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Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Mo 3. Feb 2020, 19:26
von JuLa67
Claudi a hat geschrieben: Mo 3. Feb 2020, 17:56 Hallo Mara,

ja wir waren beide ganz glücklich damit!
und ich glaube daß es eine große Kraft hat wenn Mensch zu sich steht. Ich glaube daß der größte Teil von dem Widerstand den wir erleben daher kommt daß andere spüren "da hat jemand seine Grenzen überwunden". Und das halten sie nicht aus, weil es sie ihre eigenen Grenzen spüren läßt.....
Mara kämpft um so wilder, je näher Mensch der Wahrheit kommt...

Alles Liebe

Claudia
Hallo Claudia,
das hast du sehr schön beschrieben.
Vielleicht ist es auch so etwas wie Neid, weil viele Knietief Oder tiefer im Abwasser des Lebens stehen, während du nicht nur trockenen Fußes, sondern auch noch schick und stolz wie eine Prinzessin daher spazierst.
Dabei sehen sie nicht, dass dir das Wasser vorher bis zum Halse gestanden hat und du, wie der Frosch in der Milch, so lange gestrampelt hast, bis du auf der Butter ruhen konntest.
Demnach muss bei vielen der Leidensdruck erst noch steigen, bis sie aus ihren Situationen heraus kommen/ wollen.

Liebe Grüße
Larissa
P.S.: Anett Louisan hat mal gesungen:
Geh mir weg mit einer Lösung, es wär der Tod für mein Problem....

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Mo 3. Feb 2020, 19:43
von Claudi a
Hallo Larissa,
JuLa67 hat geschrieben: Mo 3. Feb 2020, 19:26 Geh mir weg mit einer Lösung, es wär der Tod für mein Problem....
der gefällt mit sehr gut!!

Alles Liebe

Claudia

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Mo 3. Feb 2020, 23:05
von Mara
Hallo Claudia

"kämpe umso wilder..."
Das ist auch sehr schön gesagt und gibt Mut für weitere Schritte!

Liebe Grüße
Mara

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: So 16. Feb 2020, 04:12
von MEL
Hallo Claudia,

Glückwunsch zu deinem Mut, deiner verständnisvollen Frau und vielen Dank für die Schilderung deiner Erlebnisse
nebst Einblick in deine Gefühlswelt. Tja, nun ist es passiert und du hast mit diesem Schritt raus in die Welt für
Claudia ein neues Tor aufgestossen, dass dich immer öfter magisch anziehen und hinaus ins vielseitig-bunte Leben
schleudern wird. Wirst sehen, das kann süchtig und Lust auf mehr machen...

Aber denke immer daran, deine Frau / Familie auf diesem Weg mit einzubinden und sie nicht zu überfordern, auch
wenn es manchmal schwer fällt. Ich weiß, als Spätberufene und mit sechzig Lenzen (dito) haben wir die Lebensuhr
schon öfter mal vor Augen und andererseits noch so ungeheuren Nachholbedarf im Ausleben unserer feminen Rolle!

Vielleicht kannst du deine Frau ja auch dafür gewinnen, deine weibliche Seite nicht nur weiter zu entwickeln,
sondern dass ihr diese auch durch gemeinsame Unternehmungen voran bringt, auslebt und vertieft.
Dies stellt die Partnerschaft auf eine ganz neue Ebene und kann für beide unwahrscheinlich gewinnbringend sein.
So empfinden es zumindest meine Frau und ich bei unseren Ausflügen, Urlauben, Shopping-Touren oder Teilnahme
an Treffen mit anderen Paaren/Peronen der Transcommunity.

Also, wünsche Dir weiterhin alles Gute, berichte weiter und

ganz liebe Grüße

Mel

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: So 16. Feb 2020, 10:56
von Claudi a
MEL hat geschrieben: So 16. Feb 2020, 04:12 Dies stellt die Partnerschaft auf eine ganz neue Ebene und kann für beide unwahrscheinlich gewinnbringend sein.
Hallo Mel,

ganz lieben Dank für deine sehr persönlichen Worte!
Es ist wunderschön zu lesen daß es eure Partnerschaft bereichert und nicht "ein Problem darstellt, mit dem man irgendwie lernen muß umzugehen"....
Ich hoffe sehr, daß wir einen ähnlichen Weg gehen können.
Der Wille ist da, und wir versuchen beide achtsam zu sein.
Da meine Frau krankheitsbedingt nur sehr wenig belastbar ist, ist Überforderung tatsächlich ein sehr wichtiger Punkt!
Sie lernt gerade, mir schnell genug zu sagen, wenn sie mich dann wieder als "normalen Mann" braucht.
Je besser sie das kann, desto leichter wird alles.
Inzwischen versuche ich, sehr behutsam zu sein ohne meine Bedürfnisse zu verstecken...

