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Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten
Verfasst: Do 17. Okt 2019, 11:48
von ExuserIn-2019-12-22
Lady Jennifer hat geschrieben: Do 17. Okt 2019, 11:10
Und wenn ich das so lese, dann gleicht sich das meiner Sichtweise...
Welche du aber nicht so ausgedrückt hast.
Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten
Verfasst: Do 17. Okt 2019, 12:12
von Jaddy
Jennifer zitierte und ich möchte gerne etwas
hinzufügen und anderes <del>löschen</del>:
Transsexualismus bezeichnet in der medizinischen Terminologie des ICD10 das Gefühl, zum eigenen <del>biologisch bestimmten</del> bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht dazu zu gehören. Es besteht der Wunsch nach Leben und Anerkennung <del>im</del> in einem anderen, dem gefühlten Geschlecht. Meist wird versucht, den Körper dem Wunschgeschlecht soweit wie möglich anzugleichen. Der Begriff transsexuell (TS) ist bei Betroffenen und Behandelnden u.a. wegen des Teils "-sexualismus" umstritten, der einen Bezug zur sexuellen Orientierung andeutet. Im Katalog DSM-IV für psychische Störungen wurde er bereits 1994 durch "Störung der Geschlechtsidentität" (gender identity disorder) ersetzt.
Transidente (TI) sind Personen, die sich eindeutig einem Geschlecht zugehörig fühlen, das nicht ihrem <del>biologisch vorgegebenen</del> bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht. Sie streben einen Wechsel ihres Geschlechtes an. Dieser Wechsel beinhaltet in der Regel das äußere Erscheinungsbild, die amtliche Namens- und Personenstandsänderung, oft auch medizinische und operative Maßnahmen. TI betont, dass gelebtes Geschlecht wesentlich aus dem eigenen Identitätsgefühl kommt. Umstritten ist, ob auch diejenigen zu den Transidenten zählen, die ihr äußeres Erscheinungsbild nur zeitweise ihrem dauerhaft gefühlten Geschlecht anpassen. <del>Transsexuelle (TS) ist der amtliche und weiter verbreitete Begriff für Transidente, wird aber von vielen Betroffenen abgelehnt, da er sexuelle Motive vortäuscht.</del>
D.h.
- "biologisch bestimmt" raus, weil es einen "natürlichen" Zusammenhang von äusserer Körperlichkeit und Identität unterstellt
- Hinweis auf die Herkunft aus einer pathologisierenden, norm-orientierten Medizin
- "einem" statt "dem anderen" Geschlecht. Inzwischen haben wir ja auch amtlich mehr als zwei

Nach meiner Lesart beschreiben beide Begriffe das gleiche Phänomen: Dauerhaft nicht mit dem ehemals zugewiesenen Geschlecht einverstanden und Wunsch nach Veränderung. Das eine Wort wurde den Betroffenen historisch von einer auf biologische, binäre Normierung ausgelegten Medizin und Psychiatrie von aussen aufgeprägt, bevor näheres über Entstehung, Auswirkung und passenden Umgang bekannt war. Das neuere berücksichtigt dies und geht mehr auf die selbstbestimmten Wünsche ein. Ich würde lieber diesen Zusammenhang aufzeigen und dadurch auch klar machen, dass aufmerksame und respektvolle Menschen besser trans (Adjektiv) oder transident verwenden, statt den alten "Sexualismus".
Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten
Verfasst: Do 17. Okt 2019, 12:20
von ExUserIn-2026-01-22
Keks-Marie hat geschrieben: Do 17. Okt 2019, 11:48
Welche du aber nicht so ausgedrückt hast.
Das war auch schon in der Schule, bei Aufsätzen (im Grammatikunterricht) mein Problem.
Kurz um: ich wollte das ausdrücken, was dort steht.
Jennifer
Re: Begrifflichkeit und deren (Un)Wichtigkeiten
Verfasst: Do 17. Okt 2019, 20:31
von Marlene K.
Lady Jennifer hat geschrieben: Do 17. Okt 2019, 11:10
Und wenn ich das so lese, dann gleicht sich das meiner Sichtweise...
Jennifer
Schön, wenn Du das
für Dich so feststellst. Das heißt nicht, dass dies die absolute Wahrheit ist.
Da ist mir der Post von Andrea, aus deren Arbeitsgruppe die Definitionen kamen, deutlich näher. Das mir wichtige habe ich hervorgehoben.
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Do 17. Okt 2019, 00:06
Doch, das ist möglich,
zumindest wenn nichts festgeschrieben wird, sondern nur sinnvolle Empfehlungen gegeben werden!
Vor etwa 6 Jahren hatte ich hier im Forum eine solche Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Nach anfänglicher Skepsis sind dabei die über das Portal aufrufbaren Dokumente
"Übersicht Begriffe" und
"ausführlichen Zusammenfassung" entstanden, die eine weitgehende Zustimmung fanden.
Sicher ist in besagten Dokumenten noch nicht alles "rund" und in den vergangenen Jahren sind einige neue Begriffe entstanden, die eventuell zusätzlich mit aufgenommen werden sollten. Wenn also hier Bedarf an einer Überarbeitung besteht, wäre ich gern bereit, in einer neu einberufenen Arbeitsgruppe wieder die Moderation zu übernehmen.