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Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 11:12
von Vivian Cologne
Es ist der Versuch, die wunderbaren Möglichkeiten sichtbar zu machen, die die Anerkennung der eigenen Erfahrungen bietet.
Ha, ein guter Punkt, Marielle! Wie du weißt, gehöre ich nicht zu denen, die die Vergangenheit ein für allemal abschließen wollen. Ich bin 53 Jahre alt und habe ein soziales, privates, berufliches Leben geführt. Und das führe ich jetzt fort. Für manche sieht es so aus, als sei ich ein neuer Mensch, den sie noch gar nicht kennen. Das sorgt für Irritationen, Misstrauen,aber auch für Empathie, Verständnis und Lerneffekte.

Was bin ich für diese Menschen? Wie würden die mich nennen, einordnen? Damit schließt sich der Kreis zu unserem Thread hier. Die meisten können mit unseren Begrifflichkeiten nichts anfangen. Wozu auch? Wenn ich denen sage, ich bin eine Frau, können sie mir das glauben oder mit mir ins Gespräch kommen. Wenn sie das ablehnen, drehe ich mich um und gehe meiner Wege. Denn eines habe ich in den letzten zwei Jahren gelernt: Geschlecht ist immer wahr! Das gilt für die Aussage über mich genauso wie dafür, was mien Gegenüber von sich sagt. Und um mal eine Formulierung aus dem Umfeld zu zitieren: Es gibt ein Wissen um das Geschlecht, das jede Person besitzt, das ist mehr als ein Gefühl.

Ach ja, die wunderbaren Möglichkeiten ... Ja, ich habe Erfahrungen und Sichtweisen, die viele Menschen, die immer ihrem Geschlecht gemäß gelebt haben, nicht haben. Darauf bin ich nicht stolz, das macht mich nicht zu einem besseren Menschen, aber vielleicht hilft das dabei, ein relativ abgeklärter und toleranter, auch nachsichtiger Mensch zu sein. Allerdings: Ich bin sicher nicht die Einzige, die diesen Aspekt während der Transition aus den Augen verloren hat. Wir wollen ja nur vorwärts, weiter, nachdem wir uns endlich den Startschuss gegeben haben. In zwei, drei Jahren werde ich dies wohl als wertvoller empfinden. Insofern gebührt dir, Marielle, Dank dafür, dies noch mal in Erinnerung gbracht zu haben.
Ich stelle mir des öfteren und soeben auch die Frage, warum sich eigentlich so wenige an diesem Thread beteiligen?
Kann es sein, dass das Kommunizieren nach außen auch hier im Forum ein echtes Minderheitenproblem darstellt?
Zu einer Minderheit zu gehören ist ja nun nichts Neues für uns - das muss nicht schlecht sein. Aber im Ernst: Dieses Forum ist so heterogen besetzt, und hier stoßen sich so viele Interessen im Raum, dass mich das nicht wundert. Erfreulicherweise stoßen neue Menschen zu uns, aber für die geht es erst mal vielleicht vor allem darum, mit sich selbst ehrlich zu kommunizieren, bevor sie nach außen zeigen, wer oder was sie sind. Ich habe mit 49 Jahren zum ersten Mal in meinem Leben mit einem anderen Menschen ehrlich über mich gesprochen - ich sollte also ganz still sein, was das betrifft.

Nichtsdestotrotz sollten es nicht nur immer die gleichen Menschen sein, die im Forum sich austauschen, sonst drehen wir uns zu sehr im Kreis.

Vivian

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 11:36
von eilinfox
Hallo Vivian,
wenn wir auch das gleiche Ziel verfolgen, so gehen wir doch unterschiedliche Wege
Das was du beschreibst kenne ich nur zu gut und ich bewundere dich, dass du die Kraft hast, es so auch durchzustehen.
Dafür wünsche ich dir dafür alles erdenklich Gute.
Ich hatte diese so nicht und habe als Konsequenz meine Koffer gepackt und eine räumliche, wenn auch nicht allzugrosse, Distanz geschaffen um fast neu anzufangen.
Dies verbunden mit der Tatsache, dass mich hier alle nur noch als Eilin kennen, hilft mir natürlich ein großes Stück weiter.
Und die Verbindungen zu meinem früheren Leben halte ich nur noch aufrecht, wenn sie zu mir passen.
Mir ist schon bewusst, dass mein Weg für die allermeisten keine Alternative ist.
Aber zumindest einer, den man sich auch mal überlegen könnte.

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 11:40
von Anne-Mette
Moin,

trotz einer ausführlichen Diskussion wäre es wichtig, um tatsächliche Verbesserungen zu erreichen auch wieder zu einfachen Beschreibungen zurückzukommen, die für möglichst viele Menschen verständlich sind.
Aus diesen Beschreibungen sollten meiner Meinung nach eindeutige Forderungen entstehen, die "wir" an politisch Verantwortliche stellen können.
Stehen diese Forderungen "auf dem Papier", wird es (hoffentlich viele) Menschen geben, die sagen: "da geh' ich mit!"
Es wird allerdings auch Menschen geben, die nicht hinter den Forderungen stehen und/oder eine andere Gruppe finden, die mit ihren persönlichen Forderungen besser übereinstimmt.

Das wäre die eine Sache: politisch etwas erreichen/durchsetzen, aber das erfordert in einem gewissen Maß "mit einer Stimme sprechen". Da sind natürlichvorherige und ausführliche Diskussionen wichtig, damit abgeklärt werden kann, wer mit "einer gemeinsamen Stimme" sprechen kann und mag und was diese "gemeinsame Stimme" ausmacht.

Gesamtgesellschaftlich können wir nur durch eine "tätige Öffentlichkeitsarbeit", die ich schon lange praktiziere, etwas erreichen.
Wir müssen uns selbst sichtbar machen!

Gruß
Anne-Mette

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 12:05
von Andrea aus Sachsen
.
eilinfox hat geschrieben:Ich stelle mir des öfteren und soeben auch die Frage, warum sich eigentlich so wenige an diesem Thread beteiligen?
Ich kann diese Frage nur für mich beantworten, denke aber, dass es vielen genauso geht:
Die Fragestellung hier ist kompliziert und die Beiträge zum Teil lang und unübersichtlich. Da fällt es mir schwer, den Kern der Aussagen zu erkennen und einen "roten Faden" zu finden. Aus diesem Grund spricht mir Anne-Mette aus dem Herzen:
Anne-Mette hat geschrieben:trotz einer ausführlichen Diskussion wäre es wichtig, um tatsächliche Verbesserungen zu erreichen auch wieder zu einfachen Beschreibungen zurückzukommen, die für möglichst viele Menschen verständlich sind.
Nichtsdestotrotz eine interessante Diskussion zu einem für uns wichtigen Thema, wenn sie denn zu einem brauchbaren Ergebnis führen sollte!

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 12:15
von Frida
Hallo zusammen,

bei mir war es nie ein Traum, eher eine Suche nach mir selbst, weil ich nicht wusste, was es war, das mir das Gefühl gab, anders zu sein, warum ich mich in der Rolle das Mannes nicht wohl fühlte und ich meinen Körper nie so annehmen konnte, wie er war, noch immer ist.
Schon früh im Leben spürte ich, dass ich nicht dort hingehörte, wo man mich einsortiert hatte. Ich fand dort keinen Platz und wurde auch nicht aufgenommen. Lange Zeit bekämpfte ich meine weibliche Seele.. ich war wie Don Quijote. Es hat viel Kraft gekostet und war vergeblich. Ich ahnte, dass ich lernen musste, mich so anzunehmen, wie ich bin. Es begann eine Entwicklung, die spannend und manchmal auch schmerzvoll war. Langsam wuchs in mir die Gewissheit, dass mein Wesen von weiblicher Art ist. Das anzunehmen und zuzulassen, war ein kurzes heftiges Ringen und dann eine Befreiung.
Aber sofort baute sich nun in mir ein Druck auf, der verlangte abgelassen zu werden, indem ich mit meiner Erkenntnis den Schritt nach außen machte. Ich musste mich offenbaren. Von da ab entwickelte sich (ich mich) alles in einer Eigendynamik, wie ich es mir nie hätte vorstellen können.

Jetzt gehe ich einen Weg, der nicht einfach ist, aber bei dem ich das Gefühl habe, es ist mein Weg und er ist der Richtige. Ich weiß nicht, wohin er mich führen wird, aber ich habe mich gefunden und das erfüllt mich mit Glück.
Die Entwicklung meiner Persönlichkeit, mein Wachsen, wird im Leben hoffentlich nie zu Ende sein.
Ich wünsche mir, dass ich von Menschen, die mir wichtig sind, mit Respekt so angenommen werde, wie ich bin, eben als "¦ich müsste eigentlich sagen Weib"¦Frau, die transsexuell ist, ein Mensch mit weiblichen Geschlecht. Dann gehöre ich dazu!
Mir ist klar, dass ich das immer sein werde und ich mag mich so. Nur wenn ich zu mir stehe, so unperfekt normal, werde ich die Chance haben, angenommen zu werden.

( Ich habe für Montag einen Termin beim Endokrinologen erkämpft, der eigentlich erst Anfang Dezember sein sollte. Blutentnahme ist schon passiert: Testosteron 0,1 ng/ml, freies T. 0,2"¦das ist doch fast nichts"¦.Indikation habe ich nun auch in der Tasche"¦freu mich! )

Liebe Grüße, Frida (flo)

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 12:20
von Marielle
Moin Moin nochmal,
.... wäre es wichtig, um tatsächliche Verbesserungen zu erreichen auch wieder zu einfachen Beschreibungen zurückzukommen, die für möglichst viele Menschen verständlich sind.
Das ist der wesentliche Punkt: Welcher einfache, kurze und verständliche Begriff summiert uns und unsere Wünsche und Forderungen wenigstens so gut, dass man nicht gegen diesen Begriff ist?

Wenn man bei Veranstaltungen wie Kongressen, Anhörungen oder auch auf Parties oder am Rande von CSD-Paraden auf Menschen trifft, die in irgendeiner Weise an politischen oder gesellschaftlichen Entscheidungen beteiligt sind, muss man irgendwie über uns sprechen können, wenn man etwas bewegen will. Man kann dann versuchen, mehrere differenzierende Begriffe einzubringen (die man dann schlimmstenfalls auch noch erläutern muss) oder man verwendet einen möglichst kurzen Begriff, um die zur Verfügung stehende Zeit und Aufmerksamkeit für die Darstellung von (für uns) wichtigen Sachthemen nutzen zu können.

Ich bin der Meinung, dass "trans*", trotz einiger Mängel, die Anforderungen gut genug erfüllt. Sehr viele Menschen haben bereits eine ungefähr richtige Vorstellung davon, was der Begriff meint, er ist kurz und durch das Sternchen so wenig festlegend, dass man sich ohne ganz große Verrenkungen darunter wiederfinden können müsste.

Sachlich besser fände ich z.B. 'alle Geschlechtlichkeiten'. Das ist aber weder ein bereits eingeführter Begriff, noch ist es verständlicher als 'trans*'. Warum ich die Doppel-T-Variante nicht als geeignet betrachte, habe ich wohl ausführlich genug beschrieben.

Habt' gut

Marielle

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 12:33
von Vivian Cologne
Ich bin der Meinung, dass "trans*", trotz einiger Mängel, die Anforderungen gut genug erfüllt.
Sehr gut zusammengefasst und begründet. Genauso ist es, und deshalb habe ich auch, als dieses Wörtchen mit dem Sternchen plötzlich auf dem Flipchart im Waldschlösschen* stand, gestaunt und gedacht: Yes, we can!

Und nun? Verrenken wir uns weiter? Überzeugen wir weiter? ja, auch das. Und auch durch die tägliche persönliche Öffentlichkeitsarbeit, wie Anne-Mette schreibt.

