Re: "Mein letzter Tag"
Verfasst: Sa 15. Sep 2018, 07:06
Hallo Lexilexes hat geschrieben: Fr 14. Sep 2018, 22:12 Verstehe wenn einen / Dich das misstrauisch macht, wie auch nicht... ich selber bin früher viel im Rettungsdienst gefahren und habe sehr viele solcher Dinge gesehen ... NRW kann ganz schön "Gangster" sein, leider. Als Ersthelfer ist man da immer schön drin ... aber irgendwann nutzt es sich ab und man kann seinen Beruf machen ohne das Ganze noch Wochen mit sich herumzutragen...
Als nicht-Med-Personal und ohne dauerhafte Unterstützung durch Kollegen ( erfahrene Notärzte etc. ) und Psychologen kann man das sicher nicht "mal eben wegstecken" ... du hast da sicher mit einem/einer Psychologen/gin drüber gesprochen , oder ?
Du müsstest einfach mal das voll-krass-gute-von-der-Masse-getragene Gegenerlebnis haben.. Einen Moment in dem Christiane ohne Alkohol ( und ich verurteile das nicht ) einfach sicher unter Freundinnen sie selber sein kann.
Als Frau draußen sein ist verunsichernd genug ( ich weiß das seeeeehr gut) und da hilft es gar nicht sich noch extra-Sorgen zu machen.... pass bitte auf Dich auf => gönn"˜ Dir Christiane-in-sicherer-Umgebung-unter-Menschen-Zeit und ich WETTE das wird eine heilende Wirkung auf Deine ges. Weltanschauung haben.
Lexi
Bitte mich nicht zu verwechseln.
Ich hab kein Problem mit Alkohol - auch nicht ohne.
Ich hab Gestern Abend dann, so wie Du es auch mal beschrieben hast, einen gepflegten Whiskey auf dem Balkon genossen. Die 60Den hat mich gut gewärmt, trotz des (meiner Frau nach) zu knappen Röckchens.
Auf die 80er Havanna habe ich gerne verzichtet - das ist nun wirklich nicht mein Ding.
Ein guter Freund von mir ist auch lange im Rettungsdienst gefahren - er hat das Gleiche wie Du geschildert.
Das ist reiner Selbstschutz, weil man den Job sonst nicht mehr machen kann.
Das Care-Team war damals zu klein und meiner Meinung nach, auch überfordert. Die hatten solche Szenarien wahrscheinlich auch bis zu dem Zeitpunkt nur im Planspiel erlebt.
Was ich für mich mitgenommen habe, ist einfach die Tatsache, daß es einen Jederzeit treffen kann.
Wir verschieben nichts mehr auf später - es sei denn, wir müssen erst mal die nötigen Zahlungseinheiten ansparen, um den Traum zu realisieren.
Aber - sowie dies erreicht ist, wird der Plan auch umgesetzt.
Und - mit den Flashs muß ich leben - sie treten zum Glück nur noch sehr selten auf. Als Ersthelfer bin ich allerdings momentan nicht zu gebrauchen (siehe Blut).
Ich arbeite aber stetig daran, mir diese plötzliche "Fallsucht" wieder abzugewöhnen. Mein Sicherheitsgefühl heilt auch langsam - aber das wird noch dauern.
Und meine Weltanschauung - hmm - ich bezeichne mich mal als Realistin - ich kann ja auch nix dafür wenn meist das Negative eintritt (Trump, Erdogan, usw.).
Lieben Gruß
Christiane