Hallo Besorgter Papa,
SchPa hat geschrieben: Sa 25. Jan 2025, 02:20
–Wie auf ihn/sie zugehen.
–Wie soll ich ihn/sie unterstützen?
–Was habe ich falsch gemacht? Bin ich Dafür verantwortlich?
–Hat jemand (als Elternteil) Erfahrung? Tipps?
–Kann mir eine betroffene Trans-Person Tipps geben, wie ich mich verhalten soll?
Ich kann Deine Situation gut nachvollziehen und bei mir ist es nicht viel anders, außer das ich mit meiner Frau diesen Weg für unseren (Trans)Sohn gegangen sind. Bei ihm kam das Outing auch in der Pubertät, aber es hat schon vorher Signale gegeben, dass er eher ein Junge als ein Mädchen ist.
Auch hat er schon vorher sich eher mit gleichaltrigen ausgetauscht und uns dann einbezogen. Wir haben und hatten ihn unterstützt, wo wir konnten, ihn aber seinen Weg finden lassen. Es ist erstaunlich, mit welcher Energie und Konsequenz er seinen Weg gegangen ist und auch geht. Wir haben ihn zu nichts gedrängt und auch nicht versucht ihm irgendwas auszureden. Falls etwas ist oder ihn belastet, hat er uns eher einen Brief geschrieben, statt sich verbal zu äußern, dies viel ihm leichter.
Er ist den ganzen Weg gegangen und hat auch noch etwas vor sich, aber schon die Mastektomie hat uns ein neues, viel glücklicheres Kind beschert

. Es war als wäre eine riesige Last von ihm abgefallen. Auch seine Personenstandsänderung und Namensänderung hat er nach dem alten Gesetz durchgezogen. Für ihn war die psychologische Betreuung mehr ein Muss als eine Erleichterung, was aber auch an der Praxis lag. Bei der zweiten Gutachterin hatte er mehr Glück und dort auch alle nötige Hilfe erhalten.
Den Kampf mit der Krankenkasse habe ich für ihn geführt, was er wirklich begrüßt hatte.
Der Weg von Frau zu Mann ist scheinbar mit viel mehr Operationen behaftet als umgekehrt, wir hoffen, dass jetzt die letzte bald erfolgreich beendet ist (5 waren schon und liefen auch gut).
Spezielle Tipps kann ich Dir nicht geben, nur meine Sichtweise schildern. Wie es hier schon erwähnt wurde, ist die Jugend heute sehr viel besser informiert und tauscht sich auch aus. Da haben wir uns nie aufgedrängt. Wichtig war, dass wir für ihn da sind und unterstützen.
Vielleicht findest Du noch in meinem alten Thread ein paar Tipps.
Ich persönlich habe mich aus Rücksicht auf ihn zurückgenommen, um ihn nicht auch noch damit zu belasten. Ich denke, er ahnt, weiß es schon, aber wir thematisieren es nicht. Die Jugend hat genug zu verarbeiten, da sollte man sie nicht noch mit eigenen Problemen belasten, aber auch nicht belügen oder verheimlichen. Wie gesagt, ich nehme mich zurück, verstelle mich aber nicht.
Seit einem halben Jahr ist er ausgezogen und hat auch eine feste Freundin, kommt aber am Wochenende auch zu uns und übernachtet ab und an. Auch wegen unserer Tochter, mit der er schon immer super auskamen und auch heute noch sind sie ein Geschwisterpaar, das zusammen hält.
Wegen dieser Zurückhaltung bin ich im Moment nicht sehr aktiv im Forum, aber lese immer mit

und beneide/bewundere auch ein bisschen die anderen, die mutig ihren Weg gehen. Vielleicht kann ich jetzt wieder etwas mehr den Fokus auf mich richten, dann gibt es auch wieder was zu erzählen.
Ich finde es KKlasse,das Du so offen damit umgehst und ihn auch unterstützt, es ist ein schwerer Weg, den er/sie alleine finden muss, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
PS: Ich denke "verantwortlich" für die Situation sind wir nicht, aber wir haben die Verantwortung unseren Kindern bei ihrem Weg zu unterstützen.
Viel Glück und Erfolg wünsche ich Dir und informiere Dich in diesem tollen Forum, Du wirst Unterstützung finden!
LG
Katie