Das hatte ich kürzlich notgedrungen. Ich habe gerade Wassergymnastik in einer gemischten Gruppe, und so stellte sich die Frage, was ziehe ich da an? Am liebsten gehe ich ohne alles ins Wasser, aber das kam natürlich nicht in Frage. Oben ohne ging auch nicht, und weil ich keinen Einteiler besitze und auch keine Zeit mehr hatte, um einen zu besorgen, kam ein leicht gepolstertes Oberteil, das eigentlich ein Sport-BH war, zum Zuge. In Kombination mit einem Bikinihöschen, das seit einiger Zeit in meinem Schrank schlummerte, sollte das nicht weiter auffallen.
Der spannende Augenblick ist immer, wenn man aus der Dusche kommt und zum Becken geht. Tief Luft holen, und los geht es:
Da läuft man wie auf dem Präsentierteller, alle Blicke der bereits Anwesenden auf einen gerichtet. Die ersten zwei Male hat es schon etwas Überwindung gekostet, sich dem auszusetzen. Aus zwei Gründen:
Zum einen war ich die einzige Person mit Bikini, zum anderen war ich so noch nie baden, habe mich also in weiblicher Form noch nie so wenig bekleidet gezeigt. Man kann (fast) nichts kaschieren, der Körper ist entblößt, die Hüfte zu schmal, die Schultern zu breit, die Oberweite zu wenig, der Bauch zu dick, der Po zu flach...
In einem gut passenden Kleid fällt das alles kaum auf, hier können es alle auf einen Blick sehen. Sofort wurde mir klar, wie sich junge Mädchen in dieser Situation fühlen würden, und warum sie manchmal so sehr mit sich und ihrem Körperbild hadern.
Am Ende war's dann wie draußen auch:
Die Männer gucken ein bisschen dumm, die Frauen sind vielleicht kurz irritiert und haben dann kein Problem damit, auch nicht in der Dusche.
Also nur Mut - zum Bikini ebenso wie zum Besuch eines Hallenbades im Winter!
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal