Gia hat geschrieben: Fr 20. Jan 2017, 23:42
Hallo Lina,
ich glaube Du verstehst mich nicht so richtig. Ich meine tatsächlich die hebräische Urschrift, die als Quelle gedient hat und die die von mir genannten Merkmale enthält. Ich habe mich schon tiefgehender mit jüdischer Mystik beschäftigt und da wird nun mal ein Text herangezogen. Ich rede eben gerade nicht von den schon übersetzten Schriften, die viel Veränderungen erfahren haben, sondern, um es noch mal deutlich zu sagen, vom hebräischen Urtext. Im übrigen hat das neue Testament in der jüdischen Ausrichtung keine Bedeutung.
Lg Gia
Ich verstehe ausgezeichnet, dass die eine vorhandene hebräische Urschrift meinst. Und in wievielen anderen Varianten war ein ähnlicher Text unterwegs - und was wissen wir über die Motive der Urheber - denn da waren bestimmt eine ganze Menge Leute am Werk.
Was soll es "wahrer" machen, dass man das ganze zurückverfolgt zu Person X im Jahr 5.000 v.Chr.? Wird es dadurch automatisch zu einer Wahrheit wozu einer kleinen Gruppe Menschen ein Interpretations-Monopol zusteht.
Faktum ist ja, dass die Leute in unserer germanisch-keltischen Welt erst das Ganze Mündlih überliefert bekamen - weil die Trägersprache Latein war. Die kannten also nur einen kleinen Teil des ganzen - so wie die meisten Muslime heute, weil die meisten das Altarabische nicht lesen können oder keinen Bock haben. Jeder hat also im Kopf seine eigene Bibel-Auslegung mit der er die Leute volltextet hat. Jahrhunderte später konnten die meisten hier lesen. Alles wird wörtlich ausgelegt, wer nicht glaubt kommt in die Hölle, und Homosexuelle sind die schlimmsten Schweine. Und wer nur einen Teil davon glaubt, aber meint dass es kombiniert davon auch andere Wahrheiten geben kann, ist Ketzer und gehört hingerichet. Wie heute in Saudi Arabien übrigens.
Noch später wird es so vielen klar, dass man die ganzen Widersprüche nicht unter einen Hut kriegt, und man erzählt ihnen - einige Jahrtausende später - dass es doch alles nur symbolisch gemeint ist - und jetzt kann jeder wieder allen mti seiner eigenen aber monopolbeanspruchten Wahrheit volltexten. Da macht die Ausgrabung von irgend einer Schriftrolle im Mittelmeerraum auch keinen Unterschied. Die wird kaum logischer oder mit weniger Widersprüche behaftet sein.
Nur wirklich tragisch ist es, dass man immer noch nicht den Mut hat, den daran glaubenden das Recht zum selbstständigen Denken gewährt und einfach zugibt, dass das ganze von unterschiedlichen Leuten geschrieben wurde, wovon einige recht vernünftig sein können und andere total durch den Wind. Und dass laufend eine Menge davon umeditiert wurde.
Vielleicht wird es mal passieren, dass ein Priester das tut - OHNE gefeuert zu werden - das wäre schön. Den Mauerfall habe ich auch nicht erwartet, ich halte also auch nicht diese Entwicklung für utopisch.