Du machst mir Mut!!

Alles Liebe

Claudia

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: So 16. Feb 2020, 11:30
von Magdalena
Hallo Claudia,

mit Freude habe ich Deine Beiträge hier gelesen. Ja irgendwie haben wir es alle so ähnlich erlebt. Die Zweifel ob alles perfekt ist. Doch darauf kommt es gar nicht an. Wer ist schon perfekt? Sich selber unter Druck setzen, bringt nichts. Frau verkrampft zu sehr. Ja auch das Kopfkino ausschalten. Einfach Du selbst sein, mit allen Ecken und Kanten. Und sich unbefangen unters Volk mischen, das kann befreiend sein. Die ganze Last, welche man über Jahre mit sich herumgeschleppt hat , fällt von einem ab. Genieße es Claudia.

Viele liebe Grüße Magdalena

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Fr 21. Feb 2020, 23:06
von Claudi a
Hallo Ihr Lieben

Hallo Ihr Lieben

der erste Höhenflug mit den crossdressen hat sich nun etwas gelegt.
Schade, aber er war so aufregend und ich war zwischendurch so glücklich, sowas ist nicht von Dauer.
Aller Anfang ist leicht, die Erfolge kommen schnell und überraschend.
Dann später kommen Training, Arbeit, Ressourcen aufbauen, verfeinern etc.etc.
Was eine gewisse Ernüchterung mit sich bringt...
Und die Frage was ich da eigentlich treibe, wie es in mein Leben paßt, wie viel Raum ich ihm geben will.

Die Veränderung meiner Gefühle hat mich am meisten beeindruckt: die Leichtigkeit, die plötzlich da war, das Glücksgefühl.
Dinge in mir zu spüren, die schon lange (immer?) da waren, aber nie Ausdruck fanden.
In meinem Gesicht eine Art von Lächeln zu spüren, die ich bisher nicht kannte.
Geborgenheit und Selbstfürsorge.

Aber der Rest von mir ist immer noch da: Die Depression, die Selbstzweifel, die Lethargie.
Das Gefühl alles "richtig" machen zu müssen und nie genügen zu können....

Es gab eine Zeit, da mußte ich jeden Wecker und jedes Radio auseinander nehmen, das mir zwischen die Finger kam.
Meist saß ich dann irgendwann vor den ganzen Einzelteilen und hatte keine Ahnung, wie ich sie wieder zu einem funktionierenden Ganzen zusammensetzen sollte.
So ähnlich fühle ich mich gerade wieder.
Wie ein schlecht zusammengeschustertes Getriebe, das zwar schon seinen Job macht, aber dabei furchtbar klappert und ruckelt.
Als ob ein paar teile fehlen oder an der falschen Stelle sitzen.

Wie paßt alles in mir zusammen, wie kann es harmonisch funktionieren?
Etwas weiser als früher möchte ich mir genug Zeit geben, mir alle teile in Ruhe anzusehen.
Vielleicht gibt es ja viele Möglichkeiten, sie zusammen zu setzen.
Und vielleicht finde ich eine, die mir gut gefällt?

Wie die eigene Geschichte sich im Rückblick verändert...

Es sind ja so oft die kleinen Dinge, die unser Leben bestimmen, ohne daß wir sie groß beachten.
Seit ich einen teil von mir Claudia nenne, melden sich solche Erinnerungen.
Vorher waren sie unwichtige Kuriositäten, nicht erwähnenswert, jetzt verändern sie rückwirkend die ganze Geschichte.
Wie das Foto von dem kleinen Jungen, der in die Kleiderkiste griff und als Grace Kelly posierte...
Ein paar dieser "Kuriositäten", die ich selbst nie zu einem Gesamtbild zusammenfügte, möchte ich mit euch teilen:

- Englisch-Unterricht, ich bin ca. 14-15 Jahre alt: Die Jungs bewerfen sich gegenseitig mit Papierkügelchen, die Mädels haben fast alle ihr Strickzeug dabei und stricken unter der Schulbank. Die Papierkügelchen langweilen mich. Nach der Schule frage ich meine Schwester, wie Stricken funktioniert. Sie zeigt es mir und leiht mir Nadeln und Garn, um einen Schal zu stricken. Für ein paar Wochen erscheine ich zum Englisch-Unterricht mit Strickzeug und arbeite an meinem Schal. Alle amüsieren sich köstlich über diesen Gag(?).

