Re: Streit im Forum
Verfasst: Di 10. Mär 2020, 07:55
Danke Sabine,
ich habe das Buch mit gewinn gelesen. Es zeigt mMn gut ein Grundproblem in unserrem Geschlechtsverständnis auf, an dem sich immer wieder Streit entzündet. Unser gesellschaftliches Denken ist noch sehr stark in vergangenen Strukturen verhaftet, während die Biologie/Medizin heute deutlich weiter ist. Die Komplexität, die mit Geschlecht verbunden ist, findet (noch) keinen relevanten Niederschlag im Allgemeinen. Es fällt unglaublich schwer, sich von tradierten Strukturen zu lösen.
Deshalb ist der Post 57 von Dir, Sabine, durchaus treffend, auch wenn er nur einen Teilbereich umfasst. Das Loslösen von den eigenen Denkschemen sind das Problem. Und je fester die sitzen, um so schwieriger die Problematik. Die Chance, die das Leben mit einem Transmenschen in dieser Frage eröffnet, wird nicht gesehen.
Und ähnlich sehe ich auch die Meinungsunterschiede in diesem Forum. Man kann die Sichtweise des anderen als Bereicherung sehen oder als "Bedrohung". Sich auf eine andere Sichtweise einzulassen, bedroht die eigene Position. Der Streit hat für mich aber auch eine positive Komponente. Er kann Anlass sein, die eigene Position doch einmal zu überdenken. Dafür prallen die Argumente schon einmal hart aufeinander, aber nur, um verhärtete Positionen aufzubrechen. Voraussetzung ist hierfür der respektvolle Umgang, d.h. es geht um Positionen und nicht um Personen.
Manchen Menschen ist der Lärm zu laut, manche brauchen ihn, um zu Erkenntnissen zu kommen. Aber es ist nicht der einzige Weg. Vielleicht muss man einfach akzeptieren, dass Lärm manchmal dazu gehört und nicht gleichbedeutend mit "zerfleischen" ist. Aber die stille Art ist manchmal der bessere Weg, zu Lösungen zu kommen. Beides hat seine Berechtigung. Leider kommen die leisen Töne leicht "unter die Räder".
Für mich ist das Forum kein Platz für Harmonie. Unterstützung ist für mich nicht gleichbedeutend mit Empathie. Sie ist manchmal wichtig, aber die Auseinandersetzung mit einem Thema, bei dem man die eigene Meinung einbringt, ist genau so wichtig. Manchmal geht es auch darum, die eigene Meinung zu erschüttern. Das kann dann auch lauter werden.
Ich weiß, dass das für manche Menschen schwer zu ertragen ist. Aber es liegt ein Sinn im Streit. Ihn zu unterbinden, kann bedeuten, Potentiale zu verschenken. Aber wie gesagt, es geht um Positionen, nicht um Personen.
ich habe das Buch mit gewinn gelesen. Es zeigt mMn gut ein Grundproblem in unserrem Geschlechtsverständnis auf, an dem sich immer wieder Streit entzündet. Unser gesellschaftliches Denken ist noch sehr stark in vergangenen Strukturen verhaftet, während die Biologie/Medizin heute deutlich weiter ist. Die Komplexität, die mit Geschlecht verbunden ist, findet (noch) keinen relevanten Niederschlag im Allgemeinen. Es fällt unglaublich schwer, sich von tradierten Strukturen zu lösen.
Deshalb ist der Post 57 von Dir, Sabine, durchaus treffend, auch wenn er nur einen Teilbereich umfasst. Das Loslösen von den eigenen Denkschemen sind das Problem. Und je fester die sitzen, um so schwieriger die Problematik. Die Chance, die das Leben mit einem Transmenschen in dieser Frage eröffnet, wird nicht gesehen.
Und ähnlich sehe ich auch die Meinungsunterschiede in diesem Forum. Man kann die Sichtweise des anderen als Bereicherung sehen oder als "Bedrohung". Sich auf eine andere Sichtweise einzulassen, bedroht die eigene Position. Der Streit hat für mich aber auch eine positive Komponente. Er kann Anlass sein, die eigene Position doch einmal zu überdenken. Dafür prallen die Argumente schon einmal hart aufeinander, aber nur, um verhärtete Positionen aufzubrechen. Voraussetzung ist hierfür der respektvolle Umgang, d.h. es geht um Positionen und nicht um Personen.
Manchen Menschen ist der Lärm zu laut, manche brauchen ihn, um zu Erkenntnissen zu kommen. Aber es ist nicht der einzige Weg. Vielleicht muss man einfach akzeptieren, dass Lärm manchmal dazu gehört und nicht gleichbedeutend mit "zerfleischen" ist. Aber die stille Art ist manchmal der bessere Weg, zu Lösungen zu kommen. Beides hat seine Berechtigung. Leider kommen die leisen Töne leicht "unter die Räder".
Für mich ist das Forum kein Platz für Harmonie. Unterstützung ist für mich nicht gleichbedeutend mit Empathie. Sie ist manchmal wichtig, aber die Auseinandersetzung mit einem Thema, bei dem man die eigene Meinung einbringt, ist genau so wichtig. Manchmal geht es auch darum, die eigene Meinung zu erschüttern. Das kann dann auch lauter werden.
Ich weiß, dass das für manche Menschen schwer zu ertragen ist. Aber es liegt ein Sinn im Streit. Ihn zu unterbinden, kann bedeuten, Potentiale zu verschenken. Aber wie gesagt, es geht um Positionen, nicht um Personen.