Mit so einem Beispiel kann ich auch dienen. Auf einem Familiengrillfest (ca. 1 Jahr vor meinem Outing) haben sich mein Vater und mein Schwiegervater über Schwule unterhalten und sich dabei "geschüttelt", allein vom drüber reden bekamen sie schon Gänsehaut (damals streute eine Nachbarin das Gerücht, das unser neuer Nachbar schwul wäre. Stellte sich aber im Nachhinein als unwahr raus). So kam jedenfalls das Thema auf. An dem Tag habe ich auch gedacht, was passiert wohl, wenn die irggendwann mal erfahren sollten, wer ich bin...Mina hat geschrieben: Di 9. Mai 2017, 18:01 Du hast sicherlich recht, das man es nie wissen kann, den Leuten immer nur vor den Kopf schauen kann. Aber in meinem Fall kenne ich meine "Pappenheimer". Und ja, natürlich hab ich längst, in meist belanglos beginnenden Gesprächen mit meinem Umfeld die Ansichten dazu rauskitzeln können.
Jedenfalls hatte ich in diesen geimpften Unterhaltungen schon deutlich heraushören können, was mich erwartet, würde ich mich eines Tages outen. Nur eine Variabel bleibt, in den Gesprächen haben sie es nicht mit mir in Verbindung bringen können. Das könnte dann doch nochmal ein ganz anderer Schnack sein. Und ich denke, das beschreibt ganz gut, was Du geschrieben hast. Andererseits nützt es auch nicht viel an Ehrlichkeit, allgemein einer Ansicht "A" zu sein und im persönlichen Kontext Ansicht "B".......Kopfkratz......Sinnsuch.......
Und heute besuche ich beide ganz normal ohne Probleme...
Es ist schon so, wenn jemand bekanntes betroffen ist, denkt auch das Umfeld neu drüber nach und manchmal ändern sich dadurch auch die Ansichten. Schließlich ist man dann gezwungen sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Grüße
die Anja