Vivian

* am Gründungsabend des Bundesverbandes, der sich noch in der konstituierenden Phase befindet

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 13:06
von Frida
Hallo,

also mir gefällt trans mit oder ohne * nicht so gut, verstehe aber euere Argumente dafür, weil es schwierig ist, einen anderen zu finden. Eine Aneianderreihung von mehreren Buchstaben, finde ich noch weniger geeignet. Als Oberbegriff wäre es für mich ein Kompromiss. Ich bin nicht der Meinung, dass Trans* schon vielen Menschen ein bekannter Begriff ist, mit dem sie etwas anfangen können. Ich werde weiterhin eine transsexuelle Frau sein und mich so auch erklären. Das ist für mich wichtig. Ob Trans* das richtige politische Gewicht hat, wird sich zeigen.



Hallo Eilin,

auch ich hatte mit den Gedanken gespielt wegzugehen und woanders, wo man mich und meine Vergangenheit nicht kennt, neu anzufangen.
Ich wohne aber mit meiner Frau an einem Platz, der uns gefällt, den wir uns vor 22 Jahren ausgesucht hatten, weil wir ein Nest für unsere Kinder brauchten. Die sind nun schon ausgeflogen, aber das Heim immer noch ideal für uns und die Umgehung wunderbar geeignet für die regelmäßigen Spaziergänge mit meiner Labradorlady.
Meine Frau wollte gern bleiben, außerdem wohnen die Kinder in der Nähe und ein paar nette Menschen in der Umgebung.
Ich glaube, es ist eine Frage des Mutes und des Wollens, den Weg dieser Entwicklung nach draußen zu gehen, dort wo man einen kennt, und sichtbar zu werden, sich zu stellen. Ich muss dabei oft meinen ängstlichen, inneren Schweinehund überwinden und es gibt Tage, da fehlt mir die Kraft und ich ziehe mich zurück, doch mit jedem Schritt nach vorn, werde ich mutiger und habe weniger Angst und verliere Hemmungen, mich zu zeigen, mich zu offenbaren. Ich setzte keine Maske auf, sondern präsentiere meine Veränderung öffentlich und erzähle es jedem, der es wissen sollte oder möchte, dass ich eine transsexuelle Frau bin, Frida eben ( darauf bin ich auch ein wenig stolz).
Die meisten finden meinen Weg mutig und wollen mich beim richtigen Namen nennen.

Liebe Grüße, Frida

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 13:09
von Anne-Mette
Moin,

... immer wieder kommen wir zu den Begriffen zurück (888)

KURZ ist GUT, aber Trans* ist mir zu kurz; schon aus dem Grunde, dass sehr viele Menschen sagen: "... das bin ich nicht!"
Ich bin...

Deshalb habe ich damals für diese Rubrik hier die Überschrift "Transsexualität - Transidentität - Transgeschlechtlichkeit" gewählt - weil ich in vielen Begegnungen immer wieder von Menschen, die sich selbst beschrieben haben, diese Begriffe gehört und aufgenommen habe.
Die Rückmeldungen, die ich von den GesprächsparterInnen bekommen habe, waren für mich aufschlussreicher als die Bücher, die ich gelesen habe, die sich mit der Deutung von "uns" und Trans*-Begriffen auseinandergesetzt haben.

Gruß
Anne-Mette

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 13:51
von eilinfox
@ frida

So gebunden fühlte ich mich nie.
Und ich sprach ja auch nicht von riesigen Entfernungen. In Ballungsgebieten langen meist 20 Kilometer und da kennt dich schon keiner mehr.
Für mich was es schön zu erleben, dass ich nie auf meine Vergangenheit angesprochen wurde. So kann ich vorbehaltlos zur kirchlichen Frauengruppe, ins internationale Frauencafe, zu Bastelkursen der vhs, zur Frauengymnastik... Nur zum Frauenchor trau ich mich verständlicherweise nicht so recht.
Aus diesen Aktivitäten sind inzwischen richtig gute Freundschaften entstanden.

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 14:07
von Marielle
Hallo Anne-Mette,
"Transsexualität - Transidentität - Transgeschlechtlichkeit"
Das ist meiner Meinung nach für eine wirksame Kommunikation (in den oben geschilderten Situationen) nicht wirklich gut geeignet. Die gesprochene Aneinanderreihung der drei Begriffe drängt der Hörer_in schon fast auf, nach den Einzelbedeutungen oder Unterschieden zu fragen. Wenn das passiert, ist das Gespräch aber oft schon versiebt. Oft genug habe ich dann in den Gesichtern lesen können: "Werdet euch erstmal untereinander einig. Dann reden wir weiter".