- Arbeit als Pflegehelfer im Altenheim, ich bin ca. 24 Jahre alt: Montag ist Dusch-Tag. Alle Bewohner/Innen werden geduscht, die Frauen, die es wünschen, bekommen Lockenwickler eingedreht (ja das gab es mal...heute macht sowas der Hausfrisör und läßt sich extra dafür bezahlen). Ist eine Bewohnerin von einem männlichen Kollegen geduscht worden, sagt dieser einer Kollegin bescheid, daß sie ihr die Haare frisiert. Ich mache es einige Wochen lang genauso. Dann frage ich eine Kollegin, wie man das mit den Lockenwicklern macht. Alle (Bewohnerinnen, Kollegen und Kolleginnen) reagieren sehr erstaunt, aber nach etwas Übung habe ich es ganz gut raus...

Arbeit als Altenpfleger in der häuslichen Pflege, ich bin ca. 34 Jahre alt: Bei einem Klienten wo ich sonst alleine hingehe, bin ich ausnahmsweise mit einer Kollegin zusammen. Die alte Ehefrau des Klienten fargt meine Kollegin "sie als Frau" könne ihr doch bestimmt zeigen, wie man (!) Spannbettlaken zusammenfaltet. Ich merke, wie ich ein bischen beleidigt bin, weil sie mich nicht gefragt hat. Es ging gar nicht so sehr darum, daß ich es auch konnte, sondern daß ich als Mann ausgeschlossen war..

Ach ja, ich arbeite seit Jahrzehnten in einem sogenannten "Frauenberuf". Und fand es immer gemein, daß ich trotzdem irgendwie nie "dazu gehörte"....

Meine Mutter hatte immer Angst, daß ich irgenwann einmal von einem Mann verführt würde....(als ich dann doch mein Interesse an den Mädels entdeckte, war ihr das auch nicht wirklich recht, aber das ist eine andere Geschichte).

- Lektüre, ich bin ca. 11.12 Jahre alt: Mein letzter Karl-May-Roman ist fertig gelesen, ich habe keinen Nachschub. Ich nehme ein Buch meiner Schwester (Hanni und Nanni?) über ein Mädchen auf einem Reiterhof und wie sie schließlich das große Turnier gewinnt. Ich bin fasziniert, weil so anders erzählt wird. Es werden so viele Gefühle beschrieben, die ich miterlebe, das kenne ich von meiner "Jungs-Lektüre" nicht, aber es gefällt mir. (Ich lese danach noch 1-2 ihrer Bücher, dann ist dieser Zauber vorbei)

Ich bin ca. 15, als ich das alte 28er Damenfahrrad meiner älteren Schwester (Die Bremse ist noch ein Gummiklotz, der per Hebel von oben auf das Vorderrad gedrückt wird...) beschlagnahme und knallbunt lackiere. Dann klaue ich den breitkrempigen Strohhut meiner anderen Schwester, in den ein schönes buntes Tuch eingeflochten war. Die Jeans (wahrscheinlich von einer meiner älteren Cousinen, deren Hosen habe ich immer aufgetragen ) war sowieso schon mit buntem Filzstift bemalt, hat also dazu gepaßt. Jetzt noch von einer Baustelle einen Bagger-Scheinwerfer geklaut und montiert, den Sattel abgebaut und den Gepäckträger gepolstert, fertig war das Easy-Rider-Gefühl. So bin ich stolz in der gegend herumgefahren und fand es ganz normal. Mutter hat mehrmals versucht, das Fahrrad im Sperrmüll zu entsorgen und auch die bemalte Jeans (ich habe sie immer wieder gerettet). Der Strohhut war irgendwann dann einfach meiner...)

