Liebe Community

Ich möchte mal einige Zitate aus Greta Thunberg's Klimabuch hier posten....
Ich zitiere - aus dem Kapitel:
"Die Kosten des Konsumdenkens" von Annie Lowrey
- "Es ist ihr Materialismus und ihre Konsumorientierung - unser Materialismus und unsere Konsumorientierung -, die zur Zerstörung des Planeten führen."
- "Die Reichen in den reichen Ländern tragen die größte Verantwortung für die Plünderung unseres Planeten. ... der Durchschnittsamerikaner ist für dreimal so viele Emissionen verantwortlich wie der Durchschnittsfranzose und der Durchschnittsfranzose für zehnmal so viele Emissionen wie ein Einwohner Bangladeschs."
- "Unsere Kultur schätzt Komfort, misst den Überfluss großen Wert bei, ermuntert dazu, stets mitzuhalten, und verbirgt die wahren Kosten unseres Lebensstils vor uns - wobei sie die Tatsache ignoriert, dass die schlimmsten Folgen die Tiere und die Menschen der kommenden Generationen werden tragen müssen. Zu viele verbrauchen zu viel. Produzieren zu viel Müll. Haben zu viel. Und kümmern sich zu wenig. Besonders akut ist das Problem in den USA, wo höhere Bildung, Gesundheitsversorgung und Kinderbetreuung extrem teuer, Konsumgüter aller Art dagegen billig sind. Die Wohnfläche des US-amerikanischen Durchschnittshaushalts hat sich im letzten halben Jahrhundert verdreifacht, obwohl die Familien kleiner geworden sind. "
- "Wenn Familien reicher werden, geben sie mehr Geld für >Statusgüter< aus, also für Güter, die keine Grundbedürfnisse befriedigen, sondern die Familie unter ihresgleichen positionieren und ihren Wohlstand wie auch ihren Geschmack signalisieren. (Diese Dynamik erkannte Thorstein Veblen natürlich schon vor mehr als einem Jahrhundert.) ... Man denke nur an die gegenwärtige Obsession für SUV's. Der Anteil dieser Spritschlucker am gesamten Kfz-Absatz hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, und das allein aufgrund der Vorlieben der Käufer. (Die Familiengröße ist konstant geblieben oder geschrumpft, und der Anteil der in Landwirt oder Industrie Arbeitenden ist in den betreffenden Ländern gesunkenen.) Diese Entwicklung hat die positiven Auswirkungen der Elektrofahrzeuge auf den Gesamtenergieverbrauch wettgemacht. "
- "Die Modeindustrie füllt Mülldeponien, nicht Kleiderschränke. "
- "Der Handel möchte uns glauben machen, die Lösung läge darin, dass die Elite der Welt anders konsumiere. Eine wiederverwendbare Wasserflasche, eine Einkaufstasche aus Stoff, ein Silikonstrohhalm, ein Elektrofahrzeug, intelligente Haushaltsgeräte - solche Käufe seien kleine Schritte zu einer besseren Welt. Das sind sie allerdings nicht. Was den Ressourcenverbrauch und die Emissionen angeht, ist es in aller Regel besser, nichts zu kaufen statt irgendetwas anzuschaffen."
- "Nach Schätzungen der dänischen Regierung müsste Mensch eine ökologische Stofftasche ein halbes Jahrhundert lang jeden Tag tragen, um die Auswirkungen ihrer Herstellung auszugleichen. "
- "Nein, weniger muss tatsächlich weniger sein. Das ist die unbequeme, aber unausweichliche Wahrheit. Jeder Einzelne von uns muss Schluss machen mit allem Überflüssigen und Unnötigen, von Taschen über Flüge bis hin zu Zweitwagen. Wir müssen in kleinen, grünen Wohnungen leben und öffentliche Verkehrsmittel benutzen. "
- "Auch die Präferenzen der Verbraucher können das Verhalten von Unternehmen verändern. Wirtschaftsunternehmen versuchen beides: den Markt davon zu überzeugen, was er wollen soll, und das zu liefern, was der Markt wünscht. "
Aus dem Kapitel " Wie sollten wir (nicht) kaufen?" von Mike Berners-Lee möchte ich zitieren:
- "Es gibt eine milliardenschwere Werbe- und Marketingindustrie, die ganz darauf ausgerichtet ist, dass wir Dinge kaufen möchten, ganz gleich, ob sie in unserem besten Interesse liegen oder nicht, ob sie gut für den Planeten sind oder nicht. Der berühmte Werbeslogan von L`Oreal: "Weil ich es mir wert bin", sagt unterschwellig, dass ich weniger wertvoll bin, wenn ich ihre Produkte nicht kaufe. "
Zitate aus dem Kapitel:
" Wachstumsrücknahme" von Jason Hickel
- "Nicht der Mensch als solcher hat das Problem verursacht, sondern ein bestimmtes Wirtschaftssystem, der Kapitalismus, der auf einem beständigen Wirtschaftswachstum basiert und darauf angewiesen ist."
- "Das Bruttoinlandsprodukt ist eng mit dem Energie- und Rohstoffverbrauch verbunden, also mit alledem, was die Weltwirtschaft jährlich aus dem Boden holt."
- "Die Krise wurde allerdings nahezu vollständig von den reichen Ländern im globalen Norden verursacht - und vor allem von den reichen Schichten und Unternehmen in diesen Ländern. Der globale Norden ist für 92 Prozent der die erträglichen globalen Grenzen überschreitenden Emissionen verantwortlich, die von Wissenschaftlern auf eine CO2-Konzentration in der Atmosphäre von 350 ppm festgelegt worden ist - ein Niveau, das wir 1988 überschritten. "
- "Dasselbe gilt für den Ressourcenverbrauch. Die reichen Länder verbrauchen durchschnittlich 28 Tonnen Rohstoffe pro Kopf und Jahr, das Vierfache des noch tragbaren Niveaus und um ein Vielfaches höher als der Durchschnitt im globalen Süden. Außerdem eignen sich die reichen Länder netto beträchtliche Ressourcen aus den Süden an. Das heißt, die Auswirkungen des Konsums im Norden werden tatsächlich in den Süden ausgelagert, wo die Schäden dann anfallen, während den Gemeinschaften im Süden zugleich die für die Entwicklung und die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse nötigen Ressourcen entzogen werden. Dieses System perpetuiert die Massenarmut und verstärkt die globale Ungleichheit.
Kurz gesagt, die ökologische Krise folgt den alten kolonialen Grenzen. "
- "Statt davon auszugehen, dass sämtliche Sektoren der Wirtschaft ständig weiterwachsen müssen, ganz unabhängig von der Frage, was wir brauchen oder nicht brauchen, sollten wir entscheiden, welche Wirtschaftssektoren wir tatsächlich verbessern müssen (zB erneuerbare Energie, den öffentlichen Verkehrssektor und die Gesundheitsvorsorge), und welche Sektoren eindeutig zerstörisch sind und deshalb verkleinert werden sollten (zB SUV's, Privatjets, Flugreisen, Mode, Fleischindustrie, Werbung, der Finanzsektor, die Praxis der geplanten Obsoleszenz, der militärisch-Industrielle Komplex und dergleichen). Weite Teile der Wirtschaft sind ausschließlich auf die Macht von Unternehmen und auf Elitekonsum ausgerichtet, und ohne sie würde es uns allen bessergehen. "
