punkte genau durchgelesen.

Auch das habe ich mir durchgelesen: https://taz.de/Kommentar-Streik-der-Kat ... /!5591334/

Daher sehe ich eine Verallgemeinerung auf alle katholischen Personen nicht förderlich.

Liebe Grüße Jasmine
Ich denke hier herrscht ein großes Missverständnis. Es geht nicht um die allgemeine katholische Person, die in der Kritik steht, sondern um die Institution und um die klerikale Clique von alten greisen Männern die das Zepter der Deutungshoheit und der Macht über Millionen Schäfchen fest in der Hand halten und nur sehr wenig Bewegung in das 21. Jahrhundert zu lassen. Dein Verweis auf einige Widerspenstige, die den Aufstand wagen in Ehren, aber eigentlich ist es nur ein laues Lüftchen. Der Aufstand von Millionen gegen diese greisen Machtstrukturen, ein Aufstand der der römischen greisen Clique zeigt das nicht mehr Ausgrenzung, Verschleierung und vieles anderes geduldet wird und das vor allem die Spitze der Basis zu dienen hat und nicht umgekehrt ist bisher nicht wirklich zu sehen. Erst wenn es heißt "Friday für eine moderne Kirche" die den Seelenfrieden bringen soll, nicht Unfrieden dann kann von Druck geredet werden. Ich sehe keine Bewegung auf der Straße,der der Spitze Druck macht. Ich sehe aber viele Unzufriedene, die dennoch das Spiel mitspielen. Warum keine knallharten Demos mit einem klaren Forderungskatalog. Frei nach dem Motto " wir sind die Kirche". Ihr da nur Repräsentanten. Was ist denn der Papst? Nur ein Mensch. Nur ein Repräsentant. Mehr nicht. Und Millionen hängen an seinen Lippen und plappern Nonsens aus dem Mittelalter nach. Warum? Weil sie es sich bequem machen und mitlaufen anstatt selbstständig zu denken, zu entscheiden, zu handeln. Mitläufertum hat im geschichtlichen Rückblick viel Unheil und selten Fortschritt gebracht.

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 20:10
von conny
Blossom hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 09:44 Solange du nicht austrittst (den entfallenden Kirchensteuerbetrag kannst du anderweitig spenden) sitzt du im gleichen Boot ... und solange bist du zumindest moralisch mitverantwortlich.
Jasmine hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 13:52 Wow liebes Blümchen (dr) , also soll ich an den ganzen kriminellen Taten moralisch mitverantwortlich sein?
Sippenhaft nennt man sowas.

Die kath. Kirche hat grds. einen hehren moralischen Anspruch, dem die meisten, gerade auch die Mitglieder in den Gemeinden vor Ort gerecht werden, wir reden hier von rd. 25 Mio. Menschen. Diesen eine, wenn auch nur moralische Mitverantwortung für die Mißbräuche und das Versagen der Obrigkeit, in die Schuhe zu schieben ist absurd.

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 21:09
von ExuserIn-2022-05-22
Wird nicht in anderen Fällen ( auch im geschichtlichen Rückblick auf das 20 Jahrhundert) auch eine moralische Mitverantwortung adressiert? Es wird ja sogar eine moralische Verantwortung auf die derzeitige und zukünftige Generationen bezüglich eines "nie wieder"¦" adressiert. Warum sollen da Millionen Kirchenmitglieder aus einer moralischen Verantwortung heraus genommen werden? Weil sie den Kopf in den Sand stecken und es sich bequem machen? Aus meiner Sicht bedarf es mehr dazu.

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 22:06
von Blossom
Alyssa hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 21:09 Wird nicht in anderen Fällen ( auch im geschichtlichen Rückblick auf das 20 Jahrhundert) auch eine moralische Mitverantwortung adressiert? Es wird ja sogar eine moralische Verantwortung auf die derzeitige und zukünftige Generationen bezüglich eines "nie wieder"¦" adressiert. Warum sollen da Millionen Kirchenmitglieder aus einer moralischen Verantwortung heraus genommen werden? Weil sie den Kopf in den Sand stecken und es sich bequem machen? Aus meiner Sicht bedarf es mehr dazu.
Danke, besser hätte ich es nicht ausdrücken können - denn genau das, wollte ich zum Ausdruck bringen.

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 22:23
von conny
Alyssa hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 21:09 Wird nicht in anderen Fällen ( auch im geschichtlichen Rückblick auf das 20 Jahrhundert) auch eine moralische Mitverantwortung adressiert? Es wird ja sogar eine moralische Verantwortung auf die derzeitige und zukünftige Generationen bezüglich eines "nie wieder"¦" adressiert.
+
Über welche moralische Verantwortung reden wir hier?
Unsere moralische Verantwortung zum 3. Reich erstreckt sich auf das nicht vergessen der Gräueltaten, "nie wieder", aber niemand von uns ist moralisch direkt verantworlich für diese.

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: So 30. Jan 2022, 22:55
von ExuserIn-2022-05-22
Aha. Dh. dann also brav an Jahrestagen TV sehen, eine Kerze anzünden und wie schrecklich sagen.
Oder ist es nicht eher das hinterfragen, in Frage stellen von politischen Aussagen von " fragwürdigen" Parteien, das den Mund aufmachen wenn nebenan Unrecht geschieht oder ggf zur Anzeige bringen oder oder?
Man kann es sich natürlich sehr einfach machen und wegsehen. Nichts sehen, nichts hören nichts sagen. Und schon hat man die Absolution, den Persilschein für das reine Gewissen. Und Sonntag brav die Kirche besuchen hilft auch dem Gewissen.

By the Way - vor meinem Haus sind sechs Stolpersteine. Als das geschah war zufällig niemand in dem Mietshaus anwesend. Zufälle gibt"™s...

Ps moralische Verantwortung ist eigentlich nie eine direkte Verantwortung. Habe ich nie behauptet!

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: Mo 31. Jan 2022, 05:16
von Dali
Alyssa hat geschrieben: So 30. Jan 2022, 21:09 Wird nicht in anderen Fällen ( auch im geschichtlichen Rückblick auf das 20 Jahrhundert) auch eine moralische Mitverantwortung adressiert?
Und nur weil das gemacht wird, ist es richtig??? Auch damals haben schon sehr viele protestiert und sind sogar für ihre Überzeugung ermordet worden. Ich wäre mit allen Vergleichen, die das dritte Reich betreffen, sehr vorsichtig.
Ich bin nicht schuld daran, was 1933 passiert ist, dagegen wehre ich mich strickt.

LG

Dali

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: Mo 31. Jan 2022, 09:06
von ExuserIn-2022-05-22
Das behauptet niemand. Selbst Israelis geben der heutigen Generation nicht die Schuld oder Verantwortung. Aber perspektivisch mit den Erkenntnissen, Erfahrungen und dem Geschehen im Kopf entsteht Verantwortung für die Zukunft.
Übrigens ob das viele waren kann man auch in Frage stellen. Die große Masse jedenfalls war ziemlich desinteressiert, gleichgültig.

Re: Nicht reformierbar, nichts dazu gelernt.

Verfasst: Mo 31. Jan 2022, 09:31
von Dali
Alles gut. Tschuldigung. Ich reagiere bei dem Thema gerne etwas über. (pl)