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Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Verfasst: Sa 26. Dez 2020, 22:45
von heike65
Erfordert es Toleranz ein heterosexuelles Kind zu akzeptieren, auch wenn man sich was anderes gewünscht hätte ?
Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Verfasst: So 27. Dez 2020, 07:10
von Whoopy Highfly
Ich stelle eine andere Frage:
Was ist Toleranz?
Ich zitiere aus Wikipedia:
"Toleranz:
Duldung von abweichenden Meinungen oder Aktivitäten anderer Menschen"
Das haben ich so objektiv stehen lassen.
Bin ich objektiv gesehen tolerant, oder kann ich objektiv tolerant sein?
Ich bin subjektiv tolerant, da ich nie objektiv sein kann, zumindest nicht auf den ersten Blick.
Warum?
Weil meine Erwartungshaltung eine andere ist. Wenn ich mit objektiver, positiver Freude auf andere zu gehe und dann enttäuscht werde, sinkt meine Toleranzschwelle auf ein Minimum. Und das ist nur allzu menschlich. Ich ärgere mich erstmal, weil ich enttäuscht bin, oder war meine Erwartung auf ein positives Ergebnis nur zu groß.
Vielleicht erwarte ich meine Toleranzschwelle auch bei anderen?
Ich lasse es mal so stehen. Das sind meine Gedanken zur Toleranz.
GLG
Noch ein Hinweis: in der Technik wird die Distanz zwischen zwei Extremwerten als Toleranz bezeichnet.
Re: Erwartungshaltung "Toleranz"
Verfasst: So 27. Dez 2020, 08:21
von Magdalena
Hallo,
ob Toleranz oder Ablehnung setzt voraus, sich mit einem Thema ernsthaft zu beschäftigen. Mir sind Menschen begegnet, denen vieles egal ist. Da hörte ich dann schon mal den Satz, " Das interessiert mich nicht." Desinteresse darf dann nicht mit Toleranz gleichgesetzt werden.
Und obwohl ich mich für tolerant halte, gibt es bei mir Grenzen. Ich kann nicht tolerieren, wenn jemanden zum Beispiel Gewalt angetan wird. Ein unterschiedlicher Standpunkt sollte nicht unüberwindbar sein. Dabei muss man nicht gleich zu Freunden werden.
Und ich muss dann akzeptieren, dass mein vieles anders einordnet. Was ich für mich einfordere, muss ich anderen auch zugestehen.
Ich habe hier viele schöne Geschichten gelesen, wo es zwischen den Partnern durch Verständnis und Toleranz gelungen ist, gemeinsam den Weg zu gehen. Es ist aber immer noch nicht überall Normalität.
Viele liebe Grüße von Magdalena