Und, um den Punkt nochmal zu wiederholen: Ich nehme an, dass wir uns darüber einig sind, dass eine äussere Zuordnung von Menschen zu den Einzelbegriffen absolut ausgeschlossen ist; no go. Es bleibt also nur die eigene, individuelle Zuordnung. Die kann doch jeder auch unter trans* vornehmen. Es sei denn, er oder sie wollte vielleicht doch eine Abgrenzung, eine Definition, mithin eine äussere Zuordnung durchsetzen. Gründe für solche Abgrenzungen kann man sich ja genug vorstellen.

Wer unterscheiden will, muss definieren. Darin sehe ich das wesentliche Problem, das ja auch in der langwierigen Diskussion hier sichtbar geworden ist.

Vielmehr, als um die Exaktheit des Begriffes an sich, wird es darum gehen, wie er gefüllt und gelebt wird.

habs gut

Marielle

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 14:46
von Anne-Mette
Moin,
Die gesprochene Aneinanderreihung der drei Begriffe drängt der Hörer_in schon fast auf, nach den Einzelbedeutungen oder Unterschieden zu fragen. Wenn das passiert, ist das Gespräch aber oft schon versiebt.
Das ist doch gut, wenn sie fragen; denn nur über Gespräche werden wir "UNS" deutlicher machen können. Wenn ich sage, "ich bin Trans*" und habe keine weitere Gesprächsmöglichkeit, dann kann das gründlich schiefgehen. Es kommt natürlich darauf an, was mein Gegenüber selbst mit Trans* verbindet.
Setzt ersie sich mit dem Thema selbst auseinander? Oder ist ersie vielleicht irgendwelchen Halbinformationen aufgesessen, oder sogar "bösartiger" Berichterstattung?
Nein - ohne weitere Erklärung ist Trans* etwas wo ich für mich sage: "in den Topf möchte ich nicht mit hineingesteckt werden!"

Insofern sehe ich keine "allgemeine Einsetzbarkeit des Bergriffes".
Wenn das passiert, ist das Gespräch aber oft schon versiebt.
Wenn das so ist, dann ist das Gespräch nicht viel wert. Wir sind keine Bittsteller, die um ein Gespräch "betteln müssen" - und dann setzen wir uns vielleicht alle noch die "Trans*-Mütze auf" - analog zu den Pudelmützen, die sie mal in Berlin verteilt haben mit dem Sticker "Schule hat begonnen!"

Wir müssen sichtbarer werden - auch ohne Pudelmützen; dann werden wir auch auf mehreren Ebenen etwas erreichen.

Gruß
Anne-Mette

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 15:40
von Anne-Mette
Moin,

der Begriff Trans* an sich ist sicherlich kein Problem — besonders nicht, wenn ich erklären kann, warum ich "Trans* bin".
Schwieriger wird es allerdings, wenn ich einen Vertretungsanspruch geltend mache. Dann komme ich mit Trans* nicht aus, weil ich überhaupt nicht definieren kann, für wen ich stehe und wen/welche Gruppen ich vertrete.

Gruß
Anne-Mette

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 16:01
von eilinfox
Anne-Mette hat geschrieben:
der Begriff Trans* an sich ist sicherlich kein Problem — besonders nicht, wenn ich erklären kann, warum ich "Trans* bin".
Oh echt :-)

Daran scheitere ich immer :-)

Re: Wie soll man Trans*„Begriffe kommunizieren?

Verfasst: Fr 18. Sep 2015, 16:06
von Anne-Mette
Moin,

eigentlich wollte ich erst einmal nichts mehr schreiben, aber ich muss mich berichtigen: ich meinte nicht WARUM. Wer weiß das schon - und ich will keine neue Diskussion entfachen (moin)

Ich meinte:

besonders wenn ich Gelegenheit erhalte, den Begriff "Trans*" näher zu erklären


Tut mir leid!

Gruß
Anne-Mette