Re: Männlichkeit in der Weiblichkeit ?
Verfasst: Mi 15. Jan 2020, 12:29
Hallo,
Bei Gender oder männlich oder oder weiblich muss man zunächst einmal Biologie (körperliche Merkmale) und Gedanken oder Empfinden voneinander trennen.
Beim Köper gibt es Merkmale, die in den allermeisten Fällen eindeutig männlich oder weiblich sind - aber auch schon hier nicht immer!
Wie denkt oder empfindet nun ein Mann oder eine Frau? - Wenn ich mich von allen Rollen-Klischees löse, kann ich diese Frage doch gar nicht beantworten. Wenn ich mich jetzt schrecklich aufrege und mit derben Worten beleidigend herum poltere, ist das dann eindeutig männlich oder nichts weiter als aufgestauter Frust, dem ich nur Luft machen will? Würde ich mich jetzt bemühen, gefühlsbetont und einfühlsam zu schreiben, würde Anja das bestimmt als weiblich interpretieren. Aber letztlich wäre es doch nur ein Schreibstil, den ich mir aneigne. Möchte ich jetzt Anjas Schwester sein? Vielleicht. Aber wenn sie mich als Bruder empfindet, wäre das für mich auch in Ordnung. Mit dem*r Enby kommt sie ja nicht wirklich klar.
Wann ist ein Mann ein Mann? - Ganz vollständig und eindeutig doch eigentlich nur während des Geschlechtsaktes. Bei einer Frau kommt viel mehr dazu: Kinder gebären und diese groß ziehen. Aber alles im gesellschaftlichen Leben, was über das Vorstehende hinaus geht, ist doch nur deshalb weiblich oder männlich, weil wir es ständig dort zuordnen müssen. Da wäre mein Beispiel mit dem Kochen. Und wo ist da jetzt der Unterschied? - Von einer Frau wird erwartet, dass sie für ihre Familie kocht - egal ob sie das jetzt mag oder nicht. Dann müssen auch die Vorräte dafür immer verfügbar sein. Kocht dagegen der Mann, möchte er gerne zeigen, was er kann. Und die Vorräte? - Um die kümmert sich doch die Frau. Wenn aber jetzt die Frau aus reinem Spaß daran kocht, und ihr das Aussehen der Küche und die Vorräte egal sind, ist die Welt nicht mehr in Ordnung - "Was macht diese Schlampe?". Und wenn jetzt der Mann die Küche aufräumt und einkaufen geht, ist er ein Pantoffelheld.
Bin ich jetzt eine Frau, wenn ich ein Kleid anziehe? - Eindeutig NEIN! - Genauso wenig wie es mich zu einem Mann macht, wenn ich mich in einer Kneipe voll laufen lasse. Alles nur Erwartungen, die bei uns von Kind an so geprägt werden. Und wenn dann ein Mann ein Kleid trägt oder die Frau in der Kneipe an der Theke herum hängt (einfach nur so, nicht um Männer zu verführen), stimmt das ach so wichtige Bild nicht mehr. Aber scheinbar erkennt man(n) / frau das nur, wenn er*sie es auf gedanklicher Ebene schafft, sich von diesem in unseren Köpfen tief eingebrannten Bild zu lösen.
LG Nicole
Bei Gender oder männlich oder oder weiblich muss man zunächst einmal Biologie (körperliche Merkmale) und Gedanken oder Empfinden voneinander trennen.
Beim Köper gibt es Merkmale, die in den allermeisten Fällen eindeutig männlich oder weiblich sind - aber auch schon hier nicht immer!
Wie denkt oder empfindet nun ein Mann oder eine Frau? - Wenn ich mich von allen Rollen-Klischees löse, kann ich diese Frage doch gar nicht beantworten. Wenn ich mich jetzt schrecklich aufrege und mit derben Worten beleidigend herum poltere, ist das dann eindeutig männlich oder nichts weiter als aufgestauter Frust, dem ich nur Luft machen will? Würde ich mich jetzt bemühen, gefühlsbetont und einfühlsam zu schreiben, würde Anja das bestimmt als weiblich interpretieren. Aber letztlich wäre es doch nur ein Schreibstil, den ich mir aneigne. Möchte ich jetzt Anjas Schwester sein? Vielleicht. Aber wenn sie mich als Bruder empfindet, wäre das für mich auch in Ordnung. Mit dem*r Enby kommt sie ja nicht wirklich klar.
Wann ist ein Mann ein Mann? - Ganz vollständig und eindeutig doch eigentlich nur während des Geschlechtsaktes. Bei einer Frau kommt viel mehr dazu: Kinder gebären und diese groß ziehen. Aber alles im gesellschaftlichen Leben, was über das Vorstehende hinaus geht, ist doch nur deshalb weiblich oder männlich, weil wir es ständig dort zuordnen müssen. Da wäre mein Beispiel mit dem Kochen. Und wo ist da jetzt der Unterschied? - Von einer Frau wird erwartet, dass sie für ihre Familie kocht - egal ob sie das jetzt mag oder nicht. Dann müssen auch die Vorräte dafür immer verfügbar sein. Kocht dagegen der Mann, möchte er gerne zeigen, was er kann. Und die Vorräte? - Um die kümmert sich doch die Frau. Wenn aber jetzt die Frau aus reinem Spaß daran kocht, und ihr das Aussehen der Küche und die Vorräte egal sind, ist die Welt nicht mehr in Ordnung - "Was macht diese Schlampe?". Und wenn jetzt der Mann die Küche aufräumt und einkaufen geht, ist er ein Pantoffelheld.
Bin ich jetzt eine Frau, wenn ich ein Kleid anziehe? - Eindeutig NEIN! - Genauso wenig wie es mich zu einem Mann macht, wenn ich mich in einer Kneipe voll laufen lasse. Alles nur Erwartungen, die bei uns von Kind an so geprägt werden. Und wenn dann ein Mann ein Kleid trägt oder die Frau in der Kneipe an der Theke herum hängt (einfach nur so, nicht um Männer zu verführen), stimmt das ach so wichtige Bild nicht mehr. Aber scheinbar erkennt man(n) / frau das nur, wenn er*sie es auf gedanklicher Ebene schafft, sich von diesem in unseren Köpfen tief eingebrannten Bild zu lösen.
LG Nicole