Darum geht es niemanden. Das haben viele schon soweit begriffen und fragen einen auch schon, wie der weibliche Name ist und ob man weiblich angesprochen werden möchte, was auf Dauer ziemlich nervt, wenn man sagt, rede mich ganz normal an, wer ich bin oder wie du mich kennst. Die Kritik ist darin begründet, dass man heute mal als Frau und morgen wieder als Mann angesprochen werden wöllte, wie man gerade lustig ist. Um mehr gehts da nicht.lucalikes hat geschrieben:Wenn es nicht eindeutig ist, irre ich mich manchmal, aber das liegt ja nicht an mir."
Und wenn dann noch die gelegentliche Erfahrung hinzutritt, dass eine irgendwie erkennbare Transfrau glücklich und zufrieden ist, wenn sie als Frau erkannt und behandelt wird, wird es schwierig zu akzeptieren, dass es wiederum andere gibt, die vielleicht ähnlich aussehen, aber nicht als Frau oder Mann angeredet werden wollen.
Ach blödsinn. Weißt du wie viele bei mir irittiert sind? Und ich renne nicht mit Perücke oder Plastetitten rum.lucalikes hat geschrieben: Ich persönlich versuche es selbst gern mit androgynen Looks und spüre die Irritation, die ich auslöse. Doch bisher war es nach einer Weile im Kontakt wieder okay. Meistens werde ich als Mann erkannt und so angeredet, aber gelegentlich auch als Frau (im ersten Moment). Dann freue ich mich und genieße es, denn in diesen Momenten wird mein Dazwischen- oder Uneindeutig-Sein gewürdigt.
Die können dich im ersten Blick einfach nicht einordnen und orientieren sich an bestimmten Artefakten. Wenn sie gerade mehr weibliches zu gesicht bekommen, liegt die Tendenz auf Frau näher. Die revidieren doch sofort ihr Bild, wie du selber sagst, dass du meisten als Mann erkannt wirst. Wenn du dazwischen wärst, würde diese jämmerliche Frage kommen, die mir häufig passiert "Bist du ein Junge oder ein Mädchen?".
Meist ist es so, dass sie mit Gendersprech durch die Medien den einzigen Berührungspunkt haben als mit Transgendern selber. Die wenigsten wissen überhaupt, was Transgender oder Intersexuelle sind, noch dass sie mit solchen zu tun haben.lucalikes hat geschrieben: Dennoch kommen Cis-Menschen mir gegenüber schnell darauf zu sprechen, dass sie sich vom Gender-Sprech überfordert fühlen. Dahinter stehen, wenn ich nachfrage, oft Geschichten von Situationen, in denen sie für ihre gewohnte Sprechweise gemaßregelt wurden. Situationen, in denen Angehörige einer Minderheit zwar Toleranz einforderten, selbst aber nicht tolerant waren.
Sprache entwickelt sich von der Straße nach oben und nicht von oben nach unten.lucalikes hat geschrieben: Bei aller Toleranz sind normale Männer und Frauen halt in der Mehrheit und deshalb werden sie auch weiterhin den größten Einfluss auf die "normale Sprache" haben. Und so vermute ich, dass Toleranz das beste ist, was wir erreichen können.
Was wird denn mit Gendersprech und 60 sozialen Geschlechtern bitte verflüssigt? Als Crossdresser bin ich ein eigenes Geschlecht. Hallo?lucalikes hat geschrieben: Die binäre Konstruktion von Geschlecht werden wir damit vielleicht aufweichen / verflüssigen / in ein Spektrum bringen, aber nicht abschaffen. Und ich glaube auch nicht, dass das viele von uns wollen.
Das Binnen-I gibt es seit der 68er oder so. -er ist genersich maskulinlucalikes hat geschrieben: Zum Gender_Gap und großen und kleinen "I": Für mich sind das nur Scheinlösungen, die irgendwann verschwinden werden. Zum einen wegen der Globalisierung. In englischsprachigen Ländern sind mit der Endung "-er" auch alle gemeint.
lucalikes hat geschrieben: Bei uns war Frau Müllerin eben die Frau vom Müller. Wenn sie Müller gewesen wäre, könnte man sie Frau Müller nennen (wie Frau Doktor), wie es bei Familiennamen auch kein Problem mehr ist.
Du verwechselst das mit Berufsbezeichnungen. Die Berufsbezeichnung Müller bezieht sowohl das männliche als auch weibliche Geschlecht ein. Wobei Müllerin nur das weibliche Geschlecht einbezieht.
[/quote] Das ist doch der Ursus.lucalikes hat geschrieben: Ich kenne Sozialarbeiterinnen, die sagen, ihr Beruf ist Sozialarbeiter. Und ich sehe selbst von meinem weiblichen Ich aus kein Problem darin, als "Sehr geehrte Zuhörer" mitgemeint zu sein. Das finde ich persönlich das Einfachste und Gleichwürdigste. Ich hoffe, dass sich das irgendwann durchsetzt. Dann wäre für unsere Akzeptanz schon viel gewonnen.