Redezeit! Austausch- und Nachrichten-Portal für intergeschlechtliche und transsexuelle Menschen, Crossdresser, nonbinä¤re Menschen, Feministinnen, Luder, Hexen
Es wird mir gerade klar, wie neugierig ich hier einige gemacht habe.
Was mein eigenes Projekt betrifft, bleibt es wie angekündigt: Wer vielleicht interessiert ist, mit zu machen, sollte eine PN senden. Nicht, dass groß was Heimliches daran ist - bei kreativen Projekten geht es mir nur so, dass wenn ich, bevor ich richtig angefangen habe, jedem vom Konzept berichte, ist die Luft irgendwie raus, und der Drang es auszuführen geringer.
Ideen habe ich aber immer massenhaft - viel mehr als ich selber ausführen kann. Manchmal ist das, was wir wollen ja voll kombinierbar mit anderen Aktivitäten oder Ziele vereinbar. Wäre eigentlich schlimm wenn nicht.
Was wir also vielleicht wollen - oder eher, was wahrscheinlich eine ganze Menge von uns wollen - ist wohl eigentlich, dass eine T raus gehen kann und ganz normale Sachen tun, wie jede(r) andere(r). Viele tun das auch täglich in aller Unauffälligkeit - nur von Freunden, persönlichen Feinden und längst bekannten Interaktionspartnern beachtet. Das hat aber lange nichts mit einer Aktion zu tun. Zu einer Aktion gehört z.B. eine gewisse Portion Öffentlichkeit.
Nun, persönlich finde ich es widersprüchlich, erst alle Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass ich T bin, hinzuleiten um dann anschließend dafür zu argumentieren, dass es doch sooooo normal ist, T zu sein. "Schaut mal, wie ungewöhnlich ich bin, kapiert doch endlich, wie normal das ist", ist einfach eine komplett schwachsinnige Aussage.
Deshalb bin ich eher für das Prinzip: Eine T profiliert sich und schafft Aufmerksamkeit in einem Zusammenhang, der eigentlich gar nichts mit dem T-Thema zu tun hat.
Das könnte z.B. in einem Literaturevent sein:
Es gibt ja überall im Land, nicht nur in Hamburg, unmengen von Leuten, die das eine oder andere Manuskript in der Schublade hat - und auch events, wo solche Leute sich treffen - meistens mit einem kleinen Publikum - und Lesungen halten. Lass es meinetwegen auch Poetry-Slam sein, obwohl ich selber diese Variante verabscheue. Wenn nun eine der Autorinnen "zufälligerweise" T ist und zufälligerweise auch einige Damen im Publikum, dann haben wir eigentlich die Faktoren zusammen: Öffentlichkeit, Normalität - weil sie ja genau das tut, was die anderen da auch tun - und ein Forum, wo Kontakte geknüpft werden können, Überzeugungsarbeit geleistet werden etc. Meistens wird ja hinterher gelabert und Rotwein getrunken - also ein perfektes Spielfeld, wenn man ein bisschen kontaktfreudig ist. Natürlich ändert man nicht die Welt so von 0 auf 100 in fünf Sekunden, aber die Idee ist überall praktikabel und kann endlos abgewandelt werden - also auf andere Typen von Events abgestimmt werden.
Wenn jemand Lust hat im Raum Hamburg, mache ich gerne mit als Koordinatorin (und Zuschauerin). Die zentrale Figur wäre ich da erst mal nicht.
Interessant wäre es auch etwas Ähnliches auf Bewerberbörsen und Networkingtreffen zu machen.
Wollt ihr mehr Ideen haben ... mir fällt immer was ein.
Anja
@Ich finde die Frage auch merkwürdig: ich habe selbst in der Vergangenheit verschiedene Gruppen organisiert/geführt und bin nie auf die Idee gekommen, von neuen Teilnehmern zu erwarten, etwas für die Gruppe zu tun. Man muss sich ja erst einmal kennengelernt haben, um sinvoll über solche Dinge reden zu können.
Im Übrigen hatte ich ja bereits erklärt, dass ich z.B. bereit wäre, Projekte wie die von mir vorgeschlagenen zu unterstützen.
Vorher muss ich aber genauer wissen, welche Ambitionen eine solche SHG überhaupt hat, welche Ressourcen, Interessen usw.
Die von mir vorgeschlagenen Ideen / Projekte erfordern die Aktivität / Kooperation einer Gruppe.
Da die Hamburger SHG - nach den bisher dazu gemachten Äußerungen - kein Interesse daran hat, könnte ich mir andererseits auch vorstellen, diese Dinge mit einer neuen Gruppe zu betreiben - falls sich entsprechende Interessen daran äußern.
Offensichtlich bist du da ganz anders als ich. Wenn ich mit einem Menschen oder einer Gruppe von Menschen in Kontakt trete, mache ich mir durchaus intensiv Gedanken darüber, wie ich für diese Person oder diese Gruppe nützlich sein kann. Nicht, dass ich meine Hilfe jemandem aufdränge oder mir vorstelle, dass ich das was die Gruppe mach, besser kann. Aber ich bin ich. Ich sehe mich als was besonderes und halte es deshalb für wahrscheinlich, dass alles was ich mache, macht nur ich genau so - und gelegentlich braucht jemand genau das. Und die anderen sind auch alle was besonderes und können mit einer ganzen Menge Fähigkeiten beitragen, die ich nciht habe.Und sollte ich den Eindruck haben, dass ich mich in einer Einbahnstraße befinde, dann bin ich schnell wieder weg, bzw. der Kontakt zu der Person ist bald wieder auf höfliches Hallo sagen runtergeschraubt. Und eigentlich bin ich da nicht anders als die Mehrheit, denn was ich beschrieben habe ist eigentlich nichts anderes als das, was immer zum Aufbau von zwischenmenschlichen Beziehungen gehört.
Verstehst du, was ich meine?
Wenn du also zu mir kommst und erst von mir rausfinden willst, inwiefern ich passend und nützlich für die Ausführung deiner Projekte und Ideen, ist die Tür wirklich schnell zu. Und wenn du mit der Einstellung zu einer ganzen Gruppe von Menschen kommst, kann ich mich nicht wundern, wenn sie ähnlich reagieren wie ich selber tun würde.
Was die Hamburger Gruppe betrifft, finde ich übrigens, dass sie sich wirklich zum Positiven entwickelt hat. Ich habe die selber mit gegründet, nach kurzer Zeit verlassen und nach vielen Jahren erst vor einigen Monaten wieder gesehen.