Hallo,
diesen Thread habe ich erst spät gesehen, eigentlich genau mein Thema.
Ich habe es lange Jahre für notwendig gehalten, zu versuchen, für eine Frau gehalten zu werden, wenn man die entsprechende Kleidung tragen will.
Aufgrund meiner körperlichen Voraussetzungen ein sehr schwieriges Projekt, das ich nur selten öffentlich angegangen bin.
Als ich das erste Mal, für längere Zeit, tatsächlich Erfolg hatte, war es zwar toll, aber doch irgendwie befremdlich. Ein Wechselbad der Gefühle.
Ab diesem Zeitpunkt habe ich dann für Jahre auf Frauenkleidung in der Öffentlichkeit verzichtet (außer Fasching).
Es hat sehr lange gedauert, bis mir bewusst geworden ist, dass es keinen plausiblen Grund gibt, warum man als Mann dies in d jenes nicht tragen kann. Ich habe mich gaaaanz langsam vorgetastet und tue es eigentlich immer noch, sowohl in der Partnerschaft, als auch öffentlich, was geht, was wie aufgenommen und akzeptiert wird, und vor allem worin ich mich wohl fühle.
Wohl fühle, nicht nur was die Trageeigenschaften betrifft, sondern auch was das Feedback der Mitmenschen angeht. Wenn sich fast jeder nach mir mit einem Grinsen, Kopfschütteln oder Lachen umdrehen würde, wäre mein Wohlfühlfaktor bei null.
Mittlerweile weis ich, dass Mann auch in einem Kleid und Feinstrumpfhose gut ankommt, auch wenn es natürlich von der Art des Kleides, dem Ort und der Situation abhängt.
Auf der anderen Seite bedeutet es für mich, dass ich mich durchaus auch nochmal schnell umziehe, wenn ich das Haus verlasse, abhängig davon, was ich trage, und wohin ich will - vor allem abhängig davon, wie ich erwarte mich am Ziel in meiner jeweiligen Kleidung zu fühlen.
Vor zwei Tagen, ich trug gerade ein knielanges Sweatkleid und FSH, wollte meine Frau mit mir spontan essen gehen in eine Dorfwirtschaft in der Nähe. Ich wechselte schnell auf Jeans und T-Shirt - begleitet vom Kopfschütteln meiner Frau, die meinte, ich solle mich nicht so anstellen

und das Kleid hätte viel besser ausgesehen.
Aber darum gings mir nicht - vielleicht kann ich ja irgendwann (vermutete) Reaktionen meiner Mitmenschen ausblenden, sofern ich das überhaupt will.