Fast meine ganze Verwandtschaft ist weiblich. Vater war nur körperlich anwesend, als Bezugsperson nicht erreichbar. Mein Bruder ist 9 Jahre älter als ich, wir hatten wenig miteinander zu tun. Familienleben fand nur in der Familie meiner Mutter statt, die die jüngste von 4 Schwestern ist. Alle außer Mutter haben nur Töchter. Rückblickend fühlt es sich an wie ein eng verbundener Frauen-Clan, wo die wenigen vorhandenen Männer eigentlich nur unwichtiges Beiwerk waren...( alle sehr still und zurückhaltend!)
Irgendwann fing für die älteren die Tanzschul-Zeit an. Alle wollten üben, ich war seit dem 11. Jahr Übungspartner, fand es toll, wollte mit 12 dann auch in die Tanzschule. Durfte ich aber nicht, weil es noch "zu früh" war. Ich sollte warten bis ich 17 sei, da wäre es auch schöner "mit den Mädchen". Ich sagte "ich will doch gar nichts von den Mädchen, ich will tanzen lernen!" Ich habe meine Eltern 3 Jahre lang bearbeitet, bis ich endlich mit 15 zur Tanzschule durfte.
Ganz selbstverständlich habe ich von anfang an die Schritte und Figuren der Frauen mitgelernt (da ich jaschon recht viel Übung hatte, ging das gut) und manchmal mit einem Freund zusammen in der Tanzschul-Disco (Sonntags von 17 - 20 Uhr) vorgeführt. Die hatten ja den viel interessanteren Part!

Mein Horoskop zeigt gleich viele Einflüsse von Venus wie von Mars.

ich bin ca. 40 Jahre alt, mache bei einem WochenendSeminar "Familienaufstellung" mit in der Hoffnung, etwas über meine Depressionen zu lernen (sehr beeindruckende Arbeit, kann ich nur empfehlen!). Mitten in der Arbeit schaut mich die Seminarleiterin an und sagt "du hast ja eine interessante Lösung gefunden um dich vor (...) zu schützen: Du hast dich energetisch in ein Mädchen verwandelt."

Männer sind mir meistens fremd und etwas unheimlich / unangenehm, mit Frauen fühle ich mich meistens wohler, selbstverständlicher. Eine Zeit lang war ich "Ehrenmitglied" einer lesbischen Wohngemeinschaft und der einzige Mann, der dort ein und ausging.

Die meisten meiner Beziehungen zu Frauen scheiterten, weil ich der Partnerin zu sanft, zu nachgiebig, nicht "männlich" genug war.




ich habe das gefühl, die Liste könnte noch viel länger sein.
Aber bevor ich sie jetzt in die Schublade lege und warte, bis sie "gut genug" ist, poste ich sie einfach mal...
dann bekommt dieser prozess in mir vielleicht Nahrung und Anstöße, sich weiter zu bewegen.
Und vielleicht finden manche von euch Parallelen / Ähnlichkeiten?

Ganz liebe Grüße

Claudi

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Sa 22. Feb 2020, 10:29
von Mara
Liebe Claudia,

Das ist ein toller persönlicher Bericht von dir. Er weckt in mir ähnliche Erinnerungen. Hab herzlichen Dank dafür!

Mara

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Sa 22. Feb 2020, 11:32
von Maximiliana
Claudi a hat geschrieben: Fr 21. Feb 2020, 23:06 Hallo Ihr Lieben

Die Veränderung meiner Gefühle hat mich am meisten beeindruckt: die Leichtigkeit, die plötzlich da war, das Glücksgefühl.
Dinge in mir zu spüren, die schon lange (immer?) da waren, aber nie Ausdruck fanden.
In meinem Gesicht eine Art von Lächeln zu spüren, die ich bisher nicht kannte.
Geborgenheit und Selbstfürsorge.

Aber der Rest von mir ist immer noch da: Die Depression, die Selbstzweifel, die Lethargie.
Das Gefühl alles "richtig" machen zu müssen und nie genügen zu können....

Es gab eine Zeit, da mußte ich jeden Wecker und jedes Radio auseinander nehmen, das mir zwischen die Finger kam.
Meist saß ich dann irgendwann vor den ganzen Einzelteilen und hatte keine Ahnung, wie ich sie wieder zu einem funktionierenden Ganzen zusammensetzen sollte.
So ähnlich fühle ich mich gerade wieder.
Wie ein schlecht zusammengeschustertes Getriebe, das zwar schon seinen Job macht, aber dabei furchtbar klappert und ruckelt.
Als ob ein paar teile fehlen oder an der falschen Stelle sitzen.

Wie paßt alles in mir zusammen, wie kann es harmonisch funktionieren?


Und vielleicht finden manche von euch Parallelen / Ähnlichkeiten?

Ganz liebe Grüße

Claudi
Hallo Claudia,
erstmal ganz lieben Dank für deinen ausführlichen Bericht und den kleinen Einblick in dein (Gefühls)Leben.

Besonders deine oberen Zeilen, hätten so auch von mir stammen können....

Ich denke viele hier werden Parallelen oder ähnliches durchlebt haben.
Ja auch ich - und es tauchen immer wieder neue fast vergessene Fragmente meines Seins und Erinnerungen auf und meine grosse Aufgabe besteht z.Z. darin eben diese vielen kleinen Fragmente irgendwie zusammenzusetzen, dass daraus ein funktionierendes ganzes ICH entsteht.

Daher kann ich deine im Augenblick etwas durcheinander geratene Gefühlswelt gut nachempfinden - bilde ich mir zumindest ein...
Ich denke du kennst dich am besten und weißt auch wie du am besten damit umgehen sollst und wirst....deine erlangte " Weisheit" wird dir dabei sicher helfen um das mit genügend Ruhe und Selbstreflexion herauszufinden.

Eine Blaupause, die dir zeigt wie alles zusammengehört, hab ich leider aber auch nicht ...

Ich wünsche dir das du dies schaffst ohne zu sehr aus der Bahn zu geraten...

ganz liebe Grüße Maxime

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Sa 22. Feb 2020, 12:24
von JuLa67
Hallo Claudia,
nach meiner GAOP im August und der langen Zeit der Erholung hatte ich ja auch viel Zeit zum Grübeln.
Irgendwie wurde es mir schon ein bisschen einsam ums Herz. Ja, meine Frau war da, aber die musste ja auch arbeiten.
Viel unternehmen war noch nicht drin. Da fällt einem irgendwann die Decke auf den Kopf. Jetzt hast du endlich was du so gerne wolltest und keinen zum Austausch. Mal ganz abgesehen davon, dass ich das OP Gebiet als Baustelle empfunden habe.
Aber irgendwie wurde alles lästig. Die als schleppend empfundene Heilung (die Ärzte waren sehr zufrieden), das zeitaufwändige Bougieren und die Pflege und Wundversorgung. Es gab da durchaus Momente des Zweifelns, ob das alles richtig war.
Jetzt kurz vor der Korrektur OP auch nochmal mal Momente, in denen ich mich frage, ob alles glatt laufen wird?
Der Austausch mit anderen und Sozialkontakte sind mir sehr wichtig geworden.

Lange Reede, kurzer Sinn:
Bewahre dir die Momente des Glücks für die Momente des Zweifelns und der Lethargie!
Fühl dich gedrückt (dr)

Larissa
P.S.: Du kannst mich gerne kontaktieren und / oder treffen, wenn dir danach ist!

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Sa 22. Feb 2020, 12:38
von Claudi a
JuLa67 hat geschrieben: Sa 22. Feb 2020, 12:24
Jetzt kurz vor der Korrektur OP auch nochmal mal Momente, in denen ich mich frage, ob alles glatt laufen wird?
Der Austausch mit anderen und Sozialkontakte sind mir sehr wichtig geworden.

Lange Reede, kurzer Sinn:
Bewahre dir die Momente des Glücks für die Momente des Zweifelns und der Lethargie!
Fühl dich gedrückt (dr)

Larissa
P.S.: Du kannst mich gerne kontaktieren und / oder treffen, wenn dir danach ist!
Liebe Larissa,
danke, das tut gut! (dr)
und alles Gute für die Korrektur OP!! (flow)

Liebe Grüße

Claudia

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Di 6. Okt 2020, 21:36
von Claudi a
Hallo ihr Lieben,

was ich heute erzählen will schien mir nicht so ganz zu passen in "Was macht ihr heute, zieht ihr heute an".

Ich bin jetzt mit wenig Unterbrechung schon über 1 Jahr krank geschrieben. Erst mit seelischen Problemen, seit Januar mit einer körperlichen Diagnose. Diese hatte mich etwas aus der Bahn geworfen. Inzwischen geht es wieder besser, gerade bin ich in der Wiedereingliederung am ausprobieren, ob ich wieder fit für den Job bin. Meine Psychotherapie, die ich wegen Problemen auf der Arbeit begonnen hatte, war wegen Corona und meiner Krankheit pausiert. Heute hatte ich nach langer Zeit meine erste Sitzung.

Auch das crossdressen war Thema, der erste Überblick über alle Baustellen halt...:
Ich bin im Moment in den meisten Gebieten verunsichert (Arbeit, Krankheit, Hilflosigkeit),
am meisten über mich selbst.
Wer und/oder was bin ich? Bisher war ich mir sicher: "ich bin ein Mann der gerne Frauenkleider trägt".
Jetzt mache ich oft die Erfahrung, daß ich nach einem Ausflug en femme (die fühlen sich gar nicht mehr so spektakulär an) völlig glücklich nach Hause fahre und gar nicht weiß warum.
Ich bin dann innerlich ganz weich und könnte heulen. Einfach weil ich mich "richtig" fühle....
Würde ich alleine leben, ich würde gerade die meiste Zeit als Frau verbringen. Ist da doch mehr dran? Läuft es doch auf ein Leben als Frau hinaus?

Ich bin sehr dankbar, daß meine Frau mein crossdressen unterstützt. Ich versuche gleichzeitig sie nicht zu überfordern, da sie psychisch und physisch nur sehr wenig belastbar ist.
Darum haben wir den deal, daß ich sie vorher frage, wenn ich mich in unserer Wohnung in Claudia verwandeln möchte. Das bremst mich aber und nimmt mir etwas von der Freude.

Das habe ich nun meiner Therapeutin erzählt. Erst mal hat sie sich richtig für mich gefreut, daß das crossdressen mir so gut tut (sie hat mir geholfen, darüber bewußt zu werden).
Dann meinte sie daß ich es nicht völlig von ihr abhängig machen kann was ich tue. Ich könne ja nachverhandeln, wenn mir unsere vereinbarung nicht gut tut!

Ich hab's zu Hause direkt angesprochen. Jetzt haben wir uns vorläufig auf 2 Tage geeinigt, an denen ich GARANTIERT NICHT crossdresse (in ihrer Gegenwart) und auf einen Tag, an dem ich ungefragt crossdresse, wenn ich möchte. An den übrigen Tagen frage ich weiterhin, wenn ich das Bedürfnis habe.

Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung! Von uns beiden ausdrücklich als "vorläufiges ausprobieren" bezeichnet.

Ich bin erst einmal sehr glücklich, habe dann mit "Erlaubnis" als Frau gekocht und den Rest des Abends verbracht.
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Alles Liebe
Claudia

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Di 6. Okt 2020, 23:10
von Mara
Hallo liebe Claudia,

erst einmal vielen Dank für die Beschreibung deiner Seelenlage.
Ja, es ist ein Prozess in dem wir uns befinden. Man fragt sich: wie geht es mir, was will ich eigentlich , wie will ich leben, bin ich zufrieden so wie es ist. Und jeder Mensch hier im Forum benötigt für seinen Weg seine eigene Zeit.

Du gehst auch Schritt für Schritt. Ich lerne mir die Zeit zu geben und dies tut mir besser als überstürzt zu hasten und womöglich zu stolpern.

Schön, wie du dich voran arbeitest. Ich freue mich weiter von dir zu hören.

LG Mara

Ps. Auf. Den Fotos schaust du sehr zufrieden und froh!

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Fr 9. Okt 2020, 02:36
von Claudi a
Das muß ich jetzt kurz erzählen:

Ich bin gerade in der Wiedereingliederung. Nachtdienst im Altenheim, im moment von 21 bis 2uhr morgens. Natürlich mit Mund/Nasenschutz. Bisher nicht geoutet, also im Männermodus.
Die meisten Bewohner erkennen mich nicht wegen der langen gefärbten Haare, letztes mal waren sie halt noch grau und kurz.
Gegen 22 Uhr bringe ich einer alten Dame ihre Tabletten. Sie fragt "was wollen Sie?" ich antworte "Ich bringe Ihre Tabletten." Sie sagt "Also Schwester, Sie klingen wie ein Mann..."

Liebe Grüße

Claudia

Re: Claudia zeigt sich

Verfasst: Fr 9. Okt 2020, 06:53
von Whoopy Highfly
Hallo Claudia,
Ich musste gerade (smili) .
Mir ist das auch schon öfter passiert, vor allem wenn ich von hinten angesprochen wurde.
Ich denke, das die meisten Leute lange gefärbte Haare mit weiblichen Menschen assoziieren.
Vor ein paar Tagen habe ich einen Bericht im Fernsehen gesehen, lange gefärbte Haare nicht nur Frauen gut stehen. Die Haare sollten gut gepflegt sein.
Der Blick meiner Frau war unbezahlbar.

Seitdem ich einen Zopf trage, vor allem im MM, bekomme ich positive Rückmeldungen.