Sarah_78 hat geschrieben: Sa 8. Jan 2022, 23:42
Hallo Chris,
vielen Dank für das positive Beispiel, das gibt mir wieder mehr Hoffnung. Ich bin mit meiner Frau seit 2002 zusammen und auch wir haben 2 Kinder. Auch ich bin mit nicht zu 100 Prozent sicher, was ich will.
Wie ist es bei Euch mit den Kindern? Wissen sie Bescheid? Kennen Sie Dich auch als Frau?
Das ist auch eine Angst von mir.
LG Sarah
Hallo Sarah,
Sorry erst mal, ich habe Deine direkt an mich adressierten Fragen hier erst jetzt gesehen. Aber schön dass Du nachfragst.
Ja, meine Kinder wissen bescheid. Sie sind aktuell 8 und 12.
Es kommt natürlich darauf an was denn
"Bescheid wissen" bedeutet.
Meine Kinder sehen mich zum Beispiel von klein an oft im Seidennachthemd.
(Spaghettiträger, einfarbig im mehreren Farben, einfach). Das auch am Frühstück immer wieder.
Das hat ganz einfach eine Normalität.
Sie sind damit groß geworden. Ich bin trotzdem Papa, und das finde ich auch ganz toll. Manchmal auch ein T-Shirt drüber. Aber oft nicht.
Und dann wissen sie, dass ich auch ein paar Kleider und Röcke im Schrank habe. Und auch ein paar Perücken. Das ist alles nicht versteckt. Und vor Corona bin ich ein paar mal zu SHG Treffen gefahren, da haben sie dann auch gesehen wie das dann komplett ausschaut.
Ich denke über die Hintergründe wissen sie nicht viel. Wie gesagt, daheim für sie eher Normalität. Die Kids wissen aber auch dass es Draußen absolut nicht Normalität ist. Hier haben wir auch schon im Familienkreis öfter mal darüber geredet, dass es ja eigentlich schade ist dass das so ist, usw.
Hier unterstützt mich meine Frau sehr.
(Was die Kinder betrifft). Wir haben auch Kinderbücher die das Thema drin haben usw.
Nun, der Große ist 12. Tja, dass das nun nicht immer so
"normal" weiter geht, ist uns klar. Bald werden Fragen kommen, die Pubertät kommt, und die Neugier wird kommen.
Aber ich denke der
Grundstein für Toleranz und Anders-sein ist gelegt. Ich mache mir hier nicht die großen Sorgen. Da kommen vermutlich andere Sorgen in der Pubertät die viel komplizierter werden
Zur Frage, kennen sie mich auch als Frau?
Nein, weil
ich bin es nie. Ich bin Chris. Egal was ich anziehe.
(Da hat mein tatsächlicher Name natürlich einen großen Vorteil).
Ohne Frage, ich fühle mich oft sehr weiblich, die Erfahrungen in einem SHG treffen mit weiblichem Pronomen angesprochen zu werden waren toll.
Ich bin mir zwar auch nicht wirklich sicher was ich möchte. Aber Vollzeitfrau sicher nicht. Dann wäre ich nur auf der anderen Seite und wäre wieder
nicht wirklich ich selbst.
Ich liebe das Zwischendrin und auch den Wechsel. Mein Geschlecht ist auch ok. Ob man mich mit er oder sie betitelt ist mir eigentlich egal, es ist beides falsch. Das "sie" kommt lediglich zu kurz und darum tut es gut wenn es mal kommt.
Aktuell ist es so dass ich mich weiter öffnen möchte meinen Freunden gegenüber. Damit hat meine Frau aktuell Probleme. (Ich auch) .. aber das läuft gerade in einem anderen Thread den ich vor kurzem eröffnet habe.
viewtopic.php?t=23591
Ich hoffe ich konnte Deine Frage gut beantworten.
Was das "mich kennen" der Kinder betrifft hab ich natürlich einen großen Vorsprung. Eure Kids sind gleich alt wie unsere, doch für sie wäre es nun eben Neuland.
Aaaaber: "Kinder sind
sehr lernfähig und äußerst offen für Neues. Das möchte Ich Euch mitgeben für Eure Überlegungen.
Und auch sie werden älter. Und es Ihnen nie sagen gelingt eventuell nicht. Darum ist es aus meiner Sicht auf jeden Fall
eine Überlegung wert, sie hier mit einzubeziehen.
Aber, ich bin kein*e Kinderpsycholog*in. Doch vielleicht mal so jemanden fragen würde doch Sinn machen.
Aus Angst vor psychischem Schaden der Kinder, Dich ihnen gegenüber überhaupt nicht zu öffnen, könnte sich aus meiner Sicht irgendwann eher negativ auswirken.
Ich denke es kommt mehr darauf an "
wie" Du Dich öffnest, als ob überhaupt.
Mein Rat: Rat einholen bei Menschen die sich auskennen
Liebe Grüße vom Bodensee
Chris